Schwerpunkt

Im Jahr 2008 hat sich die ING-DiBa deshalb des Themas „Führungskräfte-Kommunikation“ strategisch angenommen. Denn die Bank war davon überzeugt: Eine gelungene interne Kommunikation ist nur möglich, wenn die leitenden Beschäftigten im Zentrum der Strategie stehen. „Wir haben den Ist-Zustand untersucht, Umfragen unter den Führungskräften gemacht und dann auf dieser Basis verschiedene Maßnahmen entwickelt. Um nicht wie im ‚Elfenbeinturm‘ zu sitzen, ist es wichtig, in die Abteilungen zu gehen und zu wissen, welche Themen die Mitarbeiter bewegen“, sagt Manolagas. Die Überzeugung, dass die Führungskräfte die entscheidende Rolle für die interne Kommunikation spielen, schlägt sich auch in den einzelnen Maßnahmen nieder. Das bedeutet konkret, dass Führungskräfte über Themen und Maßnahmen so früh wie möglich durch ausführliche E-Mails informiert werden. Daran schließt sich eine breite Mitarbeiterkommunikation an mit Artikeln im Intranet und im Mitarbeitermagazin sowie mit Info-Flyern und Plakaten. Aber auch mit Dialogformaten. In der Veranstaltung „CEO live“ können Beschäftigte ihre Fragen direkt an den Vorstand stellen. Im Intranet der ING-DiBa gibt es außerdem das regelmäßige Format „intern nachgefragt“: Dort können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Fragen an den Vorstand einsenden, die dieser dann per Videobotschaft beantwortet.

Führungskräfte als Vorbilder

Denn gerade wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht, wirken die direkten Vorgesetzten als wichtige Vorbilder. Etwa wenn sie Teilzeit-Lösungen selbst nutzen oder offen mit den Beschäftigten über das Thema sprechen. Wenn auch der Chef hin und wieder früher geht, um seine Kinder abzuholen, ist das ein sehr wirkungsvolles Signal. Zudem sind Führungskräfte die ersten Ansprechpartner für die meisten Themen. „Wenn die leitenden Mitarbeiter die Kultur und Philosophie des Unternehmens nicht leben, hilft Ihnen auch die beste Strategie nicht.“ Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt in Eliza Manolagas täglicher Arbeit eine wichtige Rolle. Die interne Kommunikation organisiert beispielsweise Veranstaltungen mit Vorständen zum Thema Work-Life-Balance. „Die Beschäftigten fragen dann: Wie sieht es aus mit der Vereinbarkeit? Welche neuen Maßnahmen sind geplant?“, sagt Manolagas. Seit zwei Jahren gebe es außerdem einen „Diversity Council“, der sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt und gemeinsam mit der Personalabteilung Lösungsvorschläge erarbeitet. Die kommunikativen Maßnahmen, die Manolagas und ihr Ressort zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ergreifen, hängen eng mit Initiativen der Personalabteilung zusammen. Der Fokus lag hier in den vergangenen Jahren darauf, mehr betrieblich geförderte Kinderbetreuung anzubieten, bessere finanzielle Unterstützung für Kinderbetreuung sicherzustellen und mehr Teilzeit-Lösungen zu ermöglichen.

Geduld haben und Vertrauen erarbeiten

Damit Maßnahmen beispielsweise zu Beruf und Familie gut ankommen und die interne Kommunikation sie gut vermitteln kann, müssen diese glaubhaft zur Philosophie und Kultur des Unternehmens passen. Das zu berücksichtigen gehört ebenso zu einer guten Kommunikationsstrategie. Wenn ein Unternehmen jahrelang in diesem Bereich untätig war und die Beschäftigten das Gefühl haben, es gibt eine Maßnahme nur, um sich damit gut darzustellen, geht auch die interne Kommunikation dazu nach hinten los. Ganz trivial ist es jedoch nicht, eine solche Strategie umzusetzen. „Sie können sich natürlich immer vornehmen, beratend tätig zu sein oder Dialoge anzuregen. Wenn Ihnen dann aber niemand zuhört, sitzen Sie als interne Kommunikation alleine in Ihrem Kämmerchen“, sagt Manolagas. Man brauche deshalb Geduld, müsse sich sukzessive Vertrauen erarbeiten und viele Netzwerke im Unternehmen aufbauen.

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