Unternehmenswettbewerb „Kleine Lösungen – große Wirkung“ – Das sind die Gewinner!

Unternehmenswettbewerb

 

Aus den knapp 150 Bewerbungen hat eine Jury aus Auditorinnen und Auditoren der berufundfamilie GmbH stellvertretend für die zahlreichen guten Lösungen die Gewinnerunternehmen ausgewählt. Kriterien waren die Passgenauigkeit für die Situation vor Ort, die besondere Effektivität und Effizienz bei der Umsetzung sowie die einfache Übertragbarkeit auf andere Unternehmen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen. Die vier Gewinnerunternehmen zeigen, dass Familienfreundlichkeit auch in kleinen Betrieben funktioniert, und wie alle Seiten davon profitieren:

 

Benkert Dachbegrünung GmbH & Co. KG

Die Firma Benkert Dachbegrünung in Königsberg in Bayern bietet mit ihren 59 Beschäftigten deutschlandweit seit über 30 Jahren professionelle Dachbegrünung und Belagsarbeiten an. Heute führt Karla Benkert, die Tochter des Firmengründers, das Unternehmen in zweiter Generation – mit dem klaren Anspruch, dass nicht nur Dächer im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Menschen, die darauf arbeiten. Als Arbeitgeberin legt sie daher großen Wert auf langfristige Arbeitsverhältnisse und flexible, familienorientierte Arbeitsbedingungen für alle im Team.

Die Lösungen

Für die kaufmännischen Mitarbeitenden wird Homeoffice nach Bedarf ermöglicht sowie verschiedene Arbeitszeitmodelle in Voll- oder Teilzeit. Dank flexibler Arbeitszeiten können private Termine problemlos wahrgenommen werden. Dies gilt auch in Führungsfunktionen: Einer der Prokuristen arbeitet in einer 30-Stunden-Woche. Brückentage sind generell frei und im Winter werden alle Mitarbeitenden weiterbeschäftigt – Entlassungen gibt es nicht. 

Konsequenterweise sollen aber auch die gewerblichen Mitarbeitenden von flexiblen Arbeitszeitmodellen profitieren. In einem Probelauf wurden die Projekte und Abläufe so umgestellt, dass neben der klassischen 5-Tage-Woche auch eine 4-Tage-Woche (freitags frei) oder eine 4/5-Tage-Woche (jeder zweite Freitag frei) gewählt werden kann. Favorit der Beschäftigten ist die 4/5-Tage-Woche. Dort werden die freien Freitage zu Beginn des Jahres für das gesamte Jahr festgelegt, wodurch auch langfristige Planung im privaten Umfeld möglich ist. Wünsche nach heimatnahen Baustellen werden berücksichtigt. Mitarbeiter, die Nachwuchs erwarten, erhalten in den letzten Tagen der Schwangerschaft ihrer Partnerin für den Baustelleneinsatz ein eigenes Fahrzeug, damit sie im Fall der Fälle ohne Verzögerung direkt zur Geburt fahren können.

Der Erfolgsfaktor

Den Unterschied macht aber vor allem die überzeugende Art und Weise der Maßnahmenentwicklung und -umsetzung nach dem Motto: „Was uns stark macht, ist das Team. Und was das Team stark macht, ist ein Arbeitgeber, der zuhört, unterstützt und mitdenkt“. Und davon profitieren nicht nur die Beschäftigten. Ein zentraler Effekt ist die langfristige Bindung der Fachkräfte: Mitarbeitende bleiben länger im Unternehmen als anderswo: kürzlich konnten 30 Jahre Zugehörigkeit gefeiert werden. Auch für die Rekrutierung neuer Fachkräfte zeigt sich ein positiver Effekt: Das Unternehmen ist als Arbeitgeber attraktiver geworden und kann leichter qualifizierte Mitarbeitende gewinnen.

 

Dreer GmbH

Die Dreer GmbH Ofterdingen in Baden-Württemberg ist mit 42 Beschäftigten ein Unternehmen, das haushaltsnahe Dienstleistungen und Gebäudereinigung anbietet – eine Branche, die traditionell stark frauendominiert ist. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dort also besonders relevant – und aufgrund der Arbeitsbedingungen gleichzeitig besonders herausfordernd. Die Geschäftsführenden Jule und Aleksandr Dreer sind selbst Eltern von zwei kleinen Kindern und kennen die Vereinbarkeitsthematik aus eigener Erfahrung. Das flexible Modell wurde bereits seit der Gründung 2019 bewusst mitgedacht – entsprechend dem Firmenmotto „schwäbisch mit Herz und Kompetenz“!

