2. „Wir sind glaubwürdiger, wenn das Thema nicht nur aus einer Richtung kommt.“ -Kommunikationsanlässe beim TÜV SÜD

Frau Commeßmann, welche Maßnahmen der internen Kommunikation zum Thema Beruf und Familie gibt es in Ihrem Unternehmen?

Unser Hauptmedium ist eine Intranetseite zu „Beruf und Familie“, auf der wir alle Informationen zu diesem Thema bündeln. Wir informieren aber auch über die Mitarbeiterzeitschrift, per Mail oder am Infostand und Infobildschirm in Betriebskantine und Cafeteria. Hier ist die Erreichbarkeit einfach sehr hoch. Ich finde es wichtig, vorhandene Veranstaltungen oder Strukturen zu nutzen, um unsere Themen daran anzuknüpfen.

Zum Beispiel?

Es gibt schon seit einigen Jahren Gesundheitstage für unsere Beschäftigte, die wir nun als Plattform nutzen, um Leistungen des Familienservice vorzustellen. Die jährlichen Dialog-Veranstaltungen zwischen Beschäftigten und Vorstand waren ebenfalls Anlass, um über die Einführung der Konzerninitiative „Beruf und Familie“ zu informieren und zu diskutieren.

Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Wir finden es wichtig, dass die Kommunikation nicht nur von unserer Seite ausgeht, sondern auch von internen Kommunikationspartnern, wie etwa den Betriebsräten. Wir sind glaubwürdiger, wenn das Thema nicht nur aus einer Richtung kommt, sondern wenn es möglichst viele „Botschafter“ über verschiedene Hierarchieebenen transportieren.

Was waren Anlässe, zu denen Sie intern kommuniziert haben?

Das waren das audit berufundfamilie, die Kooperation mit dem pme Familienservice, unsere Programme zur Ferienbetreuung, die Seminare, ein Kinderbuch über die Arbeitswelt von Mama und Papa und natürlich die Konzernbetriebsvereinbarungen, insbesondere die zu „Beruf und Familie“, in der wir ein Begrüßungspaket für Neugeborene oder unser Commitment zu Arbeitszeitflexibilität und Homeoffice verabschiedet haben.

Was waren besonders gute Anlässe?

Die Bekanntmachung der Kooperation mit dem pme Familienservice und die Konzernbetriebsvereinbarung. Zum Start der Kooperation mit pme haben wir zum Beispiel einen kurzen Hinweis auf den Gehaltszettel drucken lassen, da schaut jeder drauf.

Warum waren diese Anlässe so gut?

Weil es um einen konkreten Nutzen für unsere Beschäftigten geht und die Information nicht nur für einen kleinen Teil der Belegschaft relevant ist. Bei finanziellen Leistungen wie dem angesprochenen Begrüßungspaket, das unter anderem einen Gutschein von Jako-O enthält, läuft die Kommunikation fast alleine.

Ermitteln Sie, inwieweit die Beschäftigten sich von dem Thema überhaupt angesprochen fühlten?

Wir beobachten natürlich die Teilnehmerzahlen zum Beispiel für die Ferienbetreuung oder Klickzahlen von unserer Intranetseite. Daraufhin hinterfragen wir unsere Maßnahmen und scheuen uns auch nicht, diejenigen wieder einzustellen, die nicht erfolgreich sind.

Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen zu Anlässen für die interne Kommunikation zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie geben?

Es ist immer wichtig, über das zu berichten, was auch tatsächlich vorhanden ist und den Mehrwert für die Beschäftigten herauszustellen. Außerdem habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Kommunikationskanäle unserer internen Partner zu nutzen und verschiedene Hierarchieebenen einzubinden.

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