Unternehmensbeispiel und Instrumente: Netzwerken und um die Ecke denken

Beim Personalmarketing um die Ecke denken!

Von den 60 Beschäftigten, die Martin Gaedt als Begründer und Geschäftsführer von Younect in den vergangenen sieben Jahren eingestellt hat, kam nur einer über eine Stellenanzeige. Den Rest der Kolleginnen und Kollegen fand das Berliner Startup-Unternehmen über "netzwerkbasiertes Empfehlungsrecruiting". Das etwas komplizierte Wortgebilde beschreibt nicht nur das Produkt des Unternehmens - eine Software, mit der sich Unternehmen gegenseitig gute Bewerberinnen und Bewerber weiterempfehlen können - sondern auch Gaedts persönliche Personalmarketingstrategie: Sorgfältigste Netzwerkpflege und "um die Ecke denken".

Bei der Suche nach Programmierern und Marketingspezialisten kommen so durchaus auch familienbewusste Arrangements zustande. 2008 suchte er zum Beispiele über XING einen "Instructional Designer“. „Zu der Zeit gab's in Deutschland davon ungefähr 30", erinnert sich Gaedt. Darauf meldete sich eine Mutter mit kleinem Kind aus Frankfurt und man vereinbarte eine individuelle Arbeitszeitlösung mit Home Office. XING spielt für das Personalmarketing des Startup-Unternehmens auch sonst eine wichtige Rolle: "Ich habe rund 2000 XING-Kontakte, über die wir regelmäßig Empfehlungen für Bewerber bekommen und natürlich geben wir auch Kontakte weiter, zum Beispiel, wenn wir Leute nicht einstellen können." Gaedt empfiehlt auch eigene Beschäftigte, die sich verändern wollen. "Bei uns arbeiten Menschen zwischen 25 und 35 Jahren. Für die ist berufliche Mobilität normal. Warum sollte ich solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht anderen Unternehmen weiterempfehlen, die mir dann ein andermal einen Tipp geben", so Gaedt. Um die Ecke denken bedeutet für Gaedt aber noch mehr: "Es gibt immer mehr Dual-Career-Paare. Wenn die sich räumlich verändern, kommt huckepack eine Fachkraft mehr in eine Region als auf den ersten Blick sichtbar!"

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