Die Lösungen

Arbeitszeiten und Einsätze werden konsequent an Kita- und Schulzeiten der Kinder angepasst. Die Einsatzplanung erfolgt nach Möglichkeit wohnort- bzw. kitanah, um Wegezeiten zu reduzieren. Auch alternative Arbeitszeiten, z. B. früh morgens oder abends, werden ermöglicht, wenn dadurch die Betreuung zu Hause gesichert ist. Kurzfristige Anpassungen bei Krankheit, Betreuungsausfällen oder Arztterminen werden unbürokratisch ermöglicht. Bewerberinnen und Bewerber sind häufig überrascht, dass die Anpassung an Betreuungszeiten so unkompliziert möglich ist. Gerade in den Ferien bewährt sich das Modell: Fehlzeiten konnten durch flexible Arbeitszeitwechsel für die Schul- oder Kita-Schließzeiten ohne Betreuung reduziert werden.

Das setzt aber auch Flexibilität und Bereitschaft bei allen Beteiligten voraus: Zum einen beim Arbeitgeber, der auf eine flexible und reaktionsschnelle Einsatzplanung setzt und diese auch konsequent an Betreuungssituationen ausrichtet. Zum anderen braucht es aber auch Arbeitnehmende, die ihrerseits dafür sorgen, dass ihre Arbeitszeiten grundsätzlich durch eine geregelte Betreuung abgesichert sind und die bereit sind, auch mal eine Vertretung zu leisten. Nicht zuletzt müssen auch die Kunden „mitspielen“, wenn mal nicht alles wie üblich läuft – aber dennoch professionell und verlässlich ist. 

Der Erfolgsfaktor 

Das Besondere ist: so gestaltete Arbeitszeiten ermöglichen die Beschäftigung von Eltern, die bei anderen Arbeitgebern keine passende Stelle gefunden haben bzw. dem Arbeitsmarkt sonst nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Und das spricht sich herum: viele Bewerbungen entstehen über persönliche Empfehlungen aus dem Umfeld der Mitarbeitenden – und das in einer Branche, die unter einem erheblichen Arbeitskräftemangel leidet. Die gelebte Familienfreundlichkeit ist für die Dreers damit ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

 

Raumausstattung Schwarzmeier e.K.

Die Firma Raumausstattung Schwarzmeier e.K. aus Arnsdorf bei Dresden in Sachsen besteht seit über 140 Jahren. Die Firmengeschichte umspannt inzwischen fünf Generationen, in denen die Familie immer ein Teil der Arbeit war. Auch die Geschäftsführerin Antonia Schwarzmeier lebt Vereinbarkeit als Unternehmerin und Mutter selbst vor.
Erfahrung, Kreativität und ein Blick fürs Detail sind hier die Erfolgsfaktoren – und zwar nicht nur bei der Gestaltung von Räumen für die Kundinnen und Kunden, sondern auch bei den Arbeitsbedingungen. Trotz der besonderen Anforderungen eines handwerklichen Betriebs mit Werkstatt, Kundenterminen und Montageeinsätzen gelingt eine individuelle und flexible Arbeitszeitgestaltung. Familiäre Veränderungen werden im direkten Austausch aufgegriffen, Arbeitszeiten werden bei Bedarf kurzfristig und pragmatisch an persönliche Lebenssituationen angepasst. 
 

Die Lösungen

Durch echte Teamarbeit entstehen Lösungen, die funktionieren und zeitgemäß sind. Dies zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel einer Auszubildenden, die unmittelbar zu Beginn ihrer Ausbildung schwanger wurde. Statt die Ausbildung infrage zu stellen, entwickelte der Betrieb gemeinsam mit ihr und einer Kollegin ein individuelles Modell, das eine erfolgreiche Fortsetzung und sogar Verkürzung der Ausbildung ermöglicht. Damit wird auch ein Signal gesetzt für (immer noch unterrepräsentierte) Frauen im Handwerk: Familiengründung wird nicht als Hindernis, sondern als gemeinsam gestaltbare Lebensphase verstanden. Aber auch Elternzeiten von Vätern werden selbstverständlich unterstützt – was nicht in allen Handwerksbetrieben üblich ist.

Der Erfolgsfaktor 

Lebensphasenbewusste Arbeitszeitgestaltung ist hier ohne umfangreiche Programme möglich, sondern entspringt vor allem einer entsprechenden Führungshaltung entsprechend dem Leitsatz: „Nicht das Problem lösen, sondern den Menschen unterstützen."
Diese vertrauensvolle Unternehmenskultur führt zu einer hohen Mitarbeitendenbindung, großer Einsatzbereitschaft und einer attraktiven Arbeitgeberposition. Schwarzmeier kann sich Bewerbende zunehmend aussuchen, was im Handwerk insgesamt und in einer vom Fachkräftemangel besonders geprägten Branche eine besondere Stärke darstellt.

