Editorial

Kinderbetreuung: Vereinbarkeit im Stresstest

Kinder statt in der Kita oder Schule zu Hause, den Job – wenn möglich – auch von zu Hause aus erledigen, Kinderbetreuung quasi nebenher: Für viele Eltern waren die Lockdowns in der Coronazeit diesbezüglich ein echter Stresstest. Aber auch für Unternehmen waren sie eine Riesenaufgabe: Mütter und Väter standen weniger zuverlässig zur Verfügung, waren immer wieder mit Kinderbetreuung und Distanzunterricht beschäftigt und benötigten hochflexible Arbeitszeiten und -modelle. Die meisten Unternehmen haben diese Herausforderungen gut bewältigt, ganz besonders diejenigen, die ohnehin schon ein starkes Familienbewusstsein besaßen und entsprechende Maßnahmen im Angebot hatten.

Eines davon ist die GASAG AG. Wie der Energieversorger onlinebasierte Kinderbetreuung für seine Eltern organisiert hat, erfahren Sie in „Ein Tag mit …“. Wie aber auch im Unternehmen vor Ort – wenn Beschäftigte nicht alle im Homeoffice arbeiten konnten – Abhilfe möglich war, lesen Sie in „Klartext“. Nehmen Sie in „Drei Fragen an …“ Einblicke in eine Studie, die zeigt, warum sich Betriebskitas lohnen, und sehen Sie in unserem Filmporträt, wie die Sweet Tec GmbH die Kinderbetreuung sicherstellt, ganz besonders während der Pandemie.

Wir wünschen gute Anregungen beim Lesen!
Ihr Team Netzwerkbüro


Faktencheck

„Zahlen, Daten, Fakten“

Als Schulen und Kitas pandemiebedingt plötzlich geschlossen waren, empfand mehr als jede zweite Familie mit Kindern unter 15 Jahren die Neuorganisation der Kinderbetreuung als größte Herausforderung – Alleinerziehende mit 62 Prozent noch mehr als Paareltern (54 %), so eine repräsentative Onlinebefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesfamilienministeriums im April und Mai 2020.

Lesen Sie hier weitere Studienergebnisse.


Ein Tag mit ... GASAG AG

„Notfallmamas“ schließen die Betreuungslücke

Die GASAG-Gruppe hat während der Pandemie nicht nur die Arbeitszeiten und -orte hochgradig weiter flexibilisiert, sie hat auch eine onlinebasierte Notfallbetreuung eingeführt. Lesen Sie hier, wie das Unternehmen seine Beschäftigten während der Pandemie angesichts von Kinderbetreuung und Arbeit im Homeoffice unterstützt hat.

Hier lesen Sie den vollständigen Text.


Drei Fragen an ... Volker Then (Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen CSI, Universität Heidelberg)

„Der Konzern konnte hoch qualifizierte Frauen an sich binden“

Dr. Volker Then leitet die Forschungsstelle Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen (CSI) des Max-Weber-Instituts für Soziologie an der Universität Heidelberg. 2014 hat er gemeinsam mit einem Pharmakonzern und einem freien Kitaträger eine Studie über die Auswirkungen betrieblicher Kinderbetreuung erstellt. Das Ergebnis: Betriebskitas lohnen sich auch betriebswirtschaftlich.

Hier kommen Sie zum Interview.


Praxisbeispiel

Eine große Bonbonfamilie

Die Sweet Tec GmbH versteht sich als große „Bonbonfamilie“ und setzt sich für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Bereits in der Gründungsphase hat sie das Thema betriebliche Kinderbetreuung verfolgt und die Neugründung einer Kindertagesstätte unterstützt. Heute kooperiert der Betrieb mit der Kindertagesstätte und unterstützt sie finanziell und logistisch. Im Gegenzug erhalten Beschäftigte der Sweet Tec GmbH die Möglichkeit, Betreuungsplätze in der Kindertagesstätte in Anspruch zu nehmen – ein Modell, von dem die Kita, das Unternehmen und die Beschäftigten gleichermaßen profitieren.

Hier gelangen Sie zum Film.


Klartext

Funktionieren auch virtuelle Formate?

In der Rubrik „Klartext“ stellen wir eine These zum jeweiligen Schwerpunktthema auf und bitten Expertinnen und Experten, dazu knapp Stellung zu nehmen. Lesen Sie in dieser Ausgabe Beiträge von Anja Schmelzer von der Tobis Schmidt Steuerberatungsgesellschaft mbH und von Stefan Reuyß, Gründer und Partner von SowiTra, einem sozialwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstitut mit Sitz in Berlin. Bei den Kommentaren handelt es sich um persönliche Ansichten der Autor*innen.

These: Eltern stehen seit einem Jahr unter Dauerstress: Kita- und Schulschließungen, Öffnungen, erneute Schließung, Wechselunterricht. Arbeitgeber müssen damit umgehen, dass ihre Beschäftigten oft zu „normalen“ Arbeitszeiten nicht zur Verfügung stehen. Ein Instrument, um Abhilfe zu schaffen, ist die onlinebasierte Kinderbetreuung. Eltern können stundenweise konzentriert arbeiten, sind dankbar und loyal. Dieses Modell sollten sich viele – auch kleinere – Unternehmen abgucken und es als gängiges Vereinbarkeitsinstrument in den Kanon ihrer Maßnahmen aufnehmen.

Hier geht es zu den Kommentaren.


Lokale Bündnisse für Familie

Krisenfeste Bündnisarbeit

Wir zeigen Ihnen die Arbeit der rund 600 Lokalen Bündnisse für Familie in Deutschland − diesmal am Beispiel des Jenaer Bündnisses für Familie. Lesen Sie hier, wie das Bündnis in Kooperation mit seinen Bündnispartnern bei der Kinderbetreuung Familien und Unternehmen unterstützt.


Checkliste

So gelingt die Vereinbarkeit

Kurz im Überblick: Diese Maßnahmen unterstützen in den Unternehmen, die wir für diese Ausgabe befragt haben, die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung:

  • Erfragen Sie regelmäßig den Bedarf an betrieblicher Kinderbetreuung in Ihrem Unternehmen. Manchmal wollen Beschäftigte ihre Kinder wohnortnah unterbringen. In diesem Fall können Sie zum Beispiel einen Betreuungskostenzuschuss gewähren oder Belegplätze in kommunalen Kitas buchen. 
  • Bieten Sie interessante Betreuungsprogramme während der Ferienzeiten, nicht nur im Sommer.
  • ...

Hier gelangen Sie zur vollständigen Checkliste.


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