Die Einladung zum Grillnachmittag per Smartphone direkt auf die Baustelle

 Michael Grübel hat seinen Trocknungsfachbetrieb 1996 allein gegründet, über die Jahre um weitere Geschäftsfelder ergänzt und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Heute arbeiten 61 Menschen für die Michael Grübel GmbH & Co. KG. Der Altersdurchschnitt liegt bei 32 Jahren, etwa 80 Prozent sind Männer. „Allein 2016 werden in unserer Belegschaft sieben Kinder zur Welt kommen“, berichtet Heike Grübel, Personalleiterin und Ehefrau des Firmengründers. „Ein Vater nimmt bereits zum vierten Mal Elternzeit, jetzt für 20 Monate.“


Seit etwa drei Jahren beobachtet Grübel, dass Väter in dem Bielefelder Betrieb verstärkt Elternzeit nehmen. Sie kennt jeden der Mitarbeiter und findet eigentlich immer ein individuell passendes Modell der Vereinbarkeit. „Dahinter steht aber keine Kommunikation, die wir groß aufhängen, das passiert nebenbei und auf Augenhöhe“, so Grübel. „Manchen Vätern ist schon geholfen, wenn sie morgens eine Stunde später anfangen können.“


Auch zur Abdeckung des „Notdienstes für Wasserschäden“ sprechen die Kollegen sich ab und nehmen Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen. „Allerdings dürfen die Kunden das nicht spüren“, stellt Grübel klar. Über die Teambesprechungen hinaus gibt es viele Anlässe, an denen über die Geburt oder Einschulung eines Kindes und die damit verbundenen Herausforderungen gesprochen wird: bei Jubiläen, beim Familienfest, bei Fortbildungen, beim firmeninternen Public Viewing bei Fußballereignissen oder beim spontan organisierten Grillfest.


„Wir können von unseren Mitarbeitern nicht erwarten, dass sie qualitativ hochwertige Arbeit leisten, wenn sie nicht auch erwarten können, qualitativ hochwertige Personalarbeit zu erfahren“, so Grübel. Und so gibt es Getränke und Obst auf Firmenkosten und manchmal auch den Friseur oder Fotografen inhouse. Nach Phasen, in denen besonders viel zu tun war, organisiert Grübel gerne einmal ein kleines Essen. Die Mitarbeiter bekommen die Einladung auf ihr Dienstsmartphone direkt auf die Baustelle. „Arbeit ist Arbeit, aber es soll auch Freude machen.“ Das klingt fast wie ein Motto.

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