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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“ will Arbeitgeber motivieren und unterstützen, mehr Arbeitszeitmodelle anzubieten, die flexibel und familienfreundlich sind. Damit Menschen, die sich um ihre Familie kümmern, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein können: am Arbeitsplatz und zu Hause.

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Onlineleitfaden „Initiative Familienbewusste Arbeitszeiten“

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Argumente für Arbeitgeber und Beschäftigte

Flexibel und familienfreundlich: Argumente für Arbeitgeber und Beschäftigte

Die Argumente, die für familienfreundliche und flexible Arbeitszeiten sprechen, sind vielfältig, aber das Wichtigste gleich vorweg: Richtig umgesetzt ist ein solches Arbeitszeitmodell eine echte Win-win-Situation für Beschäftigte und Arbeitgeber. Beide Seiten können und sollen gleichermaßen profitieren: Beschäftigte erhalten die notwendige Flexibilität und die Verlässlichkeit, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Arbeitgeber hingegen können qualifizierte Beschäftigte halten und neue gewinnen, sparen Wiedereingliederungskosten, motivieren Eltern in ganz besonderem Maße, können aber auch besser auf Nachfrageschwankungen reagieren. Flexibilität und Familienfreundlichkeit sind also kein Widerspruch, sondern ergänzen einander vielmehr.

Bereits heute sind mehr als 90 Prozent der deutschen Unternehmen davon überzeugt, dass familienfreundliche Maßnahmen die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen.[1] Gleichzeitig haben familienfreundliche Angebote für viele Beschäftigte an Bedeutung ge-wonnen, sie sind sogar bereit, für mehr Familienfreundlichkeit den Arbeitgeber zu wechseln. Unternehmen, die heute schon auf eine familienbewusste Personalpolitik setzen, steigern deshalb ganz klar ihre Arbeitgeberattraktivität auf dem Bewerbermarkt. Denn über 90 Prozent aller jungen Berufstätigen mit Kindern sind Angebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei der Arbeitgeberwahl ebenso wichtig oder wichtiger als das Gehalt.[2]

[1] Quelle: IW, 2010
[2] Quelle: GFK, 2010

Mit Blick auf den wachsenden Fachkräftebedarf wird dieser Aspekt in Zukunft noch wichtiger werden. Nur wer hier gute Angebote machen kann, wird langfristig das Rennen um die qualifizierten Köpfe gewinnen.[1]

Diese Problematik wird sich künftig weiter verschärfen. Grund dafür ist vor allem der Rückgang der erwerbsfähigen Personen in Deutschland. Verschiedene Projektionen zeigen, dass es sich beim Arbeitskräftemangel nicht um ein konjunkturelles Problem handelt, sondern um eine der größten strukturellen Herausforderungen Deutschlands. Demografisch bedingt verliert Deutschland pro Jahr 250.000 bis 300.000 potenzielle Erwerbspersonen.[2] Ohne Gegensteuerungsmaßnahmen droht damit im Jahr 2030 eine Arbeitskräftelücke von 5,5 Millionen Personen. Vor allem Arbeitsplätze für Fachkräfte sowie Akademikerinnen und Akademiker könnten dann nicht mehr besetzt werden.[3]

[1] Quelle: DIHK, 2010
[2] Quelle: Demos Newsletter, 2009
[3] Quelle: Prognos, 2009

Gleichzeitig legen qualifizierte Beschäftigte Wert auf Handlungsspielräume bei der Arbeitsorganisation. Flexible Arbeitszeiten schaffen Zeitautonomie. Unternehmen mit flexibler Arbeitszeit haben deshalb bessere Rekrutierungsmöglichkeiten und binden gut eingearbeitetes Personal. Und hier stehen nicht nur Frauen im Mittelpunkt des Interesses. Wer seinen Führungs- und Fachkräften kein geeignetes Modell zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bieten kann, wird sie ganz verlieren. Auf die Frage, was wichtiger sei bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers, familienfreundliche Angebote oder das Gehalt, gaben 70 Prozent der befragten Fachkräfte unter 49 Jahren an, dass solche Angebote genauso wichtig oder wichtiger als das Gehalt seien. Bei den Befragten mit Kindern unter 18 Jahren stieg dieser Anteil sogar auf 90 Prozent. Über zwei Drittel können sich vorstellen, für bessere Vereinbarkeitsbedingungen den Arbeitgeber zu wechseln, mehr als jeder Vierte hat dies bereits getan.[1]

