News Netzwerken Startseite |

10. Unternehmenstag am 1. Juni 2017

"NEUE Vereinbarkeit – Unternehmenskultur für MEHR Familie" – unter diesem Motto stand der diesjährige Unternehmenstag.

Dr. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, (links) und Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, (rechts) eröffneten den 10. Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie" Quelle: BMFSFJ

Am 1. Juni 2017 fand in Berlin der 10. Unternehmenstag von „Erfolgsfaktor Familie“ statt. Rund 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die Jubiläumsveranstaltung und diskutierten unter dem Titel „NEUE Vereinbarkeit ‒ Unternehmenskultur für MEHR Familie“ über betriebliche Lösungen und Angebote von heute und morgen. Begleitet wurde der Austausch von einem abwechslungsreichen Programm.

Allianz zwischen Wirtschaft und Politik bekräftigt

Zunächst begrüßten Dr. Eric Schweitzer, DIHK-Präsident, und Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, das Publikum. Ihr gemeinsames Fazit: Vereinbarkeitsangebote haben sich in den letzten zehn Jahren von der Problemintervention für eine spezifische Zielgruppe zur aktiven Zukunftsgestaltung in Unternehmen entwickelt. Vereinbarkeit war vor zehn Jahren in der Wahrnehmung vieler eher ein Thema von Frauen (Kinderbetreuung). Heute rücken Väter, Beschäftigte, die Angehörige pflegen, und veränderte Erwartungshaltungen an Flexibilität über alle Beschäftigtengruppen hinweg in den Fokus. Wer Fachkräfte finden und binden will, ermöglicht eine gute Vereinbarkeit. Damit ist Familienfreundlichkeit ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Maßgeblich ist eine glaubwürdige Verankerung des Familienbewusstseins in der Unternehmenskultur.
Die Allianz zwischen Wirtschaft und Politik hat in den letzten Jahren viel dazu beigetragen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in zahlreichen Unternehmen ein festes Instrument der Fachkräftesicherung ist. Der beim Unternehmenstag erstmalig vorgestellte Fortschrittsindex 2017 zeigt, welche Entwicklungen seit der gemeinsamen Veröffentlichung des Memorandums „NEUE Vereinbarkeit“ im Herbst 2015 erkennbar sind. Schweitzer und Kleindiek bekräftigten ihren Willen, die Zusammenarbeit für mehr Familienfreundlichkeit auch in Zukunft fortzusetzen.

 

Der „ökonomische Charme“ bleibt, neue Herausforderungen kommen

Die von der Projektleiterin des Netzwerkbüros, Kirsten Frohnert, geleitete Diskussion zwischen Sylvia Orlamünder, Personalleiterin JENOPTIK SSC GmbH in Jena, und Prof. Dr. Holger Bonin, Chefkoordinator arbeitsmarktpolitische Forschung am Institut zur Zukunft der Arbeit in Bonn und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Kassel, beleuchtete das Thema Vereinbarkeit in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt.

Im EU-weiten Vergleich sind in Deutschland Frauen zu einem hohen Anteil in Teilzeit tätig. Gute Vereinbarkeitsbedingungen tragen dazu bei, den Erwerbsumfang von Frauen zu erhöhen, was für die betriebliche Fachkräftesicherung von Bedeutung ist. Die Digitalisierung bietet zudem gute Chancen, durch Homeoffice und mobiles Arbeiten berufliche und familiäre Aufgaben besser vereinbaren zu können – für Männer und Frauen. Denn die am Arbeitsmarkt nachrückenden Generationen erwarten von ihren Arbeitgebern „maßgeschneiderte“ Angebote zur Vereinbarkeit. Herausfordernd ist das für kleine Unternehmen, deren personalpolitischer Gestaltungsspielraum begrenzt ist, z. B. hinsichtlich des Vertretungsmanagements.

Einen kurzweiligen Rückblick auf die Anfänge der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ gaben im Anschluss Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a. D., und Prof. Dr. Ludwig Georg Braun, Ehrenpräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e. V. Sie betonten den „ökonomischen Charme“ der Familie, denn Vereinbarkeit rechnet sich für alle – die Unternehmen, die Familien, die Gesellschaft und den Staat.

Als zukünftige Herausforderung bewertete Braun die Übersetzung von „Arbeit 4.0“ aus der Industrie in alle anderen Wirtschaftsbereiche, um Beschäftigten mithilfe der Digitalisierung mehr zeitliche Freiräume und mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen. Die Unternehmen, die in diesem Bereich als Erste vorangingen, wären die Gewinner, da sie als „Front-Runner“ einen Erfahrungsvorsprung hätten, sagte Braun. Diesen Erfahrungsvorsprung auszubauen, dabei unterstützt das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ seine Mitglieder.

Die Dokumentation des gesamten Tages sowie der Zukunftslabore und des Gallery Walks finden Sie hier.

Teile: