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Familotel Ebbinghof setzt auf Familienfreundlichkeit

Daniela Tigges, Inhaberin des Familotel Ebbinghof, und Denise Gru Sticherling sprechen über „Familienfreundlichkeit von Herzen“ im Gastgewerbe.

Sie führen ein Familienhotel, das mit Familienfreundlichkeit wirbt. Was heißt Familienfreundlichkeit für Sie?

Tigges: Familienfreundlichkeit leben wir dreidimensional: Erstens für unsere Gäste, die zu 100 Prozent Familien sind. Zweitens für unsere Beschäftigten, die selbst Eltern, Großeltern sind oder ein Familienmitglied pflegen. Und drittens für uns als Familienbetrieb in siebter Generation.

Wie wird Familienfreundlichkeit für die Belegschaft deutlich?

Sticherling: Durch ein umfassendes Mitarbeiterangebot, das individuelle Bedürfnisse anerkennt und wertschätzt. Bestes Beispiel ist unser Küchenchef Thomas: Da seine Frau ebenfalls in der Gastronomie tätig war, mussten sich die beiden an den Arbeitswochenenden immer abwechseln. Einer musste ja bei den Kindern sein. Frau Tigges erkannte das Dilemma. Sie bot ihm an, sein Arbeitswochenende zu verlegen und seine Tochter während dieser Zeit in unsere Kinderbetreuung zu geben. Seitdem haben Eltern und Kinder weit mehr wertvolle Familienzeit – das ist unbezahlbar!

Lohnt sich Familienfreundlichkeit überhaupt? Woran machen Sie das fest?

Tigges: Wenn sie von Herzen kommt, lohnt sie sich sogar mehrfach: Erstens erhalten wir mehr Bewerbungen von Menschen, die sich sonst nicht getraut hätten, zum Beispiel von Alleinerziehenden, die sich von uns verstanden fühlen. Zweitens motivieren wir uns durch unsere Teilnahme an Wettbewerben selbst, noch besser und familienfreundlicher zu werden. Und drittens können sich die Mitarbeiter sehr gut mit unserer Zielgruppe identifizieren: Mehr als ein Viertel unserer Belegschaft ist seit 2010 oder länger bei uns tätig. Das sichert unsere Dienstleistungsqualität und bindet unsere Gäste.

Wie ermitteln Sie die Bedarfe in der Belegschaft?

Sticherling: Befragungen bei Mitarbeiterbesprechungen und Beobachtungen „mit allen Sinnen“ geben uns ein echtes Gefühl für die Stimmung im Hotel. Wir sind mit offenen Augen, Ohren und Mitgefühl unterwegs und für alle da.

Wie gehen Sie damit um, wenn innerhalb der Belegschaft unterschiedliche Interessen aufeinanderstoßen?

Tigges: „Zu viel Familienfreundlichkeit“ beklagt eigentlich niemand. Denn der hohe Wert von Familienfreundlichkeit ist allen bewusst und wird durch das gesamte Team gut unterstützt. Dafür werben wir ständig und sind dankbar für das Verständnis des Teams. Wir stellen sogar fest, wie gut sich unterschiedliche Bedarfe ergänzen: So haben Eltern über Weihnachten gerne frei.


Erfahren Sie mehr über die Tipps und Tricks einer familienbewussten Personalpolitik von den Siegern des Wettbewerbs "Familienfreundlichkeit in der Hotellerie und Gastronomie".

Mehr zum Thema finden Sie in der Publikation "Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Hotellerie und Gastronomie".

 

 

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