PraxisbeispieleCorona

„Wir fahren immer noch Dreischichtbetrieb“

Die Werner Langer GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Unternehmen aus Meschede-Berge in Nordrhein-Westfalen mit 119 Beschäftigten. Das langjährige Netzwerkmitglied hat eine Konstruktion, einen eigenen Werkzeugbau und ca. 8.000 verschiedene technische Kunststoffteile entwickelt. Auch dieses Unternehmen musste sich auf die Corona-Situation einstellen.

Personalleiterin Susanne Schulte von der Werner Langer GmbH und Co. KG

Personalleiterin Susanne Schulte hat in den letzten Wochen viele Gespräche mit den Mitarbeitenden geführt. Dabei hat sie versucht, ihnen die Angst vor der Krankheit zu nehmen, aber auch die Sorgen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. (Quelle: Werner Langer GmbH und Co. KG)

Nach dem Ausbruch der Pandemie gab es zunächst eine große Unsicherheit bei den Mitarbeitenden der Werner Langer GmbH & Co. KG, wie es denn im Betrieb weitergehen würde. Viele mussten zunächst aufgefangen werden. „Bei uns läuft jedoch zum Glück alles relativ normal weiter“, sagt die Personalleiterin Susanne Schulte. „Wir achten zum Beispiel selbstverständlich darauf, die Abstände einzuhalten. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, auf die Sorgen der Mitarbeitenden einzugehen.“

Manchmal muss einfach ein persönliches Gespräch geführt werden

Als Führungskraft versucht Frau Schulte immer erreichbar zu sein und ein offenes Ohr zu haben. „Bei uns weiß jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter, dass sie mit Problemen in die Personalabteilung kommen können und wir versuchen, individuelle Lösungen zu finden“, sagt die Personalerin. Susanne Schulte hat in den letzten Wochen viele Gespräche mit den Mitarbeitenden geführt und versucht, ihnen die Angst vor der Krankheit zu nehmen, aber auch die Sorgen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Von einer ausschließlich virtuellen Kommunikation sieht Schulte allerdings ab: „Manchmal muss einfach ein persönliches Gespräch geführt werden, und zum Glück haben wir einen großen Besprechungsraum, in dem das möglich ist.“ Ihr Eindruck ist, dass in dieser schwierigen Zeit der Zusammenhalt in der Belegschaft stärker geworden ist. „Weil wir alle an einem Strang ziehen müssen“, fährt Schulte fort.

Ruckzuck wurden Corona-Maßnahmen umgesetzt

Erstens: Es wird darauf geachtet, dass nicht so viele auf einmal in der Produktion arbeiten. „Diese Situation ist für alle nicht ganz einfach, aber wir versuchen damit gut umzugehen, und wir fahren auch nach wie vor dreischichtig“, berichtet Schulte. Zweitens: Das Unternehmen hat die Arbeitswege in der Produktion so umgestaltet, dass der Abstand zwischen den Mitarbeitenden eingehalten werden kann. Und drittens: In den Büros sitzt immer nur eine Person, wo sonst auch schon mal zwei sitzen. Der Rest arbeitet mobil. Vor Corona war es in dem Unternehmen üblich, dass die Mitarbeitenden vor Ort arbeiteten. Jetzt macht das Unternehmen gute Erfahrungen mit dem mobilen Arbeiten.

Familienorientierung bringt konkrete Vorteile in der Krise

Schultes Herzensratschlag ist, dass sich mehr Firmen mit dem Thema Familienorientierung auseinandersetzen. „Bei uns lebt die Geschäftsleitung das Thema Vereinbarkeit vor. Hier geht das von oben nach unten durch alle Abteilungen“, sagt Schulte. Schon vor der Krise ist das Unternehmen auf die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eingegangen. „Da wir schon so lange so familienfreundlich unterwegs sind, nehmen unsere langjährigen Mitarbeitenden es als selbstverständlich wahr, dass wir auf die Kita- und Schulschließungen flexibel reagieren“, meint Schulte. Dies werde von den Mitarbeitenden auch wertgeschätzt.
 

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