Susann Breßlein

Dr. Susann Breßlein

Saarland
Geschäftsführerin, Klinikum Saarbrücken gGmbH, und Botschafterin für das Land Saarland

„Den größten Handlungsbedarf sehe ich beim Thema Kinderbetreuung“

Fünf Fragen an Dr. Susann Breßlein

Welche familienfreundlichen Maßnahmen haben Sie in Ihrem Unternehmen zuletzt eingeführt – und warum?
Dr. Susann Breßlein: Das Klinikum Saarbrücken hat bereits im Jahr 2001 flexible Arbeitszeiten mit „Stechuhr“, auch für den Pflegedienst eingeführt. Inzwischen gibt es rund 300 Arbeitszeitmodelle, die genutzt und ständig weiterentwickelt werden. Erstmals werden wir diesen Sommer gemeinsam mit anderen Unternehmen ein Ferienprogramm für Mitarbeiterkinder im Alter von drei bis zwölf Jahren anbieten.

Warum praktizieren Sie in Ihrem Unternehmen eine familienbewusste Personalpolitik?

Breßlein: Die Arbeitszeiten in Krankenhäusern sind aufgrund von Schicht- und Bereitschaftsdiensten typischerweise nicht familienfreundlich. Da sollte man als Arbeitgeber schon versuchen, an die Grenzen des betrieblich Machbaren zu gehen, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegen zu kommen. Unabhängig davon, dass eine Gesellschaft nur mit funktionierenden Familien eine Zukunft hat, möchten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deshalb während der verschiedenen Familienphasen dabei unterstützen, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Welche Rolle kommt den Unternehmen in Deutschland zu, wenn es darum geht, unser Land familienfreundlicher zu machen?
Breßlein: Eine entscheidende Rolle. Denn wenn es Vätern und Müttern nicht gelingt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, bleiben auch die Unternehmen auf der Strecke. Zwar sind sich immer mehr Unternehmen in Deutschland über diese Tatsache bewusst und investieren in familienfreundliche Angebote, doch es muss noch einiges passieren.

Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf, damit sich Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren lassen?
Breßlein: Den größten Handlungsbedarf sehe ich beim Thema Kinderbetreuung. Vor allem in den Zeiten, wenn  Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen haben, wie beispielsweise in den Ferienzeiten. Dann sollten Unternehmen ihren Beschäftigten andere Betreuungsangebote machen können.

Welches Erlebnis hat Sie im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf am stärksten beeindruckt?
Breßlein: Wenn der Anfang erst geschafft ist, macht es viel Spaß zu verfolgen, mit welcher Geschwindigkeit die Dinge um sich greifen.

Kurzvita

  • Jahrgang 1957
  • ledig, keine Kinder
  • ab April 1993 Geschäftsführerin der Klinikum Saarbrücken gGmbH und deren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften
  • 1984 bis 1993 Verwaltungsdirektorin des Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken, Pfalz
  • Stellvertretende Landesvorsitzende und zugleich Landessprecherin des Saarlands im Verband der Krankenhausdirektoren
  • Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft und Vorstandsmitglied der Deutschen Krankenhausgesellschaft


Über die Klinikum Saarbrücken gGmbH

  • Stammsitz: Saarbrücken
  • Branche: Gesundheits- und Sozialwirtschaft
  • Produkte/Dienstleistungen: Betrieb eines Krankenhauses, eines Alten- und Pflegeheimes, eines mobilen Pflegedienstes, einer Blutspendezentrale und einer Tochtergesellschaft, die Dienstleistungen erbringt wie Wäscherei, Küche, Reinigung, EDV und Einkauf.
  • Mitarbeiterzahl: 2050
  • Familienfreundliche Maßnahmen: u.a. Service- und Beratungsstelle in der Personalabteilung zu den Themen Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld, Teilzeitbeschäftigung, Wiedereinstieg nach der Familienpause, rund 300 verschiedene Arbeitszeitmodelle, unbezahlte Sonderurlaube, Unterstützung bei der Suche nach Kinderbetreuungseinrichtungen oder Tagesmüttern, Betreuungsangebote während der Ferienzeit, Zugang ins Intranet für Eltern in Elternzeit oder im Sonderurlaub mit Zugang zu allen Mitarbeiterinformationen und Weiterbildungsprogrammen.

Weitere Informationen: www.klinikum-saarbruecken.de

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