Beispiel aus der Praxis

Fachkräfte binden und gewinnen

Das Essener Bündnis für Familie engagiert sich seit 2009 für einen zukunftsfähigen familienfreundlichen Lebens- und Wirtschaftsstandort. Das Bündnis mit seinen 135 Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden, Kommune, Politik, Stadtgesellschaft, Stiftungen, Kirchen und Wissenschaft erarbeitet konkrete Lösungen, die die Infrastruktur für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Region nachhaltig weiterentwickeln. Vorsitzender ist Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Großstadt Essen. Der stellvertretende Vorsitz obliegt Jutta Kruft-Lohrengel, Präsidentin der IHK für E, MH, OB.

Qualitätssiegel für Unternehmen
Das Essener Bündnis für Familie zertifiziert seit 2013 Unternehmen mit dem „Essener Audit Familienfreundliches Unternehmen“. Das Audit spricht insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen an, die bedarfsorientierte und unternehmensspezifische Maßnahmen umsetzen. Konkrete Zielvereinbarungen für die Zukunft sind Teil des Prozesses, um für eine Nachhaltigkeit der in die Wege geleiteten Prozesse zu sorgen. Bereits jetzt profitieren über 15.000 Beschäftigte der ausgezeichneten Unternehmen von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen.

Der Mensch im Mittelpunkt
Eine werteorientierte, familienfreundliche Personalpolitik und Unternehmenskultur sind zunehmend Führungsaufgabe in Unternehmen und Kommunen, beobachtet Claudia Hoose, Koordinatorin und Geschäftsführerin des Bündnisses. „Familienfreundlichkeit ist ein zentraler Faktor, der Unternehmen für begehrte Fachkräfte attraktiv macht. Dabei gestalten qualifizierte und engagierte Beschäftigte diesen Entwicklungsprozess mit“, so Hoose. Die Chancen, die aus neuen und digitalen Arbeitsformen entstehen, werden im Essener Bündnis ebenso kontrovers diskutiert wie der zunehmende Druck, ständig erreichbar zu sein. Deshalb steht der Faktor „Zeit für die Familie“ an zentraler Stelle der Kuratoriumssitzungen und Netzwerktreffen.

Die NATIONAL-BANK AG setzt auf individuelle Lösungen
Monika Leardini-Wittig, Personaldirektorin der NATIONAL-BANK AG, beobachtet eine positive Entwicklung: „Durch das selbstbestimmte und bedürfnisorientierte Arbeiten spüren wir eine deutliche Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeitenden“, sagt Leardini-Wittig.

Das Bankhaus mit seinen 600 Angestellten, zertifizierter Partner im Essener Bündnis für Familie, zeichnet sich durch den persönlichen Kundenkontakt aus. Die Anforderungen an die neue Arbeitswelt stellt das Unternehmen vor die Herausforderung, Präsenzzeiten abzudecken und alle Beschäftigten bei der Arbeitseinteilung zufriedenzustellen. Bei der Teambesetzung achten Führungskräfte deshalb auf eine gute Balance im Einsatz von Teil- und Vollzeitbeschäftigten, sodass alle möglichst flexibel agieren können. Geschäftsbereiche, in denen es möglich ist, bieten mobiles Arbeiten an. Flexibilität erzielen die Beschäftigten durch individuelle Arbeitszeitmodelle, Jobsharing und Führung in Teilzeit. Die Bank ermöglicht auch zeit- und ortsunabhängige Weiterbildungen, z. B. durch webbasierte Schulungen. Zudem können die Mitarbeitenden möglichst wohnortnahe Arbeitsorte wählen, um Fahrtwege kurz zu halten.

Um dem demografischen Wandel zu begegnen, bildet das Unternehmen im Jahr 15 bis 20 Auszubildende für den eigenen Bedarf aus. Das mittelständische Unternehmen setzt zudem auf Fachkräftebindung: Angestellte, die nach einem Jahr aus der Elternzeit zurückkehren, sollen möglichst in ihrer bisherigen Position weiterarbeiten können. „Wir setzen alles daran, dieses wertvolle Know-how zu halten, und verhindern den klassischen Karriereknick“, sagt Leardini-Wittig.

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