Immer mehr Väter wünschen sich eine aktive Rolle im Familienleben und streben eine partnerschaftliche Aufgabenteilung zu Hause an. Ein wichtiger Indikator für diesen Wandel ist die deutlich gestiegene Väterbeteiligung beim Elterngeld. Die Väterbeteiligung beim Elterngeld hat sich seit 2008 von 21 Prozent auf 46 Prozent mehr als verdoppelt.
Auch nach der Elternzeit wollen viele Väter ihre Arbeitszeiten an ihre familiären Bedürfnisse anpassen oder insgesamt flexibler gestalten. In der Praxis scheitert dies jedoch häufig an betrieblichen Rahmenbedingungen und einer Unternehmenskultur, die die Vereinbarkeitsbedürfnisse von Vätern noch nicht selbstverständlich mitdenkt.
Der neue Fachbeitrag in unserer Rubrik „Blickpunkt“ macht deutlich: Väterfreundlichkeit ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein zentraler Faktor für Motivation, Leistungsfähigkeit und Arbeitgeberattraktivität. Studien zeigen, dass ein großer Teil der Väter über einen Arbeitgeberwechsel nachdenkt, wenn bessere Vereinbarkeitsbedingungen locken. Besonders in Branchen mit Fachkräftemangel kann Väterfreundlichkeit daher zum entscheidenden Vorteil werden. Dabei braucht Väterfreundlichkeit braucht keine kostspieligen Programme, sondern glaubwürdige und alltagstaugliche Strukturen.