 

 

Thome u. Bormann GmbH

Die Thome u. Bormann GmbH betreibt mit seinen 85 Beschäftigten Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie Flughafentechnik in Prüm in Rheinland-Pfalz und ist einer der führenden Ausbildungsbetriebe in der Eifelregion. Das Unternehmen wird heute bereits in der dritten und vierten Generation geführt. Die Geschäftsführung hat schulpflichtige Kinder und erlebt, dass Vereinbarkeit keine theoretische Fragestellung ist, sondern den Alltag unmittelbar betrifft. Die Erfahrungen in der Pandemie gaben den Ausschlag, Vereinbarkeit dauerhaft zu verankern. Einfache, flexible Lösungen mit unmittelbarer Wirkung im Arbeitsalltag prägen seitdem das Vorgehen, um so unabhängig von Lebensphase, Tätigkeit oder familiärer Situation eine verlässliche und praxistaugliche Unterstützung zu bieten. Und es gibt klare Prioritäten: „im Zweifel ruht der Auftrag“.

Die Lösungen

Kernbestandteil ist die konsequente Ermöglichung von mobilem Arbeiten, überall dort, wo es fachlich möglich ist. Ein besonderer Fokus liegt darauf, auch in untypischen Bereichen wie der Werkstatt unkomplizierte Lösungen zu finden. So arbeiten beispielsweise Monteure Vollzeit in einer 4‑Tage‑Woche, um Familie, Betreuung und Erholung besser mit dem Beruf vereinbaren zu können. Ergänzend können administrative Aufgaben aus dem Werkstattumfeld flexibel im Homeoffice erledigt werden. 
Weil der Alltag von Familien immer wieder neue und unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringt, ist es in besonderen Situationen möglich, Kinder mit an den Arbeitsplatz zu bringen. Kurzfristiger Urlaub oder Überstundenausgleich bei familiären Ereignissen bedürfen keiner formalen Genehmigung, sondern werden vertrauensbasiert im Team abgestimmt. 

Der Erfolgsfaktor 

Und was ein Unternehmen dieser Größe sonst nicht hätte bieten können, wird unter dem Motto „Was einer allein nicht schafft, dass schaffen viele“ durch eine Mitgliedschaft in der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel möglich. Dadurch erhalten die Beschäftigten Zugriff auf ein breites Unterstützungsangebot rund um Themen wie Kinderbetreuung, Pflege / Demenz oder auch gesundheitliche Fragestellungen wie z. B. Burn-Out, Sucht, Krebs und andere belastende Lebenssituationen wie etwa Scheidung oder auch Tod eines Angehörigen.
Das Engagement zahlt sich aus: Der Betrieb verzeichnet rückläufige Krankheitsquoten und kennt kaum Fluktuation, im Jahr 2025 gab es lediglich eine Kündigung. Die geringeren Ausfallzeiten schaffen verlässliche Abläufe und eine hohe Planbarkeit trotz flexibler Rahmenbedingungen. Insgesamt haben die Maßnahmen zu einer stabilen und motivierten Belegschaft, einer positiven Unternehmenskultur sowie einer nachhaltigen Stärkung der Arbeitgeberattraktivität geführt. 

 

 

Weitere nominierte Unternehmen

  • Berschneider GmbH Fleischspezialitätenproduktion
  • Betreuungskette Am Seelberg GmbH
  • CONTA-CLIP Verbindungstechnik GmbH
  • CVS Ingenieurgesellschaft mbH
  • Fraunhofer IEM
  • Frischmarkt Komp GmbH
  • Heinrich Voss Gebäudetechnik GmbH
  • Janz Tec AG
  • Maintal Konfitüren GmbH
  • mf Mercedöl GmbH
  • MSD GmbH Seniorenstift "Haus an der Landwehr"
  • Oberlinhaus Rehaklinik gGmbH
  • Pfefferer Baumkultur GmbH
  • ReformKontor GmbH & Co. KG
  • SKZ KFE gGmbH
  • Sozialstation Esslingen gGmbH
  • SPINDLER Dachdeckerei-Spenglerei GmbH
  • TMK Thomas Mack Kommunikation GmbH
     

 

Über den Unternehmenswettbewerb

Der Unternehmenswettbewerb „Kleine Lösungen – große Wirkung. KMU gewinnen mit Vereinbarkeit“ wurde im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ des Bundesfamilienministeriums ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs ist es, konkrete betriebliche Lösungen sichtbar zu machen, die Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Der Wettbewerb soll dazu beitragen, erfolgreiche Modelle aus kleinen und mittleren Betrieben bundesweit bekannt zu machen und Impulse für andere Unternehmen zu geben.

Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten konnten sich vom 4. März bis zum 24. April 2026 bewerben. Die Preisträger wurden im Rahmen des Unternehmenstags „Erfolgsfaktor Familie“ am 11. September 2026 im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin durch das Bundesfamilienministerium und die DIHK ausgezeichnet.