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Kurzinterview - Was bedeutet für Sie familienorientierte Unternehmenskultur?

Sonja Lambert, Leiterin der Stabsstelle Diversity Management bei der AOK Hessen, steht im Interview über die Kultur in ihrem Unternehmen Rede und Antwort.

Bild zeigt: Porträtfoto Sonja Lambert, Leiterin der Stabsstelle Diversity Management bei der AOK Hessen, Quelle: AOK Hessen

Frau Lambert, was ist für Sie eine familienorientierte Unternehmenskultur?

Entscheidend ist für mich, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter uns als Arbeitgeber und als Führungskräfte im Alltag erleben: Werden familiäre und private Belange als Störfall empfunden oder ist es selbstverständlich, dass auch dieser Aspekt offen in das Arbeitsleben eingebracht werden kann. Kurz gesagt: Am meisten überzeugt die gelebte Praxis. Dazu muss ein Arbeitgeber ein entsprechendes Klima schaffen. Das beginnt mit der Strategie bis hin zu den erforderlichen Instrumenten, berührt aber insbesondere die Führungskräfteentwicklung und das Teamverständnis. 

Wie leben Sie persönlich Familienfreundlichkeit im Unternehmen?

Mein Team arbeitet bedingt durch die Tätigkeiten hessenweit. Wir nutzen alle Flexibilisierungsmöglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten sowie unterschiedliche Arbeitsorte, wie auch die neuen Desk Sharing Areas mit angeschlossenen Familienzimmern der AOK Hessen. Wir kommunizieren häufig digital. Ich setze auf ergebnisorientierte Führung und auf regelmäßige Einzel- und Teamgespräche. So können die unterschiedlichen individuellen Belange des Einzelnen sowie der Teams sehr gut miteinander verbunden werden und die Ergebnisse stimmen. 

Kann eine familienfreundliche Kultur Unternehmen veränderungs- und innovationsfähiger machen?

Unbedingt, wir sehen unterschiedliche Lebensentwürfe bei uns als Diversity-Merkmal. Gerade bei der AOK Hessen ist diese Perspektive wichtig, da wir vielfältige Kundinnen und Kunden haben. Das ist die Sicht auf den Markt. Vereinbarkeit ist für uns kein Status Quo. Mit der Arbeitswelt 4.0 entwickeln und erproben wir neue Arbeitsformen und neue Modelle der Zusammenarbeit. Innovation ist spannender, wenn sie den Beschäftigten persönlich neue Chancen auch für die Vereinbarkeit bietet. Außerdem nutzen wir mit diesem Ansatz alle Potentiale optimal. 

Welche Rolle spielt eine vereinbarkeitsbewusste Unternehmenskultur im Wettbewerb um die besten Fachkräfte?

Wir haben uns an der Studie „Vereinbarkeit2020“ der berufundfamilie Service GmbH beteiligt und dort gesehen, dass die klare Aussage über die teilnehmenden Arbeitgeber hinweg war: Alle erwarten heute Vereinbarkeit, auch diejenigen, deren Fokus klar auf „Karriere“ liegt. Der Fachkräftemangel führt dazu, dass die Wahlmöglichkeiten der Beschäftigten deutlich höher geworden sind. Man kann sich aussuchen, wo man arbeitet. Jenseits der sozialen Verantwortung ist Vereinbarkeit damit zum harten betriebswirtschaftlichen Faktor geworden.

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