Checkliste Arbeitszeiten, Homeoffice und mobiles Arbeiten 

Der IT-Verband Bitkom spricht von 67 Prozent aller Erwerbstätigen, die für ihre tägliche Arbeit Smartphones oder Handys nutzen, und von immerhin 45 Prozent, die zumindest gelegentlich von zu Hause aus arbeiten. Besonders für Väter ist das mobile Arbeiten ein guter Einstieg in die Arbeitszeitflexibilisierung, die sich Väter immer mehr wünschen, um ihre Partnerin bei dem Wiedereinstieg gut zu unterstützen und um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben.

Zahlen und Fakten zum Thema mobiles Arbeiten und Väter:

  • Laut Bitkom ist für 86 Prozent derjenigen, die ab und zu von zu Hause aus arbeiten, bessere Vereinbarkeit der wichtigste Grund fürs Homeoffice.
  •  Ein beträchtlicher Teil der Eltern wünscht sich der Allensbach-Studie „Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf“ zufolge (vgl. S. 50) eine gleiche Verteilung der Berufsarbeit. Wenn sie auf nichts Rücksicht nehmen müssten, würden bei insgesamt 47 Prozent der Eltern beide annähernd gleich lange im Beruf arbeiten.
  • Laut einer Studie des Bundesverbandes der Personalmanager besteht für 92 Prozent der Führungskräfte ein Bedarf an mobilem Arbeiten, den nur 52 Prozent realisieren können.
  • 4,5 Stunden sparen Eltern jede Woche, die von zu Hause aus arbeiten (Quelle: IfD Allensbach (2015) – Zu Hause arbeiten, S. 21).
  • 61 % der Mütter und Väter wünschen sich Möglichkeiten, zeitweise von zu Hause aus zu arbeiten (Quelle: Allensbacher Archiv, zweite Akzeptanzanalyse, Auszug).
  • 61 % sagen, die Möglichkeit, dass man zu Hause arbeiten kann, zeichne einen familienfreundlichen Betrieb aus.

Argumente für mehr Ergebnisorientierung:

  • Auch die Eignung der Beschäftigten spielt eine wichtige Rolle – Selbstorganisation und -motivation sind unerlässlich. Erarbeiten Sie Kriterien, die für Ihr Unternehmen gelten, und bilden Sie Ihre Führungskräfte fort.
  • Um Neiddebatten zu verhindern, sollten alle Mitarbeitergruppen (nicht nur Eltern) gelegentlich im Homeoffice arbeiten können.
  • Eine wichtige Voraussetzung für eine Ergebnisorientierung ist eine Vertrauenskultur, bei der Kollegen und Vorgesetzte realisieren, dass sofortige Antworten auf Anfragen nicht immer möglich oder notwendig sind. Eine gute Möglichkeit, eine Vertrauenskultur aufzubauen, ist die Einführung von „Homeoffice auf Probe“, wobei beide Parteien befristet schauen können, ob Ziele weiterhin erreicht werden.
  • Wenn Sie Ihre Führungskräfte von mobilem Arbeiten überzeugen möchten, listen Sie die Vorteile auf, wie eine höhere Zeitsouveränität, das Wegfallen langer Anfahrtswege und die Möglichkeit, selbstbestimmt berufliche und private Aufgaben abwechselnd zu erledigen und zur Not auch einmal kranke Kinder nebenher zu betreuen. 
  • Mit dem mobilen Arbeiten steigern Sie im Unternehmen die Eigenverantwortung, eine stärkere Ergebnisorientierung und damit die persönliche Freiheit, wodurch der Druck sinkt und die Kolleginnen und Kollegen entspannter und gleichzeitig motivierter sind. Das wird auf Dauer den Krankenstand senken.
  • Arbeitszeitflexibilisierung ist auch für Schichtbetriebe realisierbar. Software-basierte Lösungen zur Erstellung von Schichtplänen erlauben Beschäftigten eine höhere Selbstverantwortung in der Einsatzplanung. Sie sind auch für kleine und mittlere Unternehmen absolut erschwinglich.

Tipps für die Einführung von mobilem Arbeiten:

  • Haben Sie die bereits bestehenden Instrumente zur Flexibilisierung und (vollzeitnahen) Teilzeit schon darauf geprüft, ob und wie sie zu den unterschiedlichen Lebensphasen und -stilen der Belegschaft passen? Welche Pläne existieren zur Anpassung einzelner Modelle? Machen Sie einen Flexibilisierungstest! Entwickeln Sie eine Unternehmenskultur, die zulässt, dass Beschäftigte die vielfach gegebenen Möglichkeiten zur Flexibilisierung und (vollzeitnahen) Teilzeit tatsächlich auch nutzen können. Das macht Ihre familienfreundlichen Maßnahmen erst glaubwürdig.

  • Die Arbeit im Homeoffice ersetzt keine Regelbetreuung, was das immer wieder verwendete Foto der Mutter oder neuerdings des Vaters mit Kind auf dem Schoß zu Hause am Laptop aber suggeriert. Setzen Sie bei der Kommunikation passende Bilder ein.

  • Damit Vertrauen in die mobile Arbeit leichter entsteht, können unter anderem verlässliche Regeln und klare Kommunikation dabei helfen, wichtige Unterlagen zur Hand zu haben, regelmäßigen Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen zu pflegen und die technischen Herausforderungen zu meistern. Das sollte in Leitfäden für Führungskräfte festgehalten werden.

  • Wichtig ist, Schutzmechanismen zu etablieren, damit Beschäftigte wissen, innerhalb welcher Zeiträume sie erreichbar sein, Ergebnisse liefern und E-Mails beantworten müssen, wann sie aber auch Familienzeit einplanen können.

  • Neue Kolleginnen und Kollegen sollten in der Einarbeitungsphase zunächst nicht im Homeoffice arbeiten. Für den Wissenstransfer ist Anwesenheit effektiver.

  • Ermöglichen Sie die Arbeit im Homeoffice mit passenden Software- und Hardware-Lösungen. Bieten Sie Fortbildungen und Weiterbildungen für virtuelles Führen oder den Umgang mit Cloud-Software an.

  • Schaffen Sie neue Meeting-Kulturen. Planen Sie feste Termine für den regelmäßigen Austausch im Team ein. 

 


 

Zahlen, Daten, Fakten

Auf die Frage: „Wie wird sich der Anteil der Mitarbeiter, die ganz oder teilweise vom Homeoffice aus arbeiten, entwickeln?“ antworten

  • 64 Prozent: wird konstant bleiben
  • 25 Prozent: wird steigen
  • 3 Prozent: wird sinken

Unternehmen mit einer aktuellen Homeoffice-Regelung kommen zu

  • 47 Prozent aus der ITK-Branche
  • 17 Prozent aus anderen Branchen
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