Merz Pharma KGaA: Führungskräfte sind auch untereinander Vorbild

Eines dieser Instrumente ist das Mitarbeitergespräch, in dem das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Merz neuerdings fest verankert ist. „Unsere Führungskräfte bekommen vermittelt, dass Beschäftigte nicht ausschließlich an Ziel- und Leistungsparametern gemessen, sondern auch als ganzheitliche Menschen wahrgenommen werden sollen, und dies soll auch Gesprächsthema sein“, so Koch. Und nicht nur das: „Sie sitzen natürlich auch auf der anderen Seite, wenn sie ihr eigenes Mitarbeitergespräch mit ihrem Vorgesetzen führen, das wir ebenfalls um diese Komponente erweitert haben.“ So können Führungskräfte das Thema in beide Richtungen kommunizieren: einmal in ihrer Rolle als Vorgesetzte mit der Fürsorgepflicht ihrem Team gegenüber, aber auch in der Rolle des Betroffenen. Vorbilder sind Führungskräfte schon allein durch ihre höhere Sichtbarkeit im Unternehmen. „Idealerweise lebt die Führungskraft Vereinbarkeit von Beruf und Familie, indem sie auf sich selbst achtet, denn sie gibt kein gutes Vorbild ab, wenn sie jeden Tag drei Stunden länger arbeitet und dies auch von ihrem Team erwartet“, sagt Koch. Aber nicht nur den Beschäftigten gegenüber hat eine Führungskraft Koch zufolge Vorbildfunktion. „Man lernt über sogenannte Peergroups und eine Peergroup der Führungskräfte sind die anderen Führungskräfte.“ Das heißt: Sie sind auch untereinander wichtige Vorbilder. „Wenn einer die Initiative ergreift, ziehen die anderen vielleicht mit.“ Um Führungskräfte in das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie einzubinden, hat Koch eine ganze Reihe von Tipps: „Man braucht immer Verbündete. Holen Sie neben dem Topmanagement beispielsweise den Betriebsrat auf Ihre Seite, der dazu ebenfalls sehr gut als Motor wirken kann.“ Eine andere Möglichkeit: „Bringen Sie das audit berufundfamilie oder bestehende Unternehmensnetzwerke ins Spiel. Ich habe bei Merz den UnternehmensCheck von ‚Erfolgsfaktor Familie‘ angeregt. Das Unternehmen schafft sich selbst gegenüber eine Verpflichtung, auch wirklich gut sein zu wollen, man muss dann intern nicht mehr so viel argumentieren.“

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