Otto GmbH & Co KG: Führungskräfte müssen Vereinbarkeit vorleben!

Um das Thema vertreten zu können, sei es wichtig, dass Führungskräfte selbst regelmäßig Informations- und Fortbildungsveranstaltungen besuchen, meint die 45-Jährige. „Elder Care“ ist hier ein aktuelles Thema oder auch „Gesundheitsgerechtes Führen“, das die gesamtgesellschaftliche Entwicklung einer steigenden psychischen Belastung aufgreift. Die Formate sind darauf zugeschnitten, Führungskräfte auf ihre Rolle als Multiplikatoren und Promotoren der Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorzubereiten. „Unsere Führungskräfte sollten in der Lage sein, bei Anfragen oder Problemen schnell Angebote zu machen, und dafür müssen sie wissen, was es gibt.“ Um das Thema auch systematisch anzugehen, erstellt das E-Commerce-Unternehmen jährlich einen Gesundheitsindex auf der Grundlage einer Beschäftigtenbefragung, die auch wichtige Aspekte der Vereinbarkeit von Beruf und Familie umfasst. „Wir besprechen dann gemeinsam mit den Führungskräften die Ergebnisse, erarbeiten daraus den Handlungsbedarf und leiten konkrete Maßnahmen ab.“ Ergänzend dazu können Führungskräfte über das Intranet das Handbuch „Gesund und leistungsstark“ abrufen, das ihnen noch einmal Orientierung zum Umgang mit den Ergebnissen gibt. „Die interne Kommunikation der Vereinbarkeit von Beruf und Familie läuft also in beide Richtungen: Wir spielen das Thema unter anderem über die Führungskräfte in die Teams, bekommen von dort Rückmeldung auch über die Fragebögen zum Gesundheitsindex, nehmen die Ergebnisse auf und verfolgen das Thema weiter“, erklärt Josch, die früher Pressesprecherin der Otto Group war und diplomierte Psychologin ist. „Wir stellen fest, dass die Themen ‚Vereinbarkeit von Beruf und Familie‘ und ‚Gesundheit‘ sich immer stärker überschneiden und damit in ihrer Handhabung in Unternehmen zusammenwachsen“, so Josch weiter. „Um die Führungskräfte auf meine Seite zu ziehen, sind für mich persönliche Kontakte ins Unternehmen hinein und Gespräche wichtig. Wir versuchen, Anker zu setzen, indem wir Seminare auch über das Intranet bekannt machen, und beraten bei Stellenbesetzungen dahingehend, dass Stellen, die sich dafür eignen, in Teilzeit mit Müttern oder Vätern besetzt werden“, fasst Josch ihre Strategie zusammen.

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