Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: So gelingt die Umsetzung im Unternehmen

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland kümmern sich neben dem Beruf um ihre pflegebedürftigen Eltern, Großeltern oder Partnerinnen und Partner.

  • Unsere Gesellschaft altert, die Zahl der pflegebedürftigen Personen steigt.
  • Mehr Frauen sind heutzutage berufstätig, die früher meist die Betreuung übernommen haben.
  • Die Lebensarbeitszeit verlängert sich, das heißt, die Belegschaften werden älter.

Männer und Frauen, die Angehörige pflegen, brauchen Zeit für diese verantwortungsvolle Aufgabe – ebenso wie sie Zeit für ihren Beruf brauchen. Beides zu vereinbaren, ist eine Herausforderung, vor der bereits heute Teile der Belegschaften stehen, und die schon bald immer wichtiger werden wird. Daher gilt: Unternehmen, die sich jetzt auf diese Entwicklung einstellen, müssen später nicht auf das Know-how ihrer erfahrenen Beschäftigten verzichten.

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Familienpflegezeit als Alltagshilfe

Bild zeigt: Vorschau der Website Wege zur Pflege.

Es gibt bereits viele gute Ansätze, wie Unternehmen ihren Beschäftigten dabei helfen können, ihre Berufstätigkeit und die Pflege von Angehörigen zu vereinbaren. Mit der Familienpflegezeit unterstützt die Bundesregierung Unternehmen bei der Entwicklung geeigneter Angebote. Seit dem 1. Januar 2015 gelten neue gesetzliche Regelungen für die Familienpflegezeit. Informationen zu den Neuerungen finden Sie hier.

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5. Modul

In vier Schritten pflegende Beschäftigte unterstützen

So klappt es mit der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: Oft gibt es im eigenen Unternehmen schon viele gute Grundlagen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, auf denen sich weitere Schritte aufbauen lassen. Die folgenden vier Fragen können Ihnen dabei helfen, die eigene Ausgangslage zu bestimmen und ein gezieltes Maßnahmenpaket zu entwickeln:

Bild zeigt: Icon zur Darstellung des Bedarfs an Angeboten für Beschäftigte mit Betreuungsaufgaben.

Besteht ein Bedarf an Angeboten für Beschäftigte mit Betreuungsaufgaben?

Wissen Sie, wie viele Beschäftigte im Unternehmen Angehörige pflegen?

Wie könnte sich diese Zahl angesichts der Altersstruktur der Belegschaft in der näheren Zukunft entwickeln?

Bild zeigt: Icon zu Darstellung der vorhanden Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

Gibt es bereits Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege?

Welche der Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Ihrem Unternehmen, die bislang hauptsächlich Eltern nutzen, könnten auch Pflegende in Anspruch nehmen (z. B. flexible Arbeitszeit und Telearbeit)?

Falls es Kooperationen mit externen Dienstleistern gibt: Haben diese auch Angebote für die Pflege im Programm?

Bild zeigt: icon zur Darstellung einer pflegesensiblen Kultur im Unternehmen.

Gibt es eine pflegesensible Kultur im Unternehmen?

Sensibilisieren Sie Ihre Beschäftigten bereits für Problemlagen von pflegenden Kolleginnen und Kollegen?

Halten Sie Führungskräfte dazu an, beispielsweise in Mitarbeitergesprächen das Thema „Pflege“ anzusprechen? Motivieren Sie Beschäftigte, ihre Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen (z. B. durch Netzwerke)?

Bild zeigt: Icon zur Darstellung der bestehenden Angebote für Beschäftigte.

Können Sie die Beschäftigten über die bestehenden Angebote informieren?

Ist die Pflege von Angehörigen ein Thema in Ihren Unternehmensmedien (Mitarbeiterzeitschrift, Intranet usw.)?

Gibt es Informationsveranstaltungen zum Thema Pflege?

Informieren Sie im Unternehmen über die Angebote regionaler Ansprechpartner, z. B. der Pflegestützpunkte?

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