Bonusmonate finden großen Anklang

„Ich bin froh, dass ich eine Gleichstellungsbeauftragte und keine Frauenbeauftragte bin“, sagt Sabine Kittner-Schürmann, seit 2004 in dieser Funktion bei der HSH Nordbank tätig. Sie hat von Anfang an auch die Väter in den Blick genommen und ihnen aktiv Instrumente zur Vereinbarkeit angeboten. Ein guter Hebel für diesen Ansatz ist für Kittner-Schürmann nun auch das ElterngeldPlus.

Sie betreibt eine Intranetseite für Eltern, auf der auch das ElterngeldPlus ein Thema ist. Zudem versendet sie wöchentlich E-Mails mit allen Neuigkeiten an alle Beschäftigten in Elternzeit zu Hause. Aber auch vor Ort und individuell gibt es Beratung: Kittner-Schürmann informiert die Belegschaft einmal pro Halbjahr in einer Informationsveranstaltung um die Mittagszeit, die auch offen für die jeweiligen Partnerinnen und Partner ist, und bietet zusätzlich Paarberatung. „Ich stelle fest, dass die meisten Paare schon recht gut vorbereitet in die Beratung kommen“, sagt Kittner-Schürmann. Wichtig sei, dass die Paare untereinander die Frage klärten, wer wie lange und mit welcher Form des Elterngeldbezugs zu Hause bleibt. Wer offen für das ElterngeldPlus sei, käme zumeist mit der Frage, wie lange man sinnvollerweise ganz zu Hause bliebt, wie viel früher als beim Basiselterngeld man wieder in wie hoher Teilzeit einsteigen sollte und was dies rechnerisch bedeutet. „Manchmal beobachte ich, dass Väter gerne etwas länger als nur zwei Monate zu Hause blieben, die Mütter aber die gesamte Zeit für sich beanspruchen“, berichtet Kittner-Schürmann. „Dann berate ich etwas ausführlicher zum ElterngeldPlus, denn hier lässt sich ja der Zeitraum, in dem beide mehr Zeit fürs Kind haben, ausdehnen.“

Insgesamt registriert Kittner-Schürmann eine positive Wirkung ihrer Beratung: „Großen Anklang beim ElterngeldPlus finden die Bonusmonate“, sagt sie. Unter finanziellen Gesichtspunkten lohnten sie sich zwar für die wenigsten Väter in der Bank. Viele fänden aber die Bonusmonate interessant, weil sie vier Monate in Teilzeit arbeiten könnten und gemeinsam mit ihrer Partnerin Zeit für ihr Kind hätten. „Ich erinnere mich an ein Paar, bei dem beide in hoher Teilzeit wieder einsteigen wollten. Die Bonusmonate haben genau in ihr persönliches Konzept gepasst.“ Inzwischen kommen genauso viele Väter wie Mütter in ihre Beratung. Dafür sorgen seit 2007 auch erfahrene Väter, die jungen Kollegen, wenn sie Väter werden, eine Beratung bei der Gleichstellungsbeauftragten empfehlen. 

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