Vereinbarkeit 2.0 - Vertrauen durch Regeln (Teil 2)

Liebe Leserinnen und Leser,

beim mobilen Arbeiten geht es in erster Linie ums Vertrauen! So könnte man Ihre Beiträge zur ersten Diskussionsrunde unseres „Forum Mobiles Arbeiten“ auf den Punkt bringen. Ihre Antworten – für die wir uns herzlich bedanken – zeigen deutlich, dass mobiles Arbeiten ohne Vertrauen nicht funktioniert. Aber auch, dass das (hohe) Vereinbarkeitspotenzial, das im mobilen Arbeiten steckt, nicht ohne Weiteres zu haben ist. Hier unsere drei Thesen, in denen wir versucht haben, Ihre Beiträge zusammenzufassen:

Mobiles Arbeiten ist ein wichtiger Baustein für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, denn es ermöglicht die Flexibilität, in unterschiedlichen Zeitfenstern zu arbeiten, sei es, konzentrierte Arbeitsblöcke einzuplanen oder familiäre Angelegenheiten zu erledigen. Dies unterstützt eine höhere Effektivität im Alltag.

Mobiles Arbeiten erfordert, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten vertrauen. Dafür müssen Arbeitnehmer aber mehr Verantwortung übernehmen und sichtbar machen, dass sie

  • mobile Arbeitszeit nicht zweckentfremden
  • mit betriebsinternen Daten verantwortungsvoll umgehen
  • Selbstdisziplin und Eigenmotivation aufbringen
  • Arbeitswege sinnvoll nutzen
  • Arbeit und Privatleben trennen und sich so selbst vor einer zu starken Inanspruchnahme schützen
  • trotz der Abwesenheit vom Büro Sichtbarkeit für die eigene Arbeit erzeugen

Damit Vertrauen in die mobile Arbeit leichter entsteht, können unter anderem verlässliche Regeln und Kommunikation dabei helfen,

  • in erforderlichem Umfang Selbstverantwortung zu übernehmen
  • wichtige Unterlagen zur Hand zu haben
  • regelmäßigen Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen zu pflegen
  • die Karriere stringent zu verfolgen
  • die technischen Herausforderungen zu meistern

Auch Dr. Werner Eichhorst vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat sich im Interview zum mobilen Arbeiten über den (vermeintlichen) Widerspruch Vertrauen versus Aufstellen von Regeln geäußert. Ein starkes Plädoyer für Vertrauenskultur finden Sie schließlich in unserem Praxisbeispiel über die INOSOFT AG.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre Sofie Geisel


Mobiles Arbeiten

Gestaltung der mobilen Arbeit auf Abteilungsebene

Ein Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist wünschenswert, die genaue Gestaltung Aushandlungssache auf Unternehmens- oder Abteilungsebene. Werner Eichhorst vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit sieht allerdings mehr Regeln zur Bestimmung von Arbeitsprozessen und mehr Kontrolle kommen.

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Mobiles Arbeiten

Mobiles Arbeiten hilft bei den täglichen Herausforderungen

Karin Batz, Mitgründerin des IT-Dienstleisters INOSOFT AG, positioniert sich klar gegen das Aufstellen von Regeln für mobiles Arbeiten. Dafür weist sie ihren Beschäftigten eine höhere Verantwortung in der Selbstorganisation zu. In ihren Augen hilft mobiles Arbeiten dabei, die täglichen Herausforderungen mit Kind und Job zu meistern.

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