Der Upstalsboom-Weg zu einem glücklichen Alltag

Glücklich und zufrieden sein, sich auf sich selbst besinnen und zur Ruhe kommen. Ja, das verbindet man mit einem gelungenen und erholsamen Hotelaufenthalt. Der Ferienanbieter Upstalsboom möchte dies seinen Gästen zweifellos ermöglichen. Doch der sogenannte „Upstalsboom-Weg“, der bezieht sich auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Anbieters von Ferienwohnungen und Hotelzimmern mit Hauptsitz im ostfriesischen Emden.

Als Bodo Janssen nach dem Tod seines Vaters die Geschäftsführung des Unternehmens übernahm, glaubte er, alles liefe gut. Dann kam ein Personalchef neu ins Unternehmen, der ihn überzeugte, eine Beschäftigtenbefragung durchzuführen. Deren Ergebnisse waren derart niederschmetternd, dass Janssen sich überlegen musste, alles hinzuwerfen oder alles umzukrempeln. Er entschied sich für Letzteres. So berichtet Robert Jabin, Personalentwickler und Corporate-Happiness-Trainer bei Upstalsboom und Vater von zwei Kindern.

Janssen besuchte anderthalb Jahre lang regelmäßig ein Benediktinerkloster und lernte bei Pater Anselm Grün, der sich intensiv mit der Psychologie von C. G. Jung und asiatischen Meditationstechniken beschäftigt und Autor von rund 200 spirituellen Büchern ist. Er lernte einen achtsamen Umgang mit sich selbst und mit anderen. Eines von vielen Resultaten: Upstalsboom bekam eine Entwicklungswerkstatt. Zweimal jährlich trifft sich noch heute ein Querschnitt von 100 Beschäftigten zu einem zweitägigen Workshop in einem der Hotels. So hat das Unternehmen unter Beteiligung aller Hierarchieebenen ein Leitbild entwickelt. Das Ergebnis ist ein umfangreicher Wertekanon, dem sich alle verpflichtet fühlen. Ausdruck dieser Werte ist unter anderem soziales Engagement, wozu die Beschäftigten zwei Tage pro Jahr freigestellt werden, und das Angebot an jede und jeden, Klosterseminare zu besuchen. Familienfreundlichkeit ist ein integraler Bestandteil dieser an Werten orientierten Kultur.

Wie sieht die familienfreundliche Unternehmenskultur konkret aus? Auf diese Frage hin erzählt Jabin, dass er selber zum Beispiel die E-Mail-Funktion seines Diensthandys deaktiviert habe, um gar nicht erst in die Versuchung zu kommen, abends noch Dienstliches zu lesen. Er genießt Vertrauensarbeitszeit, wie auch andere Beschäftigte ohne Kundenkontakt. Im Service können Dienstpläne untereinander getauscht werden. Upstalsboom gewährt seinen Beschäftigten in der Zentrale drei Tage „Kind krank“ ohne Krankenschein. „Allerdings können die meisten Eltern Krankheiten von Kindern durch flexible Arbeitszeit auffangen“, berichtet Jabin. Dabei bezeichnet er es als Bestandteil der familienfreundlichen Unternehmenskultur, dass es keine Neiddebatten gibt. „Eltern dürfen nicht das Gefühl eines Sonderstatus haben“, so der gelernte Hotelfachmann. Zur Kultur gehöre auch ein direktes Feedback: „Wenn jemand unzufrieden ist, fordern wir ihn dazu auf, es offen anzusprechen, denn wir möchten keinen ‚Flurfunk‘.“ So sind die Krankenquote und – für Hotels extrem wichtig – die Fluktuation rasant gesunken. „Unser Hauptantrieb ist, dass alle, die mit uns zu tun haben, zufrieden und glücklich sind“, sagt der Corporate-Happiness-Trainer. Und das bezieht sich wieder auf Beschäftigte und Gäste.

 

 

Teile: