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Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ des Bundesfamilienministeriums am 30. Juni 2017 beendet

Eltern wünschen sich Entlastung durch flexible Arbeitszeiten und durch eine betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Zwei Drittel der Mütter sagen, ihr Betrieb sollte eigene Betreuungsplätze anbieten. Mit dem Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ erhielten Unternehmen zusätzliche Anreize, ihren Beschäftigten eine solche geeignete Betreuungslösung anzubieten.

Das Programm hatte eine Laufzeit vom 10. April 2015 bis zum 30. Juni 2017.

Förderprogramm richtete sich an Arbeitgeber aller Unternehmensgrößen

Die Förderung war als maximal zweijährige Anschubfinanzierung für neue betriebliche Kita-Gruppen konzipiert, um die Startphase zu erleichtern. Gefördert wurden die Betriebskosten für neu eingerichtete betrieblich unterstützte Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder. Antragsberechtigt waren die Träger der bereits bestehenden oder neu geschaffenen Kinderbetreuungseinrichtungen: Das konnten die Unternehmen selbst sein oder die Kindertagesstätten, mit denen die Arbeitgeber zur Schaffung neuer Betreuungsplätze kooperierten.

Das Förderprogramm richtete sich an Arbeitgeber aller Unternehmensgrößen mit Sitz in Deutschland, insbesondere an Kooperationen von kleinen und mittleren Unternehmen und an Körperschaften und Stiftungen des privaten Rechts (z.B. Berufsverbände und Vereine). Dabei war die Zusammenarbeit mit öffentlichen, gemeinnützigen oder privat-gewerblichen Trägern von Kinderbetreuungsangeboten möglich – Unternehmen konnten dadurch bei der Organisation ihrer Kinderbetreuungsplätze durch Experten auf dem Gebiet der Betreuung entlastet werden.

Förderung im Rahmen des Programms

Unterschiedliche Platztypen waren mit gestaffelten monatlichen Zuschüssen förderfähig: Ganztags-, Teilzeit- und Halbtagsplätze sowie betriebliche Kinderbetreuungsplätze in 24-Stunden-Kitas.  Für einen neu geschaffenen Ganztagsbetreuungsplatz wurden z.B. 400 Euro pro Monat als Zuschuss zu den laufenden Betriebskosten gezahlt. Insgesamt konnten die Unternehmen während des Förderzeitraums eine Unterstützung von bis zu 9.600 Euro pro Betreuungsplatz erhalten. Eine Förderung war davon abhängig, dass die Finanzierung neu geschaffener Betreuungsplätze zu einem substantiellen Anteil durch die Arbeitgeber selbst geleistet wurde: Für einen Ganztagsbetreuungsplatz lag dieser Anteil beispielsweise bei 250 € pro Monat. 

Ergebnisse des Förderprogramms

Das Förderprogramm befindet sich derzeit in der Auswertung. Die Zwischenergebnisse zeigen, dass die Nachfrage nach einer Förderung in den Bundesländern ganz unterschiedlich ist. Ein regionaler Schwerpunkt für die Nutzung des Förderprogramms lag in den nordwestlichen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, gefolgt vom südlichen Bundesland Baden-Württemberg.

Bei der Anzahl neu geschaffener betrieblicher Betreuungsplätze dominierten ebenfalls die nordwestlichen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen und die beiden südlichen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. Bei den neu geschaffenen betrieblichen Plätzen handelte es sich vorwiegend um Ganztagsplätze.

An den neu geschaffenen Plätzen waren rund 70 Unternehmen beteiligt. Dabei handelte es sich sowohl um Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern/innen am Standort aber auch um kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 49 Mitarbeitern/innen.    

Die am häufigsten vertretenen Branchen waren das verarbeitende Gewerbe/Herstellung von Waren, gefolgt von Information und Kommunikation, Gesundheits- und Sozialwesen und Erbringung von sonstigen Dienstleistungen.

Die meisten Plätze wurden von Unternehmen der beiden Branchen verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren und Fahrzeugbau geschaffen.

Die Zwischenberichte hoben die sehr hohe Zufriedenheit der Unternehmen mit der Qualität der Betreuungslösungen und der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Trägern zur Entwicklung des Betreuungsangebotes hervor. Durch das Betreuungsangebot war eine flexible Arbeitszeitgestaltung und längere Arbeitszeit der Mitarbeiter/innen sowie eine schnellere Rückkehr nach einer Elternzeit möglich.

Die Eltern der geförderten Vorhaben waren mit dem geleisteten Betreuungsangebot zufrieden. Als Gründe dafür wurden sowohl die flexiblen Öffnungszeiten, die pädagogischen Konzepte sowie generell das erweiterte Angebot benannt.

Bei einem Teil der Vorhaben gab es eine besonders positive Resonanz aus der Region durch andere Unternehmen, durch die Kommune, angrenzende Gemeinden, Politik oder die Presse.

Alle Ergebnisse beziehen sich auf den Stand zum 30.06.2016. Die abschließenden Auswertungen erfolgen im Rahmen der Evaluation.

Gelungene Beispiele der betrieblichen Kinderbetreuung sind auf der Website Erfolgsfaktor Familie veröffentlicht.

Ein Beispiel für ein Unternehmen, in dem das Thema „Familie“ nicht nur bei der Kinderbetreuung eine große Rolle spielt, hat mit der MyDagis GmbH einen Träger gefunden, bei dem flexible Betreuungszeiten je nach Wunsch stündlich zubuchbar sind: Weitere Informationen finden Sie hier.

Beim Konzept des Trägers Vincerola wird großer Wert darauf gelegt, sowohl die Betreuung als auch Aufgaben zu übernehmen, die Eltern aufgrund ihrer Berufstätigkeit zeitlich nicht realisieren können: z.B. vielseitige Bewegungsangebote mit Schwimmen, Tanzen und Ballschule als anerkannte Bewegungskita und die musikalische Früherziehung. Die Kita hat ihren pädagogischen Ansatz mit dem Angebot der Bilingualität verbunden: Weitere Informationen finden Sie hier.

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