PraxisbeispieleCorona

„Eine gute Zeit für Veränderungen“

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist nicht zuletzt durch ihre kreativen Kampagnen à la „We kehr for you“ über die Stadtgrenzen hinweg bekannt. Doch genauso wie sich die BSR-Mitarbeitenden um Lebensqualität in der Hauptstadt kümmern, achtet die BSR auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ihrer Beschäftigten.

Anke Brinkmann, Prokuristin und Leiterin des Gesundheitsmanagements bei der Berliner Stadtreinigung. Quelle: BPM

Die aktuelle Zeit bewältigt die BSR gut. „Wir können durch einen Strauß von Maßnahmen im Unternehmen gewährleisten, dass wir unsere Dienstleistung weitestgehend ohne Einschränkungen erbringen können, d. h., wir sorgen dafür, dass Straßen, Gehwege und diejenigen Parks, die in unsere Zuständigkeit fallen, sauber sind, holen den Müll zuverlässig ab und haben auch unsere Recyclinghöfe geöffnet“, berichtet Anke Brinkmann, Prokuristin und Leiterin des Gesundheitsmanagements bei der BSR. Die Herausforderung, während der Pandemie die Leistungen weiter anzubieten und gleichzeitig den größtmöglichen Gesundheits- und Arbeitsschutz für die Beschäftigten zu gewährleisten, meistert das Unternehmen tatkräftig. „Wir nehmen unsere Fürsorgepflichten als Arbeitgeberin wahr, und wir haben auch bei uns die Situation, dass Beschäftigte den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit schaffen müssen“, führt Brinkmann aus.

Kurzfristig die Freistellungstage von drei auf zehn erhöht

Die BSR hat bereits im März, als bundesweit die Kita- und Schulschließungen umgesetzt wurden, die Freistellungstage für Eltern von den im TVöD festgelegten drei Tagen auf zehn Tage erhöht. Dies war eine betriebliche Initiative und sie steht allen Beschäftigten zur Verfügung, die keine Betreuungsmöglichkeiten nutzen können. „Das hat den Eltern erstmal sehr geholfen“, so Brinkmann. Bei der BSR wird der Familienbegriff sehr weit gefasst, sodass die Freistellungstage auch Beschäftigte in Anspruch nehmen können, die in Patchwork-Familien leben.

Durch Engagement Notbetreuung erweitert

Bis vor Kurzem konnten viele Beschäftigte ihre Kinder nicht in die Notbetreuung bringen, weil zunächst die Regelung galt, dass eine Notbetreuung nur dann griff, wenn beide Elternteile in systemrelevanten Berufen tätig sind. „Das hat sich inzwischen geändert“, freut sich Brinkmann. Durch das Engagement der Berliner Stadtreinigung, die schon seit 2007 Mitglied im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ ist, kann das Unternehmen ab sofort auch denjenigen Eltern einen Notbetreuungsplatz bei öffentlichen Trägern anbieten, bei denen nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. „Wir sind ein systemrelevanter Betrieb und werden unserer Arbeit nachkommen“, sagt Brinkmann, die auch den Corona-Krisenstab der BSR leitet.

Familienbewusste Kultur schafft Vorteile in der Krise

„Es hat uns geholfen, dass wir das Thema Vereinbarkeit seit Langem sehr ernst nehmen und schon seit Jahren in der BSR etabliert haben“, sagt Brinkmann. „Dadurch konnten wir auf vorhandene Strukturen zurückgreifen. Zum Beispiel das flexible und mobile Arbeiten“, erklärt Brinkmann, die selbst zeitweise im Homeoffice arbeitet.

Über „Corona-Lotsen“ und Gesundheitslotsen sind alle informiert

Darüber hinaus hat die BSR bereits seit 2019 eine Beschäftigten-App. Alle Infos, die die neue Situation betreffen, werden darüber gestreut. Mit dem „Corona-Lotsen“ gibt es dort auch hilfreiche Tipps für diese Zeit. Von Rezeptkarten mit den Lieblingsrezepten – aus der momentan geschlossenen Kantine – zum Nachkochen für die Eltern bis hin zum Thema Homeschooling. Brinkmann nennt das „wertvolle Kleinigkeiten“, worin sich eine familienbewusste Unternehmenskultur konkret zeigen kann. Bei der BSR gibt es auch sogenannte Gesundheitslotsen, die alle Informationen zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommunizieren. Die Lotsen werden grundsätzlich zeitnah informiert und geben die Informationen an die Beschäftigten vor Ort weiter. „So bleiben wir immer nah an den Mitarbeitenden dran und können somit auch individuelle Lösungen schaffen. Worauf wir großen Wert legen, ist, dass die Führungskräfte im engen Austausch mit den Beschäftigten sind, damit ggf. das Unterstützungsangebot erweitert werden kann. Dafür schaffen wir die passenden Rahmenbedingungen und die technischen Möglichkeiten“, erläutert Brinkmann.

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