Netzwerken Startseite |

Perspektivwechsel gewagt

Bei der Multiplikatorenveranstaltung des Netzwerkbüros diskutierten 70 Gäste, wie ein Perspektivwechsel die Vereinbarkeit unterstützt.

Am 23. Mai 2019 führte das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ in der Industrie- und Handelskammer Erfurt seine Multiplikatorenveranstaltung durch. Unter dem Motto „Ich sehe was, was du nicht siehst – Perspektivwechsel für mehr Vereinbarkeit“ diskutierten Multiplikator/-innen und Unternehmensvertreter/-innen, wie beim Thema Vereinbarkeit verschiedene Perspektiven im Unternehmen zu guten Lösungen zusammengebracht werden können.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete die Keynote von Prof. Dr. Isabell M. Welpe, Professorin für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München. Sie hob den Wandel der Arbeitswelt und die veränderten Wünsche der Beschäftigten hervor. Arbeitgeber seien heute im Wettbewerb um die besten Köpfe mehr denn je gefordert, auf die privaten Herausforderungen ihrer Beschäftigten Rücksicht zu nehmen, beispielsweise indem sie die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen durch die Beschäftigten finanziell unterstützen. Der Kern von Unternehmertum und Innovationsfähigkeit sei dabei immer auch die Fähigkeit, Perspektiven von anderen einzunehmen und daraus Lösungen zu entwickeln.

Dieser Eindruck wurde von den Gästen der anschließenden Podiumsdiskussion bestätigt. Einigkeit herrschte darüber, dass vonseiten der Unternehmen bereits große Anstrengungen unternommen werden, um den Beschäftigten entgegenzukommen. So berichtete Petra Wagner, Geschäftsführerin der Melexis GmbH am Standort Erfurt, von den Angeboten ihres Unternehmens. Hier werden Beschäftigte beispielsweise über Coachingprogramme dazu befähigt, andere Perspektiven einzunehmen und dadurch (Vereinbarkeits-)Kompromisse in ihrem Team zu finden, die alle als fair empfinden.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der am Design-Thinking orientierte Workshop zum Thema Perspektivwechsel. In einem Planspiel wurden drei verschiedene Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche simuliert. Die Teilnehmenden nahmen dabei verschiedene Personenrollen aus den Unternehmen an und entwickelten konkrete Schritte, um die verschiedenen Herausforderungen ihrer Rolle mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen und daraus konkrete familienfreundliche Angebote zu entwickeln.

Die Dokumentation zur Multiplikatorenveranstaltung stellen wir in den kommenden Wochen auf der Seite zur Veranstaltung ein.

Die ersten Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv und haben dem Netzwerkbüro gezeigt, dass das Thema Perspektivwechsel und Aushandlungsprozesse im Unternehmen einen Nerv getroffen hat. Wir werden deshalb das Thema auch im Rahmen des Unternehmenstags am 27. September 2019 im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin wieder aufgreifen.

Teile: