Checkliste "Sprich mit mir!" Betriebliche Kommunikation in Sachen "Väter".

Die besten Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie nutzen wenig, wenn die Beschäftigten sie kaum kennen. Nur jeder Dritte bescheinigt seinem Arbeitgeber laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums gute Kommunikation zu Vereinbarkeitsthemen. Lesen Sie hier, wie Sie die Themen zielgruppengerecht für Väter aufbereiten und erfolgreich adressieren können.

Voraussetzung und Rahmenbedingungen für eine passgenaue väterorientierte Kommunikation

  • Die Unternehmensführung sollte regelmäßig Vereinbarkeitsmaßnahmen zielgruppenspezifisch TOP-DOWN kommunizieren und deutlich machen, dass das Unternehmen den beiderseitigen Nutzen sieht, wenn auch Männer die familienfreundlichen Maßnahmen in Anspruch nehmen. Eine zentrale Rolle dabei spielen Führungskräfte.
  • Kommunizieren Sie regelmäßig neue Beispiele von Vätern, die unterschiedliche Lebensmodelle repräsentieren, und laden Sie die Väter zum Nachahmen ein.
  • Instrumente, Maßnahmen und konkrete Tipps für eine interne väterorientierte Kommunikation
    Passen Sie Sprache und Bildwelt an die Wahrnehmung von Männern an, indem Sie z. B. Begriffe wie „reduzierte Vollzeit“ statt „Teilzeit“ nutzen, und zeigen Sie bei Fallbeispielen zum Thema Vereinbarkeit stets neben Müttern auch Väter.
  • Kombinieren Sie analoge mit digitalen Kommunikationswegen. Nutzen Sie neben dem persönlichen Gespräch auch die E-Mail als wichtigen Kommunikationskanal für Männer – am besten mit dem Schirmherrn von Väterangeboten oder sogar dem Vorstandsvorsitzenden als Absender.
  • Nutzen Sie auch die Ansprache der Partnerinnen der Väter, denn wer mit Vätern sprechen möchte, spricht auch mit Müttern.
  • Bauen Sie eine Väter-Datenbank auf, die Sie aktuell halten. So können Sie den gewünschten Teilnehmerkreis persönlich per E-Mail zu Terminen einladen.
  • Nutzen Sie aktuelle „Vereinbarkeitstage“ für kleine oder große Väterevents, wie einen „Papa-Kind-Tag in der Kantine“.
  • Vergessen Sie nicht die Normalität und Selbstverständlichkeit, mit der Sie mit den Vätern zum Thema Vereinbarkeit kommunizieren – auch eine erheiternde Dar-stellung in diesem Zusammenhang erreicht manchmal mehr als eine textlastige Einladung. 
  • Mit einer väterorientierten Kommunikationsstrategie zum Erfolg
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit Männern/Vätern aus Ihrem Unternehmen eine Kommunikationsstrategie. Häufig sind Frauen für das Thema der Vereinbarkeit zuständig.
  • Initiieren Sie ein internes kleines Väternetzwerk und beauftragen Sie es damit, selbst die Kommunikation an die Väter zu gestalten, oder lassen Sie zumindest Texte, Einladungen und E-Mails an Väter gegenlesen.
  • Ihre Kommunikationsziele sollten sich messen lassen: Befragen Sie Ihre Zielgruppe vor und nach der Kommunikationsmaßnahme. Oder messen Sie die Zahl von Besuchen der „Väterseite“ im Intranet oder die Zahl der abgerufenen Informationsbroschüren für werdende Väter.
  • Entwickeln Sie eine Infomappe für werdende Väter, die möglichst vom direkten Vorgesetzten überreicht wird.
  • Strategisch sollten Sie Multiplikatoren und Botschafter im Unternehmen ansprechen und qualifizieren, die sich des Themas kontinuierlich annehmen – das sind Sozialberater, Business-Partner, Führungskräfte, Betriebsräte, Vertrauensleute und Erzieher aus (Betriebs-)Kitas.
  • Denken Sie auch an allein- und getrennterziehende Väter, geschiedene oder getrenntlebende Patchwork-Väter, die vor besonderen Vereinbarkeitsherausforderungen stehen. Durch feste freie Tage sowie Homeoffice-Angebote können Sie diese Väter in besonderer Weise unterstützen.

 


Zahlen, Daten, Fakten

Eine Untersuchung des Bundesfamilienministeriums zeigt:

  • Investitionen in Vereinbarkeitsangebote erzielen eine Rendite von bis zu 25 Prozent mit den etablierten Angeboten der „klassischen“ Vereinbarkeit. Der Nutzungsgrad dieser klassischen Instrumente ist bei Vätern mit 46 Prozent allerdings wesentlich niedriger als bei Müttern.
  • Als wichtigste Nutzenpositionen ergeben sich die Kosteneinsparungen durch die Reduktion von Fehltagen der Beschäftigten sowie die Einsparungen der Überbrückungskosten von Beschäftigten in Elternzeit, bedingt durch eine schnellere Rückkehr nach familienbedingter Pause.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Renditepotenziale der NEUEN Vereinbarkeit. Studie der Roland Berger GmbH.

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