Thomas Hesse

Thomas Hesse

Saarland
Personaldirektor im Klinikum Saarbrücken und Botschafter für das Land Saarland

„Wir als Arbeitgeber können Familien entlasten“

Fünf Fragen an Thomas Hesse

Welche familienfreundlichen Maßnahmen haben Sie in Ihrem Unternehmen zuletzt eingeführt – und warum?
Wir haben viel für unser Pflegeteam getan und unter anderem unseren lange bestehenden Springerpool neu aufgestellt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können zwischen festen Arbeitszeiten und wechselnden Stationen oder festen Stationen und wechselnden Arbeitszeiten wählen. Außerdem bieten wir auf dem Klinikgelände eine Kinderbetreuung an. Dafür haben wir einen neuen starken Partner gewonnen, der auch in der Stadt Saarbrücken gut vernetzt ist. Und nicht zuletzt engagieren wir uns für unsere Beschäftigten in Sachen Arbeitszeitorganisation und ermöglichen flexible Arbeitszeitmodelle, auch in Führungspositionen.

Warum praktizieren Sie in Ihrem Unternehmen eine familienbewusste Personalpolitik?
Ganz einfach: Weil es in der heutigen Gesellschaft nicht geht, sich NICHT an familiären Bedürfnissen auszurichten. Die Ansprüche haben sich in den vergangenen Jahren geändert, das Thema Work-Life-Balance spielt eine große Rolle. Wir wollen unsere Beschäftigten, insbesondere auch die jungen Menschen, an unser Unternehmen binden und ihnen signalisieren: Wir hören zu, wir interessieren uns für eure Bedürfnisse. Dabei versuchen wir immer, eine Win-win-Situation für beide Seiten zu erreichen.

Welche Rolle kommt den Unternehmen in Deutschland zu, wenn es darum geht, unser Land familienfreundlicher zu gestalten?
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf darf keine leere Worthülse sein. Wir müssen sie mit Leben und Taten füllen. Das gilt insbesondere für die Berufsgruppen, die 24/7 an 365 Tagen im Jahr für die Bevölkerung da sind. Dazu gehören auch die Beschäftigten im Krankenhaus.

Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf, damit sich Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren lassen?
Es sind nicht ausschließlich die jungen Eltern, die auf der Suche nach Flexibilität im Berufsleben sind. Wir stellen fest, dass sich der Fokus von der Kinderbetreuung stärker auf die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen verschoben hat. Wir als Arbeitgeber können die Familien an dieser Stelle entlasten. Beispielsweise indem wir eine Freistellung für die Pflege von Angehörigen ermöglichen oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitweise ihre Arbeitszeit reduzieren können. Wichtig für uns als Personaler ist: hinschauen, zuhören – und dann umsetzen.

Welches Erlebnis hat Sie im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf am stärksten beeindruckt?
Ganz persönlich betrachtet war das die Geburt meiner eigenen Tochter. Damit verbunden war auch die Herausforderung, das Familienleben gemeinsam mit meiner Frau zu organisieren und dass wir beide uns gleichzeitig beruflich weiterentwickeln können. Andererseits sind das aber auch die vielen Gespräche, die ich als Personalleiter führe, und die Anliegen, die mir vorgetragen werden. Insbesondere alleinerziehende Mütter oder Väter haben hier viel zu bewältigen und brauchen umso mehr unsere Unterstützung.

 

Kurzvita

  • Jahrgang 1974, geboren im Klinikum auf dem Winterberg
  • im August 1991 als erster kaufmännischer Auszubildender der Verwaltung ausgewählt
  • Weiterqualifikation zum Fach- und anschließend Betriebswirt für Gesundheits- und Sozialwesen
  • seit 2004 Bereichsleitung Personalverwaltung und -controlling im Klinikum
  • seit Mai 2019 Personaldirektor und Prokurist im Klinikum Saarbrücken


Über das Klinikum Saarbrücken

  • Sitz: Saarbrücken
  • Beschäftigte: 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, damit das größte Tochterunternehmen der Landeshauptstadt Saarbrücken
  • seit 1992 gemeinnützige Gesellschaft
  • familienfreundliche Maßnahmen: u.a. flexible Arbeitszeitregelungen, flexible Gestaltung und Verteilung von Arbeitsaufträgen, Untertsützung bei der Pflege von Angehörigen


Weitere Informationen: www.klinikum-saarbruecken.de

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