Checkliste Väternetzwerke

Ein internes Väternetzwerk ist für Unternehmen eine zentrale Herangehensweise an das Thema „väterbewusste Personalpolitik“. Es bietet die Möglichkeit, Aktivitäten im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit Blick auf den Bedarf von Vätern kontinuierlich und nachhaltig zu begleiten. Denn ein Väternetzwerk kann dem Unternehmen spiegeln, welche Maßnahmen für Väter sinnvoll sind und wie Väter gerne angesprochen werden möchten.


Voraussetzungen für ein Väternetzwerk

  • Bevor Sie mit einem internen Väternetzwerk starten, sollten Sie durch einen Auftaktvortrag für Väter, eine kleine Analyse oder eine väterspezifische Auswertung Ihrer Mitarbeiterbefragung evaluieren, ob Väter Interesse an einem Netzwerk haben und welche Themen sie interessieren.
  • Achten Sie bei der Planung auf die Rückendeckung der Geschäftsleitung und wichtiger Führungskräfte. Sie sollten von Anfang an eingebunden sein, was möglichst auch öffentlichkeitswirksam kommuniziert werden sollte.
  • Organisieren Sie für die Anfangsphase einen intensiven Austausch mit anderen Väternetzwerken.
  • Gründen Sie auch als mittelständischer Betrieb ein Väternetzwerk und nutzen Sie Ihre Stärken: Sprechen Sie besonders junge Mitarbeiter an, agieren Sie flexibel und fördern Sie einen informellen Austausch.
  • Besonders, wenn Sie Frauennetzwerke und Mentoringprogramme für Frauen in Führung haben, sollten Sie Vätern vermitteln, dass es auch für sie möglich ist, Vatersein und Karriere zu vereinbaren.

Implementierung eines Väternetzwerks

  • Das erste Treffen dient weniger der Informationsvermittlung als der direkten Vernetzung der Väter. In lockerem Austausch geht es vor allem um die Klärung, welche Ziele die Väter mit dem Netzwerk verfolgen.
  • Legen Sie das Treffen in die Mittagszeit und wählen Sie eine entspannte Location. Punkten können Sie mit einem Schirmherrn, der ein paar einführende Worte zur Wichtigkeit und Ausrichtung des Netzwerks sagt.

Kontinuierliche Begleitung und Stabilisierung

  • Um das Väternetzwerk nachhaltig zu stabilisieren, ist eine externe Moderation der ersten zwei bis drei Väternetzwerktreffen hilfreich, auch um eine passende Struktur (Häufigkeit der Treffen, Name, Kommunikation, Leitbild, Zielsetzung) für das Väternetzwerk zu finden.
  • Ergänzen Sie die internen Väternetzwerktreffen durch einen regelmäßigen Mittagstermin zum Väter-Lunch in der Kantine, auch um neue interessierte Väter einzubinden.
  • Folgende Themen tauchen in allen Vätercommunitys immer wieder auf: Homeoffice-Lösungen für Väter, Führung in Teilzeit und längere Elternzeiten für Väter als nur zwei Monate. Sie beziehen sich vor allem auf zwei Säulen: Kinderbetreuung und Kindererziehung sowie Vereinbarkeit und Flexibilisierung.
  • Für die Nachhaltigkeit eines Netzwerks ist es sinnvoll, ein bis zweimal im Jahr Experten einzuladen, die Vorträge zu erziehungswissenschaftlichen Themen sowie zum Themenspektrum Work-Life-Balance anbieten.

 


Zahlen, Daten, Fakten

 

  • 52 Prozent der Väter würde gerne die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen, realisieren können dies 18 Prozent.
  • Drei Viertel der Eltern betrachten es als Ideal, wenn sich Paare gegenseitig bei ihren beruflichen Plänen unterstützen. Nur noch zehn Prozent der Eltern mit Kindern unter sechs Jahren finden das Alleinverdienermodell ideal (Mutter nicht berufstätig, Vater in Vollzeit berufstätig).
  • 21 Prozent der Väter beziehen Elterngeld über die zwei Partnermonate hinaus: 14 Prozent für drei bis neun Monate, sieben Prozent für zehn bis zwölf Monate.

Quelle: Väterreport 2016

Teile: