Ralph Heinisch

Ralph Heinisch

Baden-Württemberg
Chief Executive Officer, Weleda AG und Botschafter für das Land Baden-Württemberg

"Ich bin davon überzeugt, dass Mitarbeitende ihr Bestes geben, wenn es ihnen gut geht. Familienbewusste Personalpolitik ist deshalb ein wichtiger Erfolgsfaktor im Unternehmen."

Fünf Fragen an Ralph Heinisch

„Mitarbeitende geben ihr Bestes, wenn es ihnen gut geht“

Welche familienfreundlichen Maßnahmen haben Sie in Ihrem Unternehmen zuletzt eingeführt – und warum?
Ralph Heinisch: Wir haben zuletzt ein Elternzeit-Programm und „Diagnosegespräche“ zur Sensibilisierung von Führungskräften für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie eingeführt. Für Mitarbeiter, die Angehörige pflegen, haben wir das Programm „We Care“ ins Leben gerufen. Die Betriebs-Kindertagesstätte wurde auch für Kinder ab einem Jahr geöffnet. Ferner haben wir die Arbeitszeit weiter flexibilisiert.

Warum praktizieren Sie in Ihrem Unternehmen eine familienbewusste Personalpolitik?
Heinisch: Mit den familienbewussten Maßnahmen versuchen wir dazu beizutragen, dass der Balanceakt zwischen Berufs-, Familien- und Privatleben gelingen kann. Denn ich bin davon überzeugt, dass Mitarbeitende ihr Bestes geben, wenn es ihnen gut geht. Familienbewusste Personalpolitik ist deshalb ein wichtiger Erfolgsfaktor im Unternehmen.

Welche Rolle kommt den Unternehmen in Deutschland zu, wenn es darum geht, unser Land familienfreundlicher zu machen?
Heinisch: Die Unternehmen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Denn die Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Lebenszeit in der Arbeitswelt. Aus diesem Grund bemühen wir uns, die Mitarbeitenden bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den verschiedenen Lebensphasen mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen. Wenn beide im Einklang sind, haben davon alle einen Vorteil.

Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf, damit sich Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren lassen?
Heinisch: Wir glauben, dass die Themen Flexibilisierung des Arbeitsorts, Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenbetreuung und die Gestaltung der Lebensarbeitszeit von großer Bedeutung sind. Deshalb versuchen wir hier, kreative und innovative Maßnahmen zu entwickeln. Wichtig ist auch der bundesweite Austausch zwischen den Unternehmen und mit den politischen Institutionen, um voneinander zu lernen.

Welches Erlebnis hat Sie im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf am stärksten beeindruckt?
Heinisch: Mich beeindruckt die allein erziehende junge Mutter, die sich um ihr Kind kümmert und gleichzeitig mit großem Engagement bei Weleda eine Ausbildung in Teilzeit absolviert.

 

Kurzvita

  • Jahrgang 1956
  • seit April 2012 Chief Executive Officer und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Weleda AG
  • 2009 bis 2012: Interimsvorstand bei der Frank plastic AG
  • 2007 bis 2009: Geschäftsführer Paracelsus-Krankenhaus Bad Liebenzell

Über die Weleda AG

  • Stammsitz: Arlesheim/Schweiz
  • Branche: Pharma/Naturkosmetik
  • Produkte/Dienstleistungen: Entwickler, Hersteller und Vertreiber von ganzheitlicher und natürlicher Naturkosmetik sowie Arzneimitteln der anthroposophischen Therapierichtung
  • Beschäftigte: 800 Beschäftigte (FTE) bei der Weleda Schwäbisch Gmünd
  • Familienfreundliche Maßnahmen: u.a. offene, familienfreundliche Unternehmenskultur, betriebseigene Waldorfkindertagesstätte für Kinder ab einem halben Jahr, Generationen-Netzwerk, Elternzeit-Programm, Eltern-Coaching, Baumpflanzaktion für jedes neugeborene Mitarbeiterkind
  • Mitgründung „Regionales Bündnis für Familie Ostwürttemberg e. V.“ 2004
  • Die Weleda AG wurde mit dem Innovationspreis beim Unternehmenswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2005“ ausgezeichnet
  • Das Generationen-Netzwerk der Weleda AG wurde 2010 mit dem Demografie Exzellenz Award des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU e.V.) ausgezeichnet.
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