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Zukunftsgespräch im Bundesfamilienministerium

Wie gelingt vollzeitnahe Teilzeit bei Beschäftigen und Führungskräften? Dies stand im Mittelpunkt des Zukunftsgesprächs von „Erfolgsfaktor Familie“.

Bild zeigt: Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek

Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Zukunftsgespräch im Bundesfamilienministerium. Quelle: BMFSFJ

Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und dem Bundesfamilienministerium kamen am 22. Juni in Berlin zusammen, um über zukunftsfähige Modelle vollzeitnaher Teilzeit zu diskutieren.
Als Gastgeber des Zukunftsgesprächs hob Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek die Ziele der Diskussionsrunde hervor: „Mit dem Zukunftsgespräch schaffen wir einen konstruktiven Rahmen, um uns mit Praktikern aus Wirtschaft und Gewerkschaften auszutauschen. Wir wollen gemeinsam praktikable Lösungen generieren, um vollzeitnahe Teilzeitmodelle, die mehr Familie ermöglichen, stärker in der Unternehmenskultur zu verankern. Ziel ist es, Vereinbarkeit so zu gestalten, dass alle Beteiligten davon profitieren.“
 
Väter sind mit ihrer Arbeitszeit noch zu oft unzufrieden
 
Beschäftigte wünschen sich oftmals eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei der beide Eltern berufstätig sind und sich Zeit für ihr Kind nehmen können. In diesem Zusammenhang werden vollzeitnahe Teilzeitmodelle immer wichtiger, sowohl für Mütter und Väter als auch für Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen. Die Studie „Warum nicht fifty-fifty?“ des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung ergab, dass insbesondere Väter mit ihren derzeitigen Arbeitszeiten unzufrieden sind und sich eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 35 Stunden wünschen. Jedoch sieht die Arbeitszeitrealität anders aus: Väter mit Kindern bis 8 Jahre arbeiten im Durchschnitt 41 Wochenstunden, Mütter 25-26 Wochenstunden.
 
Unternehmen sehen erhöhten Bedarf
 
Immer mehr Unternehmen erkennen deshalb die Bedeutung von vollzeitnaher Teilzeit. So planen laut einer Befragung des Bundesfamilienministeriums in Kooperation mit dem Bundesverband der Personalmanager 55 Prozent der Unternehmen, zukünftig verstärkt vollzeitnahe Teilzeit anzubieten. Den erhöhten Bedarf sehen die Unternehmen dabei nicht nur bei Müttern, sondern auch bei Vätern oder Beschäftigten mit Pflegeaufgaben. 9 von 10 Unternehmen sehen in vollzeitnaher Teilzeit eine gute Chance, Teilzeit für Führungskräfte attraktiv zu machen.
Diese Sicht bestätigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zukunftsgesprächs: Grundvoraussetzung dafür sei eine familienfreundliche Unternehmenskultur mit einer gut funktionierenden Kommunikation zum Thema und mit Führungskräften, die vollzeitnahe Teilzeitmodelle fördern oder sogar selbst in Teilzeit führen.
Hier setzt auch die geplante Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld an. Es soll Eltern ermöglichen, vorübergehend vollzeitnah zu arbeiten und die gewünschte gleiche Aufgabenteilung in Familie und Beruf unterstützen. So verbessern Mütter, die ihre Arbeitszeiten erhöhen, ihre Berufs- und Einkommensperspektiven – mit positiven Auswirkungen für den Fachkräftemangel –, während Väter Zeit mit ihren Kindern haben. Kindern gibt die Familienarbeitszeit Zuwendungszeit mit beiden Eltern.

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