Aktuelles Startseite

Fachkräftesicherung: Ohne Frauen geht es nicht

Bundesfamilienministerin Lisa Paus und DIW-Präsident Prof. Dr. Marcel Fratzscher informierten sich über Vereinbarkeitsmaßnahmen bei der BSR.

Lisa Paus und Prof. Dr. Marcel Fratzscher tauschen sich bei der Berliner Stadtreinigung zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus. Dritte von rechts: Dr. Stefanie Hansen-Heidelk, Leiterin Personal der Berliner Stadtreinigung ©Photothek/Thomas Trutschel

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftebedarfs in Deutschland haben Bundesfrauenministerin Lisa Paus und der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Prof. Dr. Marcel Fratzscher, am 17. Oktober gemeinsam auf die besondere Bedeutung der Frauenerwerbstätigkeit hingewiesen. Bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) informierten sie sich darüber, wie sich die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Unternehmen umsetzen lässt.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für die Erwerbstätigkeit von Frauen. Wir wissen aus Studien, dass viele Mütter gerne mehr arbeiten wollen. Sie tun es häufig nicht, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Daran arbeiten wir. Wir werden die Eltern darin unterstützen, ihren Wunsch nach einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung zu verwirklichen und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern. Wir investieren insgesamt vier Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren in die Qualität der Kindertagesbetreuung und unterstützen die Länder beim Ausbau der Kinderbetreuung im Grundschulalter. Wir werden die Erzieher- und Pflegeberufe attraktiver machen, denn ohne genügend Personal in Kitas, Alten- und Pflegeheimen wird die Vereinbarkeit in Deutschland nicht funktionieren. Das Schulgeld in diesen Bereichen muss abgeschafft und die Ausbildungsabschlüsse müssen dringend vereinheitlicht werden."

Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche bereits die Fachkräftestrategie der Bundesregierung verabschiedet, bei der auch die Frauenerwerbstätigkeit ein wichtiges Element ist.

Prof. Dr. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW: "Die Frauenerwerbstätigkeit ist das größte Potenzial auf dem Arbeitsmarkt Deutschlands. Politik, Unternehmen und Gesellschaft sollten ihnen dringend die vielen Hürden aus dem Weg räumen, die einer stärkeren und erfolgreicheren Erwerbstätigkeit im Weg stehen. Dies würde für viele Millionen Frauen in Deutschland mehr Freiheit und Chancen bedeuten und wäre ein riesiger Gewinn für den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme."

Die Berliner Stadtreinigung ist Mitglied im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ und bereits seit 2008 mit dem audit berufundfamilie zertifiziert. Um insbesondere Frauen für den männerdominierten gewerblichen Bereich zu gewinnen, unterstützt die BSR ihre Beschäftigten mit familienfreundlichen Schichtdienstmodellen, Kinderbetreuungsangeboten in den Ferien und Notbetreuung sowie Hilfestellung bei der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen.

Mehr Informationen zum hohen Arbeitskräftepotenzial von Frauen finden Sie im Policy Paper der Progonos AG, das im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ erstellt wurde.

Teile: