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Mitgliederbefragung 2022 im Unternehmensnetzwerk

Viele Unternehmen wollen neu etablierte Vereinbarkeitsmaßnahmen verstetigen, das zeigen die Ergebnisse unserer Online-Befragung.

Zielsetzung und Eckdaten der Mitgliederbefragung

Das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ führte im Februar 2022 eine Online-Befragung unter seinen Mitgliedern durch. 375 Mitgliedsunternehmen haben teilgenommen.

Die Umfrage hatte das Ziel, die aktuellen Problemlagen und Lösungsansätze der Unternehmen hinsichtlich ihres betrieblichen Vereinbarkeitsengagements abzufragen. So galt es beispielsweise herauszufinden, wie die in der Pandemie eingeführten Vereinbarkeitsmaßnahmen in bestehende Unternehmensstrukturen eingebettet oder verstetigt werden. Welche Herausforderungen treten dabei auf? Die Ergebnisse nutzt das Netzwerkbüro, um seine Angebote und Aktivitäten zu justieren und bedarfsgerecht auszugestalten.

90 Prozent aller befragten Unternehmen kamen aus den vier Branchen „Dienstleistungen“, „Industrie & Verarbeitendes Gewerbe“, „öffentliche Verwaltung“ und „Bildung“. 46 Prozent der Unternehmen dieser vier Branchen waren KMU.

Die zentralen Ergebnisse

  • Betriebliche Vereinbarkeit hilft, Fachkräfte zu sichern!

Gut 90 Prozent der befragten KMU sehen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie die Chance, Fachkräfte im eigenen Unternehmen zu binden und neue zu akquirieren.

  • Das Arbeitsklima und die Unternehmenskultur profitieren von der betrieblichen Vereinbarkeitspolitik!

Drei Viertel der befragten KMU geben an, dass das Arbeitsklima von einer vereinbarkeitsorientierten Personalpolitik positiv beeinflusst wird, wenn das Unternehmen passgenaue Angebote bereitstellt. Angebote zur Kinderbetreuung oder zur Arbeitszeitflexibilisierung leisten einen Beitrag für eine positive Unternehmenskultur. Vor allem Beschäftigte, die vor Ort tätig sein müssen und nicht ins Homeoffice gehen oder mobil arbeiten können, empfinden ihre Arbeitgeber durch entsprechende Angebote als fair.

  • Auch Branchen, in denen Beschäftigte vor Ort bzw. im Betrieb anwesend sein müssen, haben in der Coronazeit Vereinbarkeitsangebote etabliert bzw. ausgeweitet!

Unternehmen mit Arbeitsfeldern, in denen Homeoffice oder hybride Arbeitsformen gar nicht oder nur sehr begrenzt möglich sind, wie im Bereich von Produktion, Bau oder Transportwesen, haben in der Pandemiezeit ebenfalls Angebote für eine bessere Vereinbarkeit gemacht bzw. ausgeweitet. Stärkster Hebel ist die Arbeitszeitflexibilisierung. 57 Prozent der befragten Unternehmen setzen deshalb für die operativ vor Ort tätige Beschäftigtengruppe bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit an. Sie nutzen zum Beispiel Arbeitszeitkonten, Gleitzeit- oder Wunschdienstzeiten-Modelle. Ein Fünftel dieser Unternehmen unterstützt die Beschäftigten zusätzlich durch Angebote im Bereich Kinderbetreuung.

  • Viele Unternehmen wollen neu etablierte Vereinbarkeitsmaßnahmen verstetigen!

Viele der befragten Unternehmen machen es sich jetzt zur Aufgabe, erfolgreiche Lösungen, die in der Coronakrise oft ad hoc eingeführt wurden, nun in den Unternehmensstrukturen zu verankern, zum Beispiel mithilfe von Betriebs- und Dienstvereinbarungen.

  • Neue Führungsmodelle für eine veränderte Arbeitswelt entwickeln!

Führungskräfte waren in der Coronakrise aufgefordert, neue Instrumente und Formen der Führung zu erproben und anzuwenden, die den veränderten Anforderungen der Arbeitswelt und vor allem den Vereinbarkeitserfordernissen Rechnung trugen.

Die befragten Unternehmen geben an, dass sich auch zukünftig die Art der Führung insbesondere im Kontext hybrider Arbeitsformen den jeweiligen Herausforderungen anpassen muss, um den Betrieb und die Teams leistungsfähig zu halten. Die Unternehmen nutzen diesen Veränderungsdruck als Chance, neue vereinbarkeitsfördernde Führungsmodelle zu erproben und zu etablieren, zum Beispiel Führung in Teilzeit, Tandem-Lösungen oder rotierende Führungsrollen.

Ausblick

Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung fließen unmittelbar in die inhaltliche Ausgestaltung der diesjährigen Veranstaltung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ein. Das Thema der virtuellen Veranstaltung am 2. Juni 2022 lautet „KMU als familienorientierte Arbeitgeber: Arbeiten zwischen Betrieb und Zuhause“.

Das Netzwerkbüro bedankt sich bei allen Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, für den wertvollen Input! Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen wollen, wenden Sie sich bitte an: netzwerkbuero@dihk.de.

 

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