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Trends und Perspektiven für eine zukunftsgerichtete Familienpolitik

Wie wollen Familien in Zukunft leben – und wie kann die Politik sie dabei unterstützen. Das waren die zentralen Fragen des Zukunftstags Familie 2030. „Eine Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld und eine Modernisierung des Unterhaltsvorschussgesetzes sind erste wichtige Schritte“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Sie stellte mit dem Zukunftsreport Familie 2030 Trends in den für die Lebensqualität von Familien wichtigen Bereichen vor.

Bild zeigt: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig auf dem Zukunftstag Familie 2016

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig auf dem Zukunftstag Familie 2016. Quelle: BMFSFJ

Der „Zukunftsreport Familie 2030“ beschreibt Trends für die Bereiche Familienleben, Partnerschaftlichkeit, Beschäftigung und Arbeitswelt und zeigt in einem Chancenszenario die möglichen positiven Effekte einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung der Familienpolitik auf. Im Rahmen des „Zukunftstages Familie 2030“ wurde der von der Prognos AG in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellte Report im Bundesfamilienministerium in Berlin vorgestellt. „Der Zukunftsreport bestätigt: Wir sind auf dem richtigen Weg – aber es gibt noch viele ungenutzte Potenziale. Eine Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld und einer Modernisierung des Unterhaltsvorschussgesetzes sind erste wichtige Schritte auf diesem Weg. Und wir müssen die Geringverdiener-Familien stärker in den Blick nehmen, damit mehr Kinder vor Armut bewahrt werden. Die Erwerbstätigkeit muss sich immer für beide Eltern lohnen“, sagte Manuela Schwesig.

Das bekräftigte auch Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach: „Der Einstellungswandel und die Wünsche junger Mütter und Väter nach Zeit für Familie und Chancen im Beruf für beide sind nachhaltige Trends, die die heutige Elterngeneration ausmachen und auch künftige ausmachen werden. Eltern sowie auch die Bevölkerung insgesamt haben hier ganz klare Erwartungen an die Politik – für eine bessere Vereinbarkeit, mehr Partnerschaftlichkeit und eine stärkere Unterstützung von Familien mit kleinem Einkommen und Alleinerziehenden.“

Der Report stellt folgende ausgewählte Trends fest, die sich auch zukünftig erwarten lassen

Trends im Bereich Familienleben:

  • Kinder sind häufiger Bestandteil der Lebensentwürfe von jungen Menschen unter 30 Jahren und es werden mehr Kinder geboren: die Geburtenziffer ist 2015 zum vierten Mal in Folge gestiegen und hat mit 1,5 Kindern je Frau den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht.
  • Kleine Kinder werden zunehmend ergänzend außerhalb der Familie betreut: allein in den Jahren 2006 bis 2015 ist die Betreuungsquote der Unter-Dreijährigen um 19 Prozentpunkte auf 33 Prozent gestiegen.

Trends im Bereich Partnerschaftlichkeit:

  • Eltern wollen Familie und Beruf partnerschaftlich aufteilen: 60 Prozent der Eltern mit Kindern zwischen ein und drei Jahren wünschen sich, dass beide Partner in gleichem Umfang arbeiten und sich gleichermaßen um Haushalt und Familie kümmern
  • Berufstätigkeit ist Frauen zunehmend wichtig, auch den Müttern: zwei von drei Frauen geben an, die eigene Berufstätigkeit sei für ihre Lebensqualität sehr wichtig. Die Erwerbstätigenquote für Mütter mit Kindern zwischen 2 und drei Jahren stieg von 42 Prozent im Jahr 2006 auf 57 Prozent im Jahr 2015. Immer häufiger arbeiten Mütter – auch mit kleinen Kindern - in höheren Teilzeitumfängen von bis zu 32 Wochenstunden.
  • Väter identifizieren sich stärker als vorherige Generationen mit einer aktiven Vaterrolle: die Väterbeteiligung ist mit dem Elterngeld von 3,5 Prozent im Jahr 2006 auf 34 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Eine große Mehrheit der Väter wünscht sich mehr Zeit für die Familie (79 Prozent); mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Väter würde insgesamt gerne weniger arbeiten.

Trends im Bereich Beschäftigung und Arbeitswelt

  • Eltern wünschen sich, Berufs- und Familienarbeit flexibler aufteilen zu können. Diese Wünsche treffen auf eine zunehmende Arbeitskräftenachfrage und Fachkräftelücke.
  • Unternehmen reagieren zunehmend auf die Bedeutung einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie – mit betrieblichen Maßnahmen für familienbewusstere und -freundlichere Arbeitsbedingungen (vor allem der Arbeitszeitgestaltung) – und zunehmend richten sie sich auch speziell an Väter.
  • Mit der Digitalisierung bieten sich Chancen für bessere Vereinbarkeitsbedingungen für Mütter und Väter.

Die Kurzfassung des „Zukunftsreport Familie 2030“ finden Sie hier.

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