Vom Facharbeiter zum Bereichsleiter in Teilzeit …

 … und demnächst das zweite Mal in Elternzeit. Dass eine aktive Vaterschaft bei der Brugger GmbH weder neu ist noch dass viel Aufhebens darum gemacht wird, berichtet Georg Brugger-Efinger. Er ist seit 20 Jahren technischer Geschäftsführer bei der Brugger GmbH, einem Hersteller von Magnetsystemen, im schwäbischen Hardt. Ein Vater in der Produktion hat sich vom Facharbeiter bis zum Bereichsleiter in Teilzeit hochgearbeitet. Bald beginnt seine zweite Elternzeit.

Zu der unaufgeregt familienfreundlichen Unternehmenskultur hat Brugger-Efinger selber beigetragen. Er arbeitet schon seit 16 Jahren in Teilzeit. An zwei Nachmittagen in der Woche kümmert er sich um seine vier Kinder und seine Frau sich um ihre Karriere. Sie ist Ärztin und hat zwischen den Geburten ihrer Kinder immer wieder gearbeitet. Inzwischen führt sie eine eigene Praxis. Dass ihr Mann in Teilzeit arbeitet, findet sie normal, in umgekehrter Konstellation wäre es das ja auch gewesen, so ihre Argumentation. Wenn die Kinder krank sind, springt der Vater ein und hat den Nachwuchs, als er noch klein war, auch schon mal im Tragetuch vor dem Bauch mit ins Unternehmen genommen. Er wollte zwar viel von seinen Kindern mitbekommen, aber Sorgen über ein mögliches Ausbremsen seiner Karriere beschäftigten ihn trotzdem. Damals wie heute kann er jeden Vater verstehen, der sich diese Gedanken macht.

In seinem Unternehmen gilt: Die derzeit 94 Beschäftigten können jederzeit ihre Vorgesetzten mit dem Wunsch ansprechen, zu reduzieren, zeitlich begrenzt oder auch generell. „Diese Möglichkeit wird von Männern und Frauen gleichermaßen genutzt“, berichtet Brugger-Efinger. Zwei Väter haben gerade Elternzeit genommen oder gehen demnächst, beide für zwei Monate. Zwei weitere Mitarbeiter arbeiten unter 30 Stunden, zwei zwischen 32 und 35 Stunden.

Um flexible Arbeitszeitmodelle auch im „Schichtbetrieb“ in einer Art Jobsharing zu ermöglichen, arbeiten Teilzeitkräfte abwechselnd in Vormittags- und Nachmittagsschichten. Der Vorteil für den Betrieb liegt Brugger-Efinger zufolge darin, dass bei Krankheit Vertretungen durch den „Schichtpartner“ möglich sind. „Damit gewinnen wir als Arbeitgeber sogar mehr Flexibilität“, so der 46-Jährige. Dass diese Maßnahmen gut bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ankommen, zeigt eine Auszeichnung: Gerade hat die Brugger GmbH von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg das Zertifikat „Attraktiver Arbeitgeber“ in Silber erhalten. Kernstück des Labels ist eine Beschäftigtenbefragung. Im Mittelpunkt dabei stehen Familienfreundlichkeit, Führungs- und Unternehmenskultur. Und ebenso: Aus- und Weiterbildung, Gesundheitsmanagement sowie Anerkennung und Entlohnung.

Teile: