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Wie familienfreundlich sind Deutschlands Unternehmen?

Eine aktuelle Befragung zum Fortschrittsindex Vereinbarkeit zeigt, wie weit Unternehmen beim Thema familienfreundliche Unternehmenskultur sind.

Macht Familienfreundlichkeit in Unternehmen sichtbar: der Fortschrittsindex Vereinbarkeit. Quelle: shutterstock

Auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten verzichten, um im Unternehmen präsent zu sein? Das trifft für jeden dritten Beschäftigten zu. Auch an Angeboten für Führungspositionen in Teilzeit mangelt es noch. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos in über 600 Unternehmen. Die Ergebnisse liefern nicht nur die Datenbasis für den Fortschrittsindex Vereinbarkeit, dem Tool, um Familienfreundlichkeit messbar zu machen. Sie sind auch ein Barometer für die Familienfreundlichkeit in Deutschland.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Während flexible Arbeitszeitreglungen weit verbreitet sind, gibt es beim Home-Office noch Potenzial: Knapp zwei von drei Beschäftigten (64 Prozent), deren Tätigkeit mobiles Arbeiten zulässt, sind tatsächlich mobil oder im Homeoffice tätig.

  • Auch wenn immer mehr Väter Elternzeit nehmen, ist das Modell noch ungleich verteilt: Im Schnitt nehmen Väter drei Monate Elternzeit, bei den Müttern sind es 16 Monate.

  • Der Anteil weiblicher Führungskräfte liegt im Durchschnitt bei 24 Prozent. Viele gut qualifizierte Mütter übernehmen keine Führungsposition oder lehnen diese sogar ab, weil sie dort Familie und Beruf nicht vereinbaren können.

  • Führungsaufgaben in Teilzeit könnten Verbesserungen schaffen – jedoch arbeiten im Durchschnitt lediglich sechs Prozent aller Führungskräfte mit einem Arbeitszeitpensum von weniger als 100 Prozent der geltenden (tariflichen) Arbeitszeit.

  • Wie familienfreundlich Unternehmen sind, lässt sich auch am Alter der Belegschaft ablesen: So haben Unternehmen teilweise bessere Kennzahlen, wenn ihre Beschäftigten durchschnittlich 36 Jahre oder jünger sind, - im Vergleich zu Unternehmen, deren Belegschaft im Durchschnitt älter als 45 Jahre ist.

Familienfreundlichkeit messbar machen

Der Fortschrittsindex Vereinbarkeit unterstützt Unternehmen dabei, ihre Familienfreundlichkeit zu verbessern. Ein zentraler Bestandteil des Tools sind Unternehmenskennzahlen, auf deren Basis sich Unternehmen mit anderen Unternehmen gleicher Branche oder Größe vergleichen können. Um für das Online-Tool eine Vergleichsgrundlage zu schaffen, wurden in einer repräsentativen Befragung der Prognos AG in mehr als 600 Unternehmen in Deutschland praxisnahe und belastbare Kennzahlen aus dem Personalwesen erhoben.

Mit dem Fortschrittsindex Vereinbarkeit haben Unternehmen ein Instrument, mit dem sie sich gezielt weiterentwickeln und ihren Einsatz im Bereich Familienfreundlichkeit sichtbar machen können. So betont auch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, dass „Familienfreundlichkeit in Unternehmen heute kein 'Nice-to-have', sondern ein echter Standort- und Wettbewerbsfaktor ist". Um qualifizierte Fachkräfte anzuwerben, müssen Unternehmen für Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgen. Der Fortschrittsindex Vereinbarkeit wurde vom Bundesfamilienministerium in Kooperation mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem Bundesverband der Personalmanager entwickelt.

Zum Onlinetool Fortschrittsindex Vereinbarkeit gelangen Sie hier.

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung können Sie hier herunterladen.

 

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