Liebe Leserinnen und Leser,

bei unserem Schwerpunktthema „Vereinbarkeitsbewusste Unternehmenskultur“ stoßen wir bei Recherchen immer wieder auf den Begriff der Achtsamkeit. Deshalb möchten wir in dieser Ausgabe des Forums der Frage nachgehen, welchen Zusammenhang es zwischen Achtsamkeit in Unternehmen und einer gelingenden Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt und welchen Einfluss eine achtsame Führungskultur darauf hat. Wenn Sie „Achtsamkeit“ googeln, dann erscheinen über fünfeinhalb Millionen Einträge. Verwenden Sie den englischen Begriff „mindfulness“, dann sind es mehr als 62 Millionen. Versuchen Sie es mit „Achtsamkeit und Führen“, dann bekommen Sie immer noch gut eine halbe Million Treffer. Ist Achtsamkeit ein Trend, mit dem auch kleine und mittlere Betriebe sich befassen sollten?

Wir haben immer wieder festgestellt, dass besonders die mittelständischen Unternehmen mit kleiner Belegschaft sehr viel für ihre Beschäftigten tun, ohne ihren Angeboten einen irgendwie klangvollen Namen zu geben. Achtsamkeit ist ohne Zweifel ein Trend, dem eher die Großen anhängen. Aber: Die KMU setzen ganz sicher vieles davon um. Wir haben den Praxistest gemacht und Tina Sarmann, die Personalleiterin der Firma Elektro Rosin mit 49 vorwiegend männlichen Beschäftigten, diese Ausgabe vorab lesen lassen. Sie erkannte vieles aus ihrem Betrieb wieder und nahm Anregungen auf. Geben auch Sie uns Rückmeldung, liebe Leserinnen und Leser. Melden Sie sich bei uns mit Ihren „Achtsamkeitsgeschichten“. Thesen, Erfahrungsberichte und erste wissenschaftliche Erkenntnisse finden Sie in diesem Forum zum Schwerpunkt „Achtsamkeit und Führen“. Lesen Sie die Interviews mit Helmut Lind, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank München, und mit der Achtsamkeitstrainerin Liane Stephan. Im Praxisbeispiel erhalten Sie Einblicke in den Achtsamkeitsalltag der Hotelkette Upstalsboom.

Viel Freude und Inspiration beim Lesen wünschen
Kirsten Frohnert, Projektleiterin und Larissa Roy-Chowdhury, Referentin


Helmut Lind, Sparda-Bank München

„Es geht um die Frage, wie Menschen zusammenarbeiten“

Helmut Lind geht es nicht um Maßnahmen und um Quantitäten, die Erfolgsbilanzen ausmachen. Es geht um die Frage, wie Menschen überhaupt zusammenarbeiten. Nur funktionieren zu müssen, das Menschsein im Beruf und im Privaten zu trennen, hält er für geradezu absurd. Für den Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank München heißt das: Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht die Rendite. Dass man auch mit diesem Weg erfolgreich sein kann, lesen Sie im Interview mit ihm.

Auch Liane Stephan befasst sich professionell mit Achtsamkeit. Sie ist Geschäftsführerin der Kalapa Academy, Bergisch Gladbach. Nach jahrelangen Erfahrungen im Achtsamkeitstraining ist sie überzeugt: Achtsamkeit hält Geist, Emotion und Körper zusammen und führt zu einer höheren Präsenz im Alltag. Und: Mehr Bewusstsein für das, was Beschäftigte tun, führt zu einem klareren Blick und damit zu mehr Erfolg. Das erleichtert auch Eltern ihren Vereinbarkeitsalltag. 

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Robert Jabin, Upstalsboom

Der Upstalsboom-Weg

Eine Beschäftigtenbefragung, deren Ergebnis absolut niederschmetternd war, veranlasste den Inhaber des Ferienanbieters Upstalsboom, Bodo Janssen, eine ganze Reihe von Reformen anzuschieben. Heute leistet sich das Unternehmen einen Corporate-Happiness-Trainer. Lesen Sie, wie Robert Jabin seinen Job versteht, welche Teilhabe an Reformen den Beschäftigten zukommt und wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie selbstverständlich ein Teil von Achtsamkeit wird. 

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Tina Sarmann, Elektro Rosin

Der Praxistest

Den Praxistest in Bezug auf die Geschichten zum Thema „Achtsamkeit“ hat Tina Sarmann gemacht. Sie leitet bei Elektro Rosin mit 49 vorwiegend männlichen Beschäftigten die Personalabteilung. Ihr Fazit: Vieles am Konzept von Achtsamkeit kommt ihr bekannt vor, aber sie – stellvertretend für viele kleine mittelständische Betriebe – nennt es anders.

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Checkliste

Tipps

Wenn Sie sich als vereinbarkeits- und familienorientiertes Unternehmen präsentieren möchten und das Thema "Achtsamkeit" Ihr Interesse geweckt hat, dann haben wir als Ergänzung zu den Interviews noch einige weiterführende Informationen für Sie ...

Schon gewusst?

Anzahl der betreuten Kinder im Alter von unter drei Jahren
2006: 286.017
2016: 719.558
Das ist ein Plus von 152 Prozent.

 

 

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