Das eigene Arbeitgeberimage „messen“

Liebe Leserinnen und Leser,

machen Sie ein kurzes Gedankenexperiment mit uns? Prima! Stellen Sie sich für einen Moment zwei Dutzend Bewerberinnen und Bewerber vor, deren Bewerbungsunterlagen Sie gerne auf dem Tisch hätten. Welche Durchschnittsnote würden die wohl vergeben, wenn sie Ihr Unternehmen benoten würden? So von außen gesehen - anhand der Website und der anderen Instrumente, die Sie beim Bewerbermarketing nutzen. Und: Würden sie ihrem Unternehmen wohl auch eine Note im Bereich Beruf und Familie vergeben können, vielleicht sogar eine gute? Wie Unternehmen auf Bewerber wirken - wie attraktiv, interessant und familienbewusst - muss keineswegs ein unergründliches Geheimnis sein. Auch nicht unbedingt eine extrem teure Angelegenheit, die sich nur große Unternehmen leisten können und sollen. Ganz im Gegenteil! Wie Unternehmen ihr Image und ihre Attraktivität besser einschätzen und sogar messen können ist daher Thema der Oktoberausgabe unseres Forum Personalmarketing. Lesen Sie, wie gerade mittelständische Unternehmen mehr über Ihre Außenwirkung bei Bewerberinnen und Bewerbern erfahren - und dabei eben auch ermitteln können, wie gut ihr Engagement für Beruf und Familie "rüberkommt".

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre Sofie Geisel


Personalmarketing

Das Arbeitgeberimage zu untersuchen, ja sogar zu messen, ist gar nicht so aufwendig. Wie dies insbesondere auch für kleinere Unternehmen möglich ist, erklärt Marco Haferburg vom Marktforschungsinstitut YouGov. Sein Rat: Führen Sie mit kleinen und nach dem von Ihnen gewünschten Bewerberprofil zusammengesetzten Gruppen Interviews. Wichtig dabei: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zum Beispiel Young Professionals, sollten sich so vorbereiten, als würden sie sich bei Ihrem Unternehmen bewerben.

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Personalmarketing

Im Spiegel derselbe?

Wie ein Unternehmen sein Image als familienfreundlicher Arbeitgeber misst und die Ergebnisse als Bestätigung und als Korrektiv nutzen kann, darüber berichtet Julia Goltz von Phoenix Contact. Sie gibt Einblicke in die Instrumente, die das Unterhemen dafür verwendet, und erzählt, was ihr dabei als „Kompass“ dient. Lesen Sie außerdem die Checkliste, wie Sie Ihr Image als familienbewusster Arbeitgeber wirksam nutzen können.

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Das Image und der Blick in den Spiegel

Das Image und der Blick in den Spiegel

Checkliste: Wie Sie Ihr Image als familienbewusster Arbeitgeber wirksam machen

Vergessen Sie nicht, auf den „klassischen“ Kanälen über Ihr Engagement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu kommunizieren!

Denken Sie beim Personalmarketing mit familienbewusster Unternehmensführung ans Selbstverständliche:

  • Logo vom audit oder anderen Zertifikaten bei Stellenanzeigen in Print und online
  • Reiter zu Beruf und Familie auf der Karrierewebsite
  • Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Informationsbroschüren über das Unternehmen Denken  
  • Hinweis auf entsprechende Angebote beim persönlichen Gespräch auf Job- und Karrieremessen. 

Bei der Visualisierung auf die Vielfalt von Familienbildern achten

Denken Sie an eine ausgewogene Bildsprache, die einen realistischen Blick in Ihr Unternehmen gestattet. Und: Echte Menschen machen Bilder echt! Vermeiden Sie Stockfotos und Bilder mit Models. Vermeiden Sie Klischees, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Beispiel auf die Abbildung junger Mütter mit Kleinkindern reduzieren.

Sprechen Sie Zielgruppen je nach Bedürfnissen an

Fragen Sie potenzielle Bewerber nach ihren Erwartungen und Bedürfnissen. Dafür eignen sich beispielsweise Fragebögen bei Veranstaltungen an Hochschulen oder Jobmessen, oder Sie suchen die Unterstützung eines Marktforschungsinstituts. Und unterscheiden Sie nach Rollen: Es macht einen Unterschied, ob Sie mit Berufseinsteigern (Work-Life-Balance), Eltern (Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten, Teilzeitregelungen) oder mit erfahrenen Beschäftigten (möglicherweise pflegebedürftige Angehörige) sprechen.

Beim Formulieren von Anforderungen für Ausschreibungen und Stellenanzeigen Elternkompetenzen mitdenken

Haben Sie den Mut, die Fähigkeiten, die besonders Eltern auszeichnen, auch offen für Ihr Unternehmen zu nutzen: Organisationstalent, Stressresistenz und Multitasking – hier haben viele Eltern reichlich Erfahrungen. Nicht vergessen: Leute, die erfolgreich ein „kleines Familienunternehmen“ führen, sind oft besonders wertvoll.

Testimonials der Beschäftigten über gelungene Vereinbarkeit von Beruf und Familie nutzen

Die Stimme Ihrer Beschäftigten ist Ihre Stimme! Nutzen Sie positive Erfahrungen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter z. B. als Zitate auf der Website oder in einem Unternehmensblog. Allerdings: Ein Blog muss gut vorbereitet werden. Achten Sie beispielsweise darauf, dass Sie eine zu Ihrem Unternehmen passende Sprache und eine zum Corporate Design passende grafische Darstellung verwenden. Lassen Sie den Beschäftigten, die dort schreiben möchten, ein so hohes Maß an Freiheit wie möglich. Dadurch wird ein Text glaubhaft.

Soziale Netzwerke erzeugen Nähe, Vertrauen und Glaubwürdigkeit

In sozialen Netzwerken können Sie unmittelbar und persönlich über Ihre Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommunizieren. Sie bekommen Rückmeldungen, auch Kritik, und Sie stellen Nähe zu Ihrem Gegenüber her. So bildet sich eine Community. Erklären Sie zum Beispiel eine schlechte Bewertung auf Kununu, und wenden Sie den Vorwurf ab, Sie würden zur Vereinbarkeit mehr reden als tun. Überraschen Sie die Kritiker dadurch, dass Sie sie ernst nehmen!

Instrumente des Personalmarketing

Instrumente des Personalmarketing

In dieser Rubrik des „Forums Personalmarketing“ möchten wir Ihnen zusätzlich zu den Experteninterviews und Unternehmensbeispielen einen Überblick über die wichtigsten Instrumente des Personalmarketings vorstellen: Welche Kanäle kommen zum Einsatz, und wie kann man wo Familienfreundlichkeit platzieren?

Teil 6

Das eigene Image messen

Messen Sie das eigene Image auch als kleines oder mittleres Unternehmen, und blicken Sie dabei über den Tellerrand. Beschäftigtenbefragungen sind ein guter Einstieg, aber Ihr Arbeitgeberimage sollten Sie auch auf dem Markt „gegenchecken“. Was denken Studierende oder auch ältere, hoch qualifizierte potenzielle Beschäftigte über Sie? Qualitative Befragungen kleiner, auf Ihr Unternehmen vorbereiteter Gruppen aus Studierenden oder Berufserfahrenen – sogenannter Fokusgruppen – eignen sich dafür sehr gut. 

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