Checkliste ElterngeldPlus

Das ElterngeldPlus schafft vielfältige Möglichkeiten für Väter, Paare und Arbeitgeber. Väter werden entlastet, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren, und Arbeitgeber profitieren, weil Väter und Mütter schneller nach der Auszeit in den Beruf zurückkehren. Den Führungskräften sollten die wesentlichen Rahmenbedingungen kompakt kommuniziert werden. Väter hingegen haben häufig Bedarf an Antworten auf grundsätzliche Fragen zu den neuen Leistungen Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus.

Wie Sie sich über das ElterngeldPlus informieren können:

  • Das ElterngeldPlus ist im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz geregelt. Gute und verlässliche Informationen zum ElterngeldPlus finden Sie unter www.familien-wegweiser.de und www.erfolgsfaktor-familie.de.
  • Bestellen Sie beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kostenlose Informationsunterlagen zum ElterngeldPlus und legen Sie diese beim Betriebsrat, der Gleichstellungsbeauftragten, den Ansprechpartnern zum Elterngeld oder der Sozialberatung aus (www.bmfsfj.de).
  • Bestellen Sie, ebenfalls kostenlos, das kompakte, aber detaillierte Booklet „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit. Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz“ ? Artikelnummer: 2BR35 ? unter publikationen@bundesregierung.de.
  • Auf die häufigsten Fragen der werdenden Mütter und Väter sollten Sie kompakte Antworten haben: Was genau ist das ElterngeldPlus? Wie unterscheidet sich das ElterngeldPlus vom Basiselterngeld (siehe auch Interview mit Petra Kather-Skibbe in diesem Newsletter)? Wann lohnt sich ElterngeldPlus? Muss ich Teilzeit arbeiten, um ElterngeldPlus zu beziehen? Wann und wo muss ich den Elterngeldantrag stellen? Kann ich den Antrag im Laufe des Bezuges noch ändern? 
  • Durch den Partnerschaftsbonus werden Paare, wenn beide Elternteile zeitgleich für vier Monate sowohl einer Erwerbstätigkeit nachgehen (zw. 25 und 30 Std. pro Woche) als auch das/die Kind/er erziehen, zusätzlich mit je vier ElterngeldPlus-Monaten gefördert. Das ist besonders für die Väter eine gute Möglichkeit, Teilzeit auf Probe auszuprobieren. Wichtig: Die Rahmenbedingungen für den Bezug von ElterngeldPlus nach dem 14. Lebensmonat sind unbedingt zu beachten.
  • Erstellen Sie sich auch eine eigene FAQ-Liste mit häufigen Fragen zur Elternzeit, zu unternehmensinternen Teilzeitoptionen und zum ElterngeldPlus.

Wie Sie im HR-Bereich Erfolgsstrukturen zur Elterngeldnutzung schaffen

  • Suchen Sie sich Verbündete und Multiplikatoren, mit denen Sie gemeinsam die passenden Angebote für Ihr Unternehmen erarbeiten (z. B. Betriebsrat, Diversity-Beauftragte, Personaler aus der Führungskräfteentwicklung, HR-Businesspartner).
  • Laden Sie sich außerdem drei bis vier Väter mit Elternzeit- und Elterngelderfahrung ein, die Sie ausführlich befragen, was gut gelaufen ist, was ihnen geholfen hätte und was besser hätte laufen können, sodass Sie Ihre Erfahrungen immer wieder auffrischen und bei Bedarf betriebliche Strukturen anpassen können.
  • Analysieren Sie, welche besonderen Rahmenbedingungen bei den Vätern in Ihrem Unternehmen gegeben sind, die bei einer Beratung zum ElterngeldPlus und zur Elternzeit in Teilzeit bedacht werden sollten (z. B. Schichtarbeit, Saisongeschäft, Reisezeit, durchschnittliche Höhe der Gehälter, Wohnort und Lebensstandard vieler Mitarbeiter).
  • Erarbeiten Sie mit ElterngeldPlus-sensibilisierten Führungskräften Informationen und Leitfäden, die Sie an andere Führungskräfte weitergeben können, damit diese proaktiv und gut vorbereitet mit dem Thema ElterngeldPlus und Teilzeit in der Elternzeit umgehen können.
  • Erarbeiten Sie, auch im Hinblick auf die längere Ausfallzeit der Väter (durch Elternzeit, Elterngeld (Plus) und Partnerschaftsbonusmonate), mögliche Vertretungsregelungen, die Sie mit der Personalleitung gut abstimmen sollten.
  • Prüfen Sie, wie Sie „Jobsharing“ nutzen können, um Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezuges zu erleichtern und zugleich die Arbeit gut zu verteilen.
  • Planen Sie regelmäßige Elterngeld- und Elternzeit-Informationsveranstaltungen ein, die Sie zweimal im Jahr wiederholen und zu denen Sie auch erfahrene Elternzeit- und ElterngeldPlus-Bezieher einladen.
  • Empfehlen Sie den Paaren, die Sie beraten, nicht nur die gesetzlichen, sondern auch die betrieblichen und tariflichen Rahmenbedingungen zu kennen, die in Ihrem Intranet gut zu finden sein sollten.
  • Weisen Sie in der ersten E-Mail an die werdenden Eltern (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) immer auch auf den Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums hin, damit diese im Vorfeld der Beratung mögliche Fallbeispiele durchrechnen können.
  • Passen Sie Ihre Kontakthalteprogramme auch den Bedürfnissen der Väter an und ermöglichen Sie auch Vätern alternative Arbeitszeit- und Arbeitsmodelle (z. B. Mobiles Arbeiten, Homeoffice).

Beziehen Sie die Väter proaktiv in die Beratung zum ElterngeldPlus ein:

  • Gehen Sie proaktiv auf werdende Väter (und deren Partnerinnen, auch wenn sie in einem anderen Unternehmen arbeiten) zu, bieten Sie Ihnen möglichst eine Kurzberatung zu einer partnerschaftlichen Aufteilung von Familie und Beruf an, sodass die Paare die Elternzeit gemeinsam planen können.
  • Ermuntern Sie die Väter, frühzeitig mit ihrer Partnerin Elternzeit, Elterngeldbezug und auch die Partnerschaftsmonate zu planen. Auch sieht das Gesetz vor, dass sich Arbeitgeber und Beschäftigte über den Umfang der Teilzeit während des Elterngeldbezuges einvernehmlich abstimmen.
  • Suchen Sie im Unternehmen besonders ElterngeldPlus-erfahrene Väter als Ansprechpartner (Mentoren oder Botschafter) für das ElterngeldPlus bzw. qualifizieren Sie diese. Die Väter sollten Mitarbeiter/innen und deren Partner/innen grundsätzliche Fragen beantworten können, um Orientierung im Thema zu bieten.
  • Ein sogenanntes internes Väternetzwerk mit passenden Ansprechpartnern könnte Ihnen dabei gut zur Seite stehen und als „Soundingboard“ auch für andere Bedürfