Hays AG: Väternetzwerk will für alle eine bessere Vereinbarkeit erreichen

„Mein Chef hat die harten Kämpfe gekämpft“

Beschäftigte: ca. 11.000 weltweit, 3.700 in Deutschland, davon ca. 280 in Berlin
Standorte: Berlin
Branche: Personalberatung

Was?

Hays ist eine große Personalberatung mit 280 Beschäftigten am Standort Berlin. Seit gut zwei Jahren gibt es bei Hays ein Väternetzwerk, das aus der Sicht der Väter für mehr Vereinbarkeitschancen für alle sorgen möchte. 

Warum?

Ingo Sauer ist Vater einer vierjährigen Tochter und eines achtjährigen Sohns. Seine Frau ist jeweils für drei Jahre in Elternzeit gegangen und arbeitet in Teilzeit. Sauer ist Senior-Abteilungsleiter bei Hays, einem international tätigen Personaldienstleister mit 280 Beschäftigten am Standort Berlin. Was auf den ersten Blick nach einer „klassischen“ Konstellation aussieht, birgt überraschende Wendungen.
Denn Ingo Sauer wollte mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Nach der Geburt seines Sohns ist er zunächst für zwei Monate in Elternzeit gegangen. „Ich habe lange darauf zugearbeitet, dass mein Team ohne mich auskommt“, sagt er nachdenklich. Als sein Sohn acht Monate alt wurde, hat er noch einmal drei Monate Elternzeit genommen. Auch nach der Geburt der Tochter war er zunächst zwei Monate für die Familie da. Beim ersten Geburtstag war Sauer dann für einen weiteren Monat in Elternzeit und hat anschließend drei Monate lang halbtags gearbeitet. Das war eine Erfahrung, die ihn bis heute prägt. 

Wie?

Sauer hat jetzt als Führungskraft eine hohe Sensibilität für Teilzeitkräfte, zum Beispiel in Bezug auf Besprechungszeiten. Er weiß, dass die Arbeitszeit definitiv früher endet, und fordert dafür Respekt ein. Ihm ist bewusst, wie wichtig er selbst als Vorbild ist. „Mein Chef hat die harten Kämpfe gekämpft“, berichtet er. Als Sauer Vater wurde, hat sein Vorgesetzter ihm den Rücken gestärkt und ihn ermutigt, Elternzeit zu nehmen. Sauer bringt seinen Sohn jeden Morgen in die Schule, holt ihn nachmittags wieder ab und arbeitet dann noch zwei Stunden von zu Hause aus. Er hat eine tiefe Bindung zu beiden Kindern ... 
Heute hat Sauer ein Väternetzwerk in seinem Betrieb mit aufgebaut, für das der Vorstand als Pate gewonnen werden konnte. Sein Unternehmen befindet sich im Umbruch, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht. Auf der einen Seite gibt es u. a. das Väternetzwerk, ein Pride-Netzwerk und ein Frauenkarrierenetzwerk. Auf der anderen Seite gibt es noch keine fest verankerte lebensphasenorientierte Personalarbeit. Diese zu etablieren, hat sich das Väternetzwerk auf die Fahnen geschrieben.

Erfahrung?

„Wir bringen unsere Erfahrungen als Väter ein, aber wir wollen für alle eine bessere Vereinbarkeit erreichen“, meint Sauer. „Wir mischen uns immer wieder ein, zum Beispiel mit positiven Beispielen, wenn eine Führungskraft meint, eine Elternzeit für einen Vater ginge nicht.“ Auch Alleinerziehende und Teilzeitkräfte hat Sauer im Blick. Er ist zuversichtlich, dass sich Vereinbarkeit noch stärker als bisher in den Prozessen des Unternehmens verankern lässt. 

Wer mehr über Ingo Sauer und sein Vereinbarkeitsmodell erfahren möchte, kann sich hier die Dokumentation der virtuellen Multiplikatorenveranstaltung „Väter und Vereinbarkeit – mittendrin statt nur dabei“ vom 14.06.2023 anschauen.