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Neue Studie: Lernen aus der Krise

Wie sich in Unternehmen das Bewusstsein für Vereinbarkeit während der Corona-Pandemie gewandelt hat, zeigt eine neue Studie der Prognos AG.

Studie „Aus der Corona-Krise lernen: Erfahrungen und neue Impulse für die betriebliche Vereinbarkeitspolitik“ veröffentlicht. Quelle: iStock/AnVr

Die Corona-Pandemie hat in vielen Unternehmen dazu geführt, ein neues Bewusstsein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu entwickeln. So sind 88 Prozent der Unternehmen mit ihrer Entscheidung zufrieden, in der Krise vereinbarkeitsfördernde Maßnahmen eingeführt oder ausgeweitet zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Aus der Corona-Krise lernen: Erfahrungen und neue Impulse für die betriebliche Vereinbarkeitspolitik“ der Prognos AG im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“. Eine Besonderheit der Untersuchung ist die zweifache Befragung von Unternehmen und auch Eltern im Abstand von ca. einem Jahr in 2020 und 2021. Entsprechend bieten die Ergebnisse ebenso vielschichtige wie umfangreiche Einblicke in Veränderungsprozesse im Laufe der Pandemie.
 

Von kurzfristigen Lösungen zum langfristigen Bewusstseinswandel

Interessant ist, dass sich dieser Bewusstseinswandel sowohl auf die reinen Vereinbarkeitsmaßnahmen als auch auf die Etablierung einer familienbewussten Personalpolitik insgesamt bezieht: So haben Unternehmen ihre Arbeitnehmer*innen insbesondere durch mehr Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsort unterstützt und hier zusätzliche Maßnahmen eingeführt oder ausgeweitet. Insbesondere das Homeoffice hat an Bedeutung gewonnen – 41 Prozent der Unternehmen haben im Laufe der Krise Homeoffice ausgeweitet oder neu eingeführt. Nachhaltigkeit hat dabei Priorität: Rund zwei Drittel der Unternehmen (65 Prozent) möchten ihr Angebot vereinbarkeitsfördernder Instrumente auch nach der Krise beibehalten.
 

Maßnahmen zur Förderung von Vereinbarkeit sind selbstverständlicher geworden
Die Studie macht deutlich, dass diese Neuausrichtung der Instrumente auch einen tiefgreifenden Bewusstseins- und Kulturwandel nach sich zieht: Während bereits zu Beginn der Pandemie 82 Prozent der Geschäftsführenden und Personalverantwortlichen Kinderbetreuung als einen zentralen Produktivitätsfaktor ansahen, ist dieses Bewusstsein für die Bedeutung von Vereinbarkeit auch bei den Führungskräften während der Pandemie weiter angestiegen – nah dran an ihren Mitarbeitenden waren sie es, die im Dialog praktikable Lösungen für enorme Herausforderungen suchen mussten. Hier gaben 81 Prozent der Eltern, die das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber gesucht haben, an, dass ihnen geholfen wurde.
 

Mit mehr Vereinbarkeit in die Zukunft

Wenn es darum geht, in der Pandemie bewährte Lösungen nachhaltig in der Personalpolitik zu verankern, lässt die Studie positiv in die Zukunft blicken: In zwei von drei Unternehmen sind durch die Corona-Pandemie Ansätze entstanden, die aus Sicht der Personalverantwortlichen und Geschäftsführungen weiterverfolgt werden sollten. Von besonderer Bedeutung ist in dieser Hinsicht auch der sich verschärfende Fachkräftemangel: 79 Prozent der Unternehmen sind der Auffassung, dass betriebliches Familienbewusstsein auch nach der Krise ein entscheidender Faktor für Personalbindung und -gewinnung sein wird. Darüber hinaus unterstreicht ein weiteres Ergebnis die gestiegene Bedeutung von Partnerschaftlichkeit: 78 Prozent der Unternehmen sprechen sich für eine aktive Vaterschaft und gegen eine Re-Traditionalisierung der Elternrollen aus.
 

Zur Studie

Die Studie wurde unter der Leitung von Dr. David Juncke (Prognos AG) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ erstellt. Die Studie finden Sie hier

Dafür wurden zum einen Unternehmensbefragungen zu den Zeitpunkten Juni/Juli 2020 und März/April 2021 mit 750 bzw. 700 Personalverantwortlichen und Geschäftsführungen telefonisch durchgeführt. Zudem wurden die Ergebnisse einer Familienbefragung herangezogen, die vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD Allensbach) als Online-Befragung im April/Mai 2020 und im Februar 2021 durchgeführt wurde. Insgesamt wurden in der ersten Welle 1.493 und in der zweiten Welle 1.043 Eltern mit Kindern unter 15 Jahren im Haushalt befragt. Zudem wurde mit Fallstudien ein vertiefter Blick in mehrere Betriebe geworfen. Die Fallstudien finden Sie hier.
 

Mehr Infos auf prognos.com
 

Vorstellung der Studienergebnisse im Web-Seminar

Die Studienergebnisse haben wir im Rahmen eines Web-Seminars am 25. August 2021 vorgestellt. Die Aufzeichnung können Sie sich hier ansehen.

 

 

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