[1] Quelle: GfK, 2010

Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft sehen in flexiblen Arbeitszeiten große Chancen für die Unternehmen: Es besteht weitgehender Konsens darüber, dass flexible Arbeitszeiten die Produktivität erhöhen und dass die Attraktivität von Arbeitgebern steigt, wenn sie flexible Arbeitszeitmodelle anbieten.[1] In Zukunft werden flexible Arbeitszeitmodelle als innovatives personalpolitisches Instrument immer wichtiger für Unternehmen sein, um im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte bestehen zu können. Unternehmen können flexible Arbeitszeitmodelle ganz konkret nutzen, um die Motivation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern, Fehlzeiten zu reduzieren und die Arbeitseffizienz zu erhöhen. Beschäftigte mit einer verkürzten Tages- oder Wochenarbeitszeit arbeiten häufig besonders strukturiert und effizient, um ihre Aufgaben in der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit zu erledigen. Darüber hinaus können durch flexible Arbeitszeiten auch Schwankungen der Produktion, des Auftragsvolumens oder der Kundenfrequenz abgefangen beziehungsweise die vorhandenen Arbeitskapazitäten dem Arbeitsvolumen entsprechend besser angepasst werden.[2] So lassen sich Servicezeiten sogar ausweiten, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr an ein starres Zeitkorsett gebunden sind.

[1] Quelle: Dr. Frederik Gottschalck, 2008
[2] Quelle: IAB, 2006

Aus Sicht der Beschäftigten sind flexible Arbeitszeiten der Dreh- und Angelpunkt für eine gelungene Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 96 Prozent der Eltern wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten, insbesondere in Notsituationen.[1] Zwar bietet schon die Mehrzahl der Unternehmen flexible Arbeitszeiten an, das heißt jedoch nicht, dass sie immer familienfreundlich sind. Der Wunsch von Beschäftigten nach flexiblen Arbeitszeiten bedeutet vor allem, dass bei der Arbeitszeitorganisation ihre familiäre Verantwortung berücksichtigt wird und je nach Situation individuelle Modelle gefunden werden. Insbesondere bei Müttern ist der klassische Halbtagsjob weit verbreitet, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Solche Teilzeitstellen können aber zur Falle werden, wenn sie auf Dauer mit geringfügiger Stundenzahl ausgeübt werden und Nachteile beim Einkommen, im Karriereverlauf und in der Altersvorsorge mit sich bringen. Starre Modelle wie „Halbtags“ oder „Vollzeit von acht bis fünf“ widersprechen den Wünschen der meisten Mütter und Väter.

Befragungen zeigen, dass die große Mehrheit der vollzeiterwerbstätigen Eltern gerne etwas weniger und die teilzeiterwerbstätigen Elternteile gerne etwas mehr arbeiten wollen. Insgesamt ist nur ein gutes Drittel der berufstätigen Eltern zufrieden mit ihren Arbeitszeiten. 60 Prozent der Väter und 41 Prozent der Mütter möchten gerne weniger Wochenstunden arbeiten. Väter wollen dabei vor allem von ihren „überlangen Arbeitszeiten“ wegkommen. Wenn sie es sich aussuchen könnten, würden 53 Prozent der Väter 36 bis 40 Wochenstunden arbeiten, 19 Prozent wären an einem vollzeitnahen Teilzeitmodell mit 30 bis 35 Stunden interessiert. Umgekehrt wünschen sich von den teilzeitbeschäftigten Müttern 20 Prozent, ihre Arbeitszeit zu erhöhen.[2]

Auch Beschäftigte mit Pflegeaufgaben für ältere Angehörige sind auf flexible Arbeitszeiten angewiesen. 65 Prozent der Berufstätigen wollen ihre Angehörigen so weit wie möglich selbst betreuen, stoßen dabei aber häufig noch auf große Schwierigkeiten. Für 79 Prozent lassen sich Pflege und Beruf bisher nicht gut vereinbaren.[3] Flexible Arbeitszeitmodelle, zu denen auch flexible Pausenregelungen für Arztbesuche oder kurzfristige Freistellungsmöglichkeiten gehören, können in dieser Situation viel helfen.

[1] Quelle: Ravensburger Elternsurvey, 2010
[2] Quelle: IfD, 2010
[3] Quelle: IfD, 2010

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Leitsätze zur flexiblen und familienbewussten Arbeitszeitgestaltung

Im Rahmen der Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“ hat das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ zum Unternehmenstag 2012 acht Leitsätze für eine familienbewusste Arbeitszeitkultur veröffentlicht. Diese sind im Austausch mit zahlreichen Unternehmen entstanden und sollen als Orientierung und „Baukasten“ für eine moderen Arbeitszeitkultur dienen.

Die Leitsätze können Sie hier herunterladen.

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