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Deshalb lohnt sich betriebliche Kinderbetreuung

Was bringt das neue Förderprogramm für Betriebe?

Ein Gespräch mit Sabine Grünert und Tobias Feier von der Servicestelle Betriebliche Kinderbetreuung.

Bobbycars parken zwischen zwei Autos

Das Förderprogramm "Betriebliche Kinderbetreuung" nimmt auch die Kleinsten aus dem Betrieb in den Blick. Quelle: Jens Rüßmann

Sabine Grünert und Tobias Feier beraten mit ihrem Team Unternehmen, die sich für eine Förderung in der betrieblichen Kinderbetreuung interessieren. Im Interview erklären sie, warum Unternehmen vom neuen Förderprogramm profitieren, welche Fragen sie häufig stellen und was sie vor dem Antrag wissen sollten.

Das Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ unterstützt verschiedene Betreuungslösungen mit einem Zuschuss – von der Betriebs-Kita bis zur Ferienbetreuung. Warum lohnt es sich für Unternehmen, hier zu investieren?

Tobias Feier: Durch eine betriebliche Kinderbetreuung können Beschäftigte ihrem Job besser nachkommen – ohne sich große Gedanken über die Betreuung ihrer Kinder machen zu müssen. Das erleichtert ihnen nicht nur den Wiedereinstig nach der Elternzeit, sondern führt auch zu weniger Fehlzeiten. Lange Wege zwischen Arbeitsplatz und Kita fallen weg. Wenn Unternehmen ihren Beschäftigten eine betriebliche Kinderbetreuung anbieten, schaffen sie Gewinn für beide Seiten: Die Beschäftigten sind weniger gestresst und dadurch produktiver. Viele entscheiden sich bewusst dafür, bei jemandem zu arbeiten, der ihnen den Rücken freihält. Familienorientierte Unternehmenskultur ist heute angesagt.

Was ist der häufigste Grund, aus dem sich Unternehmen für eine betriebliche Kinderbetreuung entscheiden?

Sabine Grünert: Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig gute Arbeitsergebnisse zu liefern, ist für viele Eltern nicht so einfach. Gerade zu Corona-Zeiten kann das ein großes Problem darstellen, das mit einer enormen – auch gesundheitlichen – Belastung verbunden ist. Unternehmen, die betriebliche Kinderbetreuung anbieten, zeigen ihren Beschäftigten, dass sie ihnen entgegenkommen und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Das sorgt gleichzeitig für höhere Produktivität im Unternehmen. In der aktuellen Studie „Neue Chancen für Vereinbarkeit!“ sagen 82 Prozent der Unternehmen, dass sie Kinderbetreuung als zentralen Faktor für die Produktivität im Unternehmen sehen.

Tobias Feier: Gleichzeitig können Unternehmen mit der betrieblichen Kinderbetreuung vor allem auch Alleinerziehende und Familien unterstützen, die kein soziales Netz vor Ort haben und auf Betreuungsplätze angewiesen sind.

Was würden Sie Unternehmen raten, die noch unsicher sind und überlegen, eine Förderung zu beantragen?

Tobias Feier: Unternehmen, die mehr über die Förderung erfahren wollen oder sich unsicher sind, können sich gerne telefonisch oder per E-Mail an die Servicestelle wenden. Hier gehen wir individuell auf die Bedürfnisse der Unternehmen ein und holen sie dort ab, wo sie stehen. Gemeinsam schauen wir, welchen Bedarf sie haben und begleiten sie, wenn gewünscht, bei der Suche nach möglichen Trägern bis hin zur Antragstellung.

Wie starte ich als Arbeitgeber am besten, wenn ich meine Beschäftigten bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützen möchte?

Sabine Grünert: Zunächst ist es gut, den Bedarf zu analysieren. Dabei hilft unser Förderlotse. Hier können Unternehmen überlegen: Wie viele Plätze benötigen sie? Wie alt sind die Kinder? Wie soll die Betreuung aussehen? Eine weitere wichtige Frage, die Unternehmen sich zu Beginn stellen sollten: Wie viel Geld möchten sie überhaupt einsetzen und wie viel Zeit können sie investieren? Außerdem empfehlen wir, die Beschäftigten direkt zu fragen, was sie sich wünschen.

Tobias Feier: Gerade die Beteiligung der Beschäftigten ist ein guter Weg. Zum Beispiel kann eine Projektgruppe mit ein bis zwei Personen, die die Leitung übernehmen, gegründet werden, die sich um die Einführung der betrieblichen Kinderbetreuung kümmert.

Welche Fragen begegnen Ihnen im Beratungsgespräch häufiger? Wie hilft die Servicestelle Betriebliche Kinderbetreuung weiter?

Sabine Grünert: Uns wird immer wieder die Frage gestellt, ob wir Beispiele haben, wie eine betriebliche Kinderbetreuung aussehen kann. Wir verweisen dann immer auf die Praxisbeispiele auf unserer Webseite, an denen sich die Unternehmen orientieren können. Zu ihnen wird oft der Austausch gesucht. Zusätzlich fragen viele nach möglichen Anbietern und Trägern für die Betreuungsplätze. Hier schauen wir gemeinsam mit den Unternehmen, welche Anbieter es vor Ort gibt.

Tobias Feier: Wichtig bei der Antragstellung ist, dass noch nicht mit der Betreuung begonnen wurde. Daher raten wir Unternehmen, den Antrag vier Wochen vor Betreuungsbeginn zu stellen.

 

Portrait Sabine Grünert

Sabine Grünert und Tobias Feier beraten in der Servicestelle Betriebliche Kinderbetreuung die
Unternehmen. Quelle: gsub


Über das Förderprogramm

Berufstätig sein und die Kinder gut betreut wissen: Hier setzt das Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ an. Da eine gute betriebliche Kinderbetreuung zum Unternehmen und den Beschäftigten passen muss, können Unternehmen aus vier Modulen ein passendes Betreuungsangebot für ihre Beschäftigten entwickeln. Dazu zählen die Kindertagesbetreuung, die Kindertagespflege, die Betreuung in Ausnahmefällen und die Ferienbetreuung. Hier erfahren Sie mehr.

Jetzt im Web-Seminar informieren

Welche Förderung Sie als Unternehmen oder Träger erhalten können, erfahren Sie in der Aufzeichnung unseres Web-Seminars. Die Servicestelle Betriebliche Kinderbetreuung erreichen Sie montags bis mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 Uhr unter (0800) 000 9838 sowie jederzeit per E-Mail unter kinderbetreuung@erfolgsfaktor-familie.de.

 

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