Die Stadt Köln: Starke Verwaltung. Starkes Leben

Stadt Köln

Beschäftigte: ca. 23.000
Standort: Köln
Branche: Öffentliche Verwaltung

Was?

Die Stadt Köln engagiert sich gezielt für eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Leben ihrer Mitarbeitenden. Dabei werden innerhalb der Stadtverwaltung Angebote, Projekte und Informationen gebündelt. Ein zentraler Baustein sind spezialisierte Mitarbeitendennetzwerke, jeweils für Mütter, Väter sowie für pflegende Beschäftigte. Neben themenspezifischen Wissensveranstaltungen bieten die Netzwerke einen Raum für Austausch, Unterstützung und Vernetzung in unterschiedlichen Lebensphasen. Zusätzlich wird dieses Angebot durch weitere Veranstaltungen , Informationsmaterialien sowie individuelle Orientierungshilfen, insbesondere zum Thema Vorsorge und Mental Load ergänzt. Unter dem Aspekt der Vorsorge haben Mitarbeitende außerdem die Möglichkeit, eine umfassende Vorsorgemappe, sowohl digital als auch in gedruckter Form, anzufordern, in der alle relevanten Informationen von A wie Allergien bis Z wie Zusatzversicherung gebündelt und übersichtlich zusammengefasst werden.

Warum?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Leben ist für die Stadt Köln ein zentrales Element einer familien- und lebensphasenorientierten Personalpolitik. Ziel ist es, Chancengleichheit zu fördern, Diskriminierung zu reduzieren und Mitarbeitende in ihren individuellen Lebenssituationen wirksam zu unterstützen. Gleichzeitig ist das Thema rechtlich im Landesgleichstellungsgesetz Nordrhein-Westfalen verankert. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass Vereinbarkeitsthemen sowohl Gleichstellungs- als auch klassische Personalthemen betreffen, etwa Arbeitszeitgestaltung, Teilzeitmodelle, Elternzeit oder Pflegezeiten. Vor diesem Hintergrund entstand der Bedarf, Zuständigkeiten zu bündeln und eine strukturierte, sichtbare und gut erreichbare Lösung innerhalb der großen Organisation zu schaffen. Das „Bündnis BerufLeben“ ist die Antwort auf diese Herausforderung.

Wie?

Das Bündnis BerufLeben wurde im Jahr 2019 als strategische Kooperation zwischen dem Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern und dem Amt für Personal- und Verwaltungsmanagement gegründet. Es vereint damit unterschiedliche fachliche Perspektiven und Kompetenzen und fungiert als Schnittstelle zwischen Gleichstellungspolitik und Personalmanagement. 
Die Mitarbeitendennetzwerke sind partizipativ aufgebaut und ermöglichen einen niederschwelligen Zugang. Mitarbeitende können sich unkompliziert anmelden, die Teilnahme ist freiwillig und unverbindlich. In den Mütter- und Väternetzwerken wirken Kerngruppen aktiv an der inhaltlichen Gestaltung mit, während im Pflegenetzwerk die Bedarfe der Teilnehmenden über eine gemeinsame Austauschplattform gesammelt und aufgegriffen werden. Regelmäßige Netzwerktreffen sowie quartalsweise Wissensveranstaltungen fördern den Austausch und die Weitergabe von Wissen. Zusätzlich sind Mitarbeitende als Pflegelotsinnen ausgebildet und stehen als erste Orientierungshilfe zur Verfügung. Ein internes Online-Portal bündelt sämtliche Informationen und Angebote rund um das Thema Vereinbarkeit.

Erfahrung?

Die Stadt Köln macht mit ihrem Engagement durchweg positive Erfahrungen. 
Die Netzwerke werden rege genutzt und stoßen auf eine hohe Resonanz bei den Mitarbeitenden. Wie wertvoll der strukturierte Austausch ist, zeigt sich in allen Netzwerken: Beschäftigte mit eigener Erfahrung geben ihr Wissen weiter und unterstützen Kolleginnen und Kollegen, die neu mit einer Pflegesituation oder ihrer Rolle als Elternteil konfrontiert sind, schnell und niedrigschwellig. 
Dass der Erfolg des Bündnisses nicht nur an Zahlen, sondern vor allem an einer veränderten Gesprächskultur messbar ist, beschreibt Julia Pedersen, Leiterin des Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Köln so: „Ein echter Erfolg zeigt sich dort, wo offen über Herausforderungen gesprochen werden kann. Durch unsere Netzwerke haben wir Plattformen geschaffen, auf denen sich Mitarbeitende in ähnlichen Lebenssituationen gegenseitig stützen. Die persönliche Lebensgestaltung darf kein Hindernis für die berufliche Weiterentwicklung sein.“ Diese Offenheit stärkt nicht nur die individuelle Unterstützung, sondern wirkt auch strukturell in die Organisation hinein. Der Erfolg des Projekts zeigt sich unter anderem in regelmäßigem positivem Feedback, einer zunehmenden Nutzung der Angebote sowie in kontinuierlichen Befragungen zur Weiterentwicklung der Netzwerke. Darüber hinaus wirkt das Bündnis kulturprägend: Das Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten wächst, der offene Austausch nimmt zu und Führungskräfte werden stärker für Vereinbarkeitsthemen sensibilisiert. Unterstützung aus höheren Führungsebenen unterstreicht zusätzlich die Relevanz des Themas innerhalb der Organisation.

Tipp?

Unternehmen, die ihre Beschäftigten bei Vereinbarkeitsthemen unterstützen möchten, sollten eine klar benannte und gut erreichbare Anlaufstelle schaffen, auch wenn diese zunächst vor allem koordinierend und vermittelnd tätig sei. Entscheidend sei, Führungskräfte einzubinden, Mitarbeitende gezielt nach ihren Bedarfen zu fragen und auf partizipative Austauschformate zu setzen. Vereinbarkeitsbelange können am besten begleitet werden, wenn diese strukturell verankert sind, glaubwürdig gelebt werden und darüber kontinuierlich kommuniziert wird.