Unternehmensmarke und Familienfreundlichkeit: Der feine Unterschied

Liebe Leserinnen und Leser,

2013 hat sich unser Forum damit beschäftigt, wie Unternehmen intern über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommunizieren können. Schließlich sollen sich Beschäftigte nicht nur adäquat informiert, sondern auch beteiligt fühlen. Gleichzeitig möchten Unternehmen glaubwürdig mit dem Thema Vereinbarkeit umgehen. Die Zusammenfassung dieses Forums geben wir im April als Leitfaden heraus.

2014 wechseln wir die Perspektive und fragen, wie familienbewusste Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihre Außenkommunikation, insbesondere in ihr Personalmarketing, integrieren können. Warum? Studien – unter anderem auch die Personalmarketingstudie von „Erfolgsfaktor Familie" – belegen immer wieder, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei der Arbeitgeberwahl eine große Rolle spielt. Und auch Sie, unsere Mitglieder, haben uns bei der Mitgliederbefragung 2012 deutlich gemacht, dass dieses Thema Sie ganz besonders interessiert.

Es ist fast eine Binsenweisheit, aber erfolgreiche Außenkommunikation hängt auch davon ab, dass Beschäftigte im Unternehmen erleben, was ihr Arbeitgeber nach außen kommuniziert. Unternehmen mit einer lebendigen internen Kommunikation über Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben daher schon gute Voraussetzungen für erfolgreiches Personalmarketing zum Thema Vereinbarkeit.

„Wahre Schönheit kommt von innen“, so nennt Wolf Reiner Kriegler dieses Phänomen. Er ist Chef der Deutschen Employer Branding Akademie und unser Interviewpartner in dieser Ausgabe. Mit ihm und seiner Kollegin Paula Thieme haben wir diskutiert, welche Rolle Vereinbarkeit von Beruf und Familie für eine Arbeitgebermarke spielen kann und welche Botschaften bei diesem Thema möglich sind.

Damit legen wir den roten Faden für unser Forum Personalmarketing 2014: Wir wollen Wege und Beispiele vorstellen, wie sich Unternehmen glaubwürdig über Vereinbarkeit von Beruf und Familie positionieren können, sodass bei ihren Zielgruppen auch die richtigen Erwartungen geweckt und sie als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Wie schon im letzten Jahr machen wir dazu im Verlauf des Jahres Workshops, befragen Experten und natürlich Sie, unsere Mitglieder, nach Ihren Erfahrungen. Wir freuen uns dabei über aktive Impulse von Ihnen. Sprechen Sie uns an!

Viel Spaß mit unserer ersten Ausgabe und bis Februar!

Ihre Sofie Geisel


Personalmarketing

Interview: Geben Sie Ihrem Angebot ein konkretes Gesicht

Seit 1999 begleitet Wolf Reiner Kriegler Unternehmen auf dem Weg zur Arbeitgebermarke. 2006 gründete er die Deutsche Employer Branding Akademie (DEBA), die das Thema interdisziplinär erforscht und praxisnah weiterentwickelt sowie Unternehmen in Aufbau und Führung ihrer Arbeitgebermarke berät. Im Interview erklärt Wolf Reiner Kriegler, warum die Vereinbarkeit von Beruf und Familie inzwischen eher zu den harten Themen gehört. Er zeigt zudem, wie ein Unternehmen seine Familienfreundlichkeit so ausweisen kann, dass sie mehr wird als ein austauschbarer Faktor.

Paula Thieme leitet bei der DEBA den akademischen Bereich und promoviert gegenwärtig an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fach Volkswirtschaftslehre zur Weiterbildungsmotivation von älteren Beschäftigten.

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Personalmarketing

Unternehmensbeispiel: „Zufriedenheit strahlt nach außen und multipliziert sich weiter“

„In der Vergangenheit haben viele Unternehmen gar nicht gezielt eine Marke gebildet, sondern Themen beschrieben, die ihrer Bewerberzielgruppe wichtig waren. Daraus hat sich dann langsam und fast unmerklich die Marke entwickelt,“ sagt Martina Brokbals. Sie ist Teamleiterin Employer Branding bei der BARMER GEK und vertritt damit ein Unternehmen, das seinen Blick bei Neueinstellungen aktuell vor allem auf potenzielle Auszubildende richtet. Denn: „Im Vergleich zu früheren Jahren haben wir momentan einen eher geringen Bedarf an Neueinstellungen. Qualifizierten Berufsnachwuchs zu gewinnen ist für unser Unternehmen aber nach wie vor wichtig – schon allein, um eine gute Mischung in der Belegschaft zu gewährleisten“, sagt Brokbals.

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