Mehr Vereinbarkeit durch flexible Arbeitszeitmodelle

Familienfreundliche und flexible Arbeitszeiten sind ein Gewinn – für Arbeitgeber und Beschäftigte. Werden diese Arbeitszeitmodelle richtig umgesetzt, profitieren beide Seiten gleichermaßen.

Beschäftigte erhalten die notwendige Flexibilität und die Verlässlichkeit, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Arbeitgeber hingegen können qualifizierte Beschäftigte halten und neue gewinnen, sparen Wiedereingliederungskosten, motivieren Eltern in ganz besonderem Maße, können aber auch besser auf Nachfrageschwankungen reagieren. Flexibilität und Familienfreundlichkeit sind also kein Widerspruch, sondern ergänzen einander vielmehr.

Flexibel und Familienfreundlich - Infokasten

Flexibel und familienfreundlich

So profitieren Unternehmen von einer Personalpolitik, die Beschäftigten eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.

Familienfreundliche Angebote steigern die Mitarbeiterzufriedenheit

Unternehmen, die auf eine familienbewusste Personalpolitik setzen, sind als Arbeitgeber attraktiver. Auf die Frage, was wichtiger sei bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers, familienfreundliche Angebote oder das Gehalt, gaben in einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK fast 70 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 40 und 49 Jahren an, dass solche Angebote genauso wichtig wie das Gehalt oder wichtiger seien. Bei den Befragten mit Kindern unter 18 Jahren stieg dieser Anteil sogar auf 91 Prozent. Rund drei Viertel können sich vorstellen, für bessere Vereinbarkeitsbedingungen den Arbeitgeber zu wechseln, fast jeder Dritte hat dies bereits getan.

Familienfreundliche Angebote sind ein Instrument gegen den Fachkräftemangel

Mit Blick auf den wachsenden Fachkräftebedarf wird dieser Aspekt in Zukunft noch wichtiger werden. Nur wer hier gute Angebote machen kann, wird langfristig das Rennen um die qualifizierten Köpfe gewinnen.

Flexible Arbeitszeiten sind für qualifizierte Beschäftigte attraktiv

Qualifizierte Beschäftigte legen Wert auf Handlungsspielräume bei der Arbeitsorganisation. Unternehmen mit flexibler Arbeitszeit haben deshalb bessere Rekrutierungsmöglichkeiten und binden gut eingearbeitetes Personal.

Flexible Arbeitszeiten stärken die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

Untersuchungen haben gezeigt, dass Beschäftigte mit einer verkürzten Tages- oder Wochenarbeitszeit häufig besonders strukturiert und effizient arbeiten, um ihre Aufgaben in der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit zu erledigen. Darüber hinaus können durch flexible Arbeitszeiten auch Schwankungen der Produktion, des Auftragsvolumens oder der Kundenfrequenz abgefangen werden.

Sie möchten flexible Arbeitszeitmodell im Ihrem Unternehmen einführen?
Darauf sollten Sie achten:

Beteiligte miteinbeziehen

Alle Beteiligten im Betrieb sollten einbezogen werden, wenn ein neues, familienfreundliches Arbeitszeitmodell geplant wird. Je nach Größe des Unternehmens sind das neben der Geschäftsführung, der Personalleitung und der Beschäftigtenvertretung (zum Beispiel Betriebs- oder Personalrat) die Beschäftigten, die von der Veränderung unmittelbar betroffen sind. Aber auch die weitere Belegschaft sollte einbezogen werden, um allen das Gefühl zu geben, in diesem Prozess berücksichtigt zu werden.

Geschäftsleitung unterstützt Einführung der Modelle

Veränderungen wie die Einführung familienfreundlicher Arbeitszeitmodelle sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie von der Geschäftsleitung und den Führungskräften unterstützt werden. So können beispielsweise entsprechende Unternehmensgrundsätze und Firmenleitlinien aufgestellt werden. Ein systematisches Projektmanagement kann sinnvoll sein, wenn es personell umsetzbar ist. Vor allem die direkten Vorgesetzten sollten im Rahmen von Veranstaltungen zu dem Thema über Erfahrungen mit den neuen Maßnahmen berichten. Auch in Firmenzeitschriften oder Intranet kann über die neuen Arbeitszeitmodelle informiert werden.

Familienfreundliche Arbeitszeit

Familienfreundliche Arbeitszeit – so einfach geht’s

Flexible Arbeitszeitmodelle erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier finden Sie Tipps, wie die Einführung solcher Arbeitszeitmodelle in vier Schritten gelingt.

Bild zeigt: Icon zur Darstellung zur Veränderung der Arbeitsgestaltung.

Klären, warum und wie Arbeitszeitgestaltung verändert werden soll

Welche Vereinbarkeitsprobleme ergeben sich aus dem bestehenden Arbeitszeitmodell? Klären Sie diese Frage zunächst mit Ihren Beschäftigten. Eine Projektgruppe aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern und vor allem betroffenen Beschäftigten kann diese Frage vorab klären. Legen Sie gemeinsame realistische Ziele dahingehend fest, was verbessert werden soll.

Bild zeigt: Icon zur Darstellung der Konkretierung der Arbeitszeitgestaltung.

Konkretisieren, was möglich und umsetzbar ist

Im nächsten Schritt definiert die Arbeitsgruppe, welche Ansätze denkbar sind und erarbeitet ein erstes Konzept. Dieses sollte darstellen, welche Maßnahmen (inklusive Kosten und Zeitaufwand) wie umgesetzt werden. Gesetzliche und gegebenenfalls tarifvertragliche Rahmenbedingungen fließen hier ebenfalls ein. Auch die weitere Aufgabenverteilung zwischen den Beteiligten in der Arbeitsgruppe sollte in diesem Zusammenhang geklärt werden.

Bild zeigt: Icon zur Darstellung der Diskussionsgrundlage.

Konzept diskutieren, gegebenenfalls testen und anpassen

Die erarbeitete Konzeptskizze sollte nun von Geschäftsleitung und Arbeitsgruppe diskutiert, auf seine Folgen überprüft und gegebenenfalls entsprechend ergänzt und angepasst werden. Je nach Unternehmensgröße kann auch eine Testphase zum Beispiel in einer Abteilung sinnvoll sein, um einzuschätzen, ob das Konzept die angestrebten Ziele erfüllt.

Bild zeigt: Icon zur Darstellung der Kommunikation zur Veränderung der Arbeitszeitgestaltung.

Vorhaben kommunizieren und umsetzen

Bevor das neue Modell dann tatsächlich umgesetzt wird, sollte die Geschäftsleitung es an die gesamte Belegschaft offensiv kommunizieren. Die Beschäftigten müssen wissen, wie es zu den Vorschlägen gekommen ist, welche Ziele erreicht werden sollen, was nun konkret auf sie zukommt und vor allem wie sie von der Veränderung profitieren können. Erst danach sollte die Umsetzung beginnen.

Arbeitszeitmodell - Infokasten

Hier finden Sie eine Übersicht der Arbeitszeitmodelle, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen.

Gute Beispiele aus der Praxis

Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle funktionieren dann am besten, wenn sie individuell auf die Anforderungen in einem bestimmten Unternehmen und auf seine Beschäftigten zugeschnitten sind. Dafür gibt es keine Lösung von der Stange, aber viele sehr gute Beispiele. Einige davon finden Sie hier.

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