HygroMatik GmbH
Beschäftigte: 74
Standort:24558 Henstedt-Ulzburg / Schleswig-Holstein
Branche: produzierendes Gewerbe/Maschinenbau
Was?
Wenn ein Kind geboren wird, zählt jede gemeinsame Stunde. Mit der unternehmenseigenen „Väter-/Familienstartzeit“ schenkt die HygroMatik GmbH Beschäftigten fünf zusätzliche bezahlte freie Tage, um sich in der ersten Zeit ganz auf ihre Familie konzentrieren zu können.
Warum?
Die HygroMatik GmbH entwickelt, produziert und vertreibt seit über 55 Jahren energieeffiziente und flexible Lösungen zur Luftbefeuchtung in vielen Anwendungsbereichen. Familienbewusstsein ist bei der HygroMatik GmbH schon lange Teil der Unternehmenskultur. Als Kristina Fürst vor rund dreieinhalb Jahren den Aufbau und die Leitung des Personalwesens übernahm, zeigte sich jedoch: Die bestehenden Angebote waren nicht einheitlich geregelt und für Beschäftigte nicht immer transparent erkennbar. Daraus entstand der Wunsch, familienfreundliche Leistungen des Betriebes verbindlich zu strukturieren und sichtbar zu machen. Insbesondere die junge Generation bzw. junge Familien sollten dabei in den Blick genommen werden.
Wie?
Mit der neuen Rahmenrichtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden familienbewusste Angebote erstmals transparent und verbindlich als Standard festgeschrieben. „Ein zentrales Element ist die „Väter-/Familienstartzeit“, die Vätern und gleichgestellten Elternteilen fünf zusätzliche bezahlte freie Tage nach der Geburt ihres Kindes ermöglicht. „Die ersten Tage nach der Geburt sind für Familien besonders wertvoll. Unsere Mitarbeitenden können diese Zeit nun nutzen, ohne ihren regulären Erholungsurlaub einsetzen zu müssen“, erklärt Kristina Fürst.
Das Unternehmen ist wie folgt vorgegangen:
- Geschäftsleitung/Führungskräfte einbinden und Ängste bzw. Befürchtungen vorab klären und abbauen
- Rahmenrichtlinie verbindlich einführen und Väter-/Familienstartzeit bekannt machen
- Ggf. eine Testphase nutzen, um Anpassungen des Angebots vorzunehmen
Vor der Einführung des Angebots „Väter-/Familienstartzeit“ wurde die geplante Rahmenrichtlinie mit der Geschäftsführung abgestimmt und in der Leitungsrunde vorgestellt. Die Führungskräfte konnten Fragen stellen, Bedenken äußern und Anregungen geben. „Es ging darum, ein gemeinsames Verständnis aufzubauen“ merkt Kristina Fürst an, „denn die „Väter-/ Familienstartzeit“ beruht, wie alle anderen Angebote auch, darauf tragfähige Lösungen für den Betrieb und die Beschäftigten zu ermöglichen“.
Erfahrung?
„In einem Unternehmen unserer Größenordnung ist das Angebot gut planbar, verursacht geringe Kosten und ist ein echter Gewinn für die Beschäftigten“ stellt Kristina Fürst fest. Obwohl die Väter-/ Familienstartzeit aufgrund der Unternehmensgröße bislang selten in Anspruch genommen wird, ist ihre Wirkung groß. „Gerade neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen das Angebot als starkes Signal wahr, dass wir ihre Sorgearbeit anerkennen und Familienfreundlichkeit bei uns gelebt wird“, berichtet Kristina Fürst. „Das Netzwerk ‚Erfolgsfaktor Familie‘ ist für uns eine wichtige Quelle für Austausch, Inspiration und gute Praxis. Die Impulse aus dem Netzwerk helfen uns, bestehende Regelungen weiterzuentwickeln und Vereinbarkeit immer wieder neu zu denken. So kann aus einem Impuls schnell gelebte Praxis werden.“
Wesentlich zum Erfolg und für die Akzeptanz der familienbewussten Angebote wie die „Väter-/ Familienstartzeit hat die Verschriftlichung der Angebote in Form einer Unternehmensrichtlinie beigetragen. Diese schuf Verbindlichkeit, aber auch Transparenz für alle Beteiligten. Wichtig dabei ist, genug Spielraum zu behalten, um die individuellen Situationen berücksichtigen zu können. Gerade bei kleineren Unternehmen, in denen Mitarbeitende oft mehrere Verantwortlichkeiten haben, ist es wichtig, flexibel zu bleiben.
Das Unternehmen bietet auch bei anderen familiären Akutsituationen wie die Erkrankung des Kindes oder der Pflege von Angehörigen bezahlten Sonderurlaub an.
Tipp?
„Wer familienfreundliche Angebote einführen möchte, muss nicht gleich mit einer umfassenden Regelung starten“, sagt Kristina Fürst. „Wichtig ist, erste Schritte zu gehen und Erfahrungen zu sammeln. Ob zwei oder fünf Tage Sonderurlaub: Angebote können mit den Erfahrungen und Bedürfnissen auf beiden Seiten wachsen.“