Unternehmensbeispiel: „Zufriedenheit strahlt nach außen und multipliziert sich weiter“

„In der Vergangenheit haben viele Unternehmen gar nicht gezielt eine Marke gebildet, sondern Themen beschrieben, die ihrer Bewerberzielgruppe wichtig waren. Daraus hat sich dann langsam und fast unmerklich die Marke entwickelt,“ sagt Martina Brokbals. Sie ist Teamleiterin Employer Branding bei der BARMER GEK und vertritt damit ein Unternehmen, das seinen Blick bei Neueinstellungen aktuell vor allem auf potenzielle Auszubildende richtet. Denn: „Im Vergleich zu früheren Jahren haben wir momentan einen eher geringen Bedarf an Neueinstellungen. Qualifizierten Berufsnachwuchs zu gewinnen ist für unser Unternehmen aber nach wie vor wichtig – schon allein, um eine gute Mischung in der Belegschaft zu gewährleisten“, sagt Brokbals.

„Wir positionieren uns als Arbeitgeber deshalb nicht schwerpunktmäßig über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Erstens wird das Thema von vielen Arbeitgebern belegt und bietet daher keine Möglichkeit, sich abzugrenzen. Zweitens fühlen sich nicht alle Zielgruppen gleichermaßen von Vereinbarkeitsthemen angesprochen“, erklärt die 48-Jährige. Empfehlenswert sei daher eine zielgruppenspezifische Kommunikation. Das bedeutet, Erkenntnisse aus neuen Erhebungen und Bewerbungsgesprächen über die Wünsche und Ziele der potenziellen Auszubildenden konkret anzuwenden. „Wir beschreiben die Arbeitgeberleistungen, die in diese Bedürfniswelt passen. Beispielsweise haben wir über 100 verschiedene Teilzeitmodelle, und ein Drittel unserer Beschäftigten arbeitet in Teilzeit.“

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist beispielsweise für Berufserfahrene ein Thema. „Selbstverständlich sind wir wettbewerbsfähig, was unsere Angebote dazu angeht, aber wir kommunizieren sie dosiert und gezielt, und wenn ich sie kommuniziere, dann verknüpfe ich sie mit Themen, die die Zielgruppe interessieren.“ Die Vereinbarkeitsangebote bei der Barmer GEK decken den klassischen Kanon ab und reichen von einem sehr flexiblen Arbeitszeitmodell über Eltern-Kind-Arbeitszimmer, Patenschaftsmodelle für Beschäftigte in Elternzeit bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Zu Letzterem überträgt das Unternehmen derzeit die in einem Pilotprojekt getesteten Leistungen auf das Gesamtunternehmen. „Unsere Maßnahmen zur Vereinbarkeit entwickeln wir kontinuierlich bedarfsgerecht und möglichst ganzheitlich weiter. Das können wir durch das audit berufundfamilie belegen – ein Zertifikat, das wir seit Jahren erhalten. Das audit-Logo platzieren wir gezielt auf Stellenanzeigen, um zu signalisieren, dass es bei uns eine sehr gute Vereinbarkeit gibt“, so Brokbals. „Bei uns herrscht eine unterdurchschnittliche Fluktuation“, sagt die Frau, die seit 1984 im Unternehmen ist und ihre Berufstätigkeit selbst für ein Studium eine Zeit lang reduziert hat. „Oft kommen neue Beschäftigte durch Empfehlungen ins Unternehmen, was eine schöne Bestätigung für uns ist, denn so strahlt eine gewisse Zufriedenheit nach außen und multipliziert sich weiter.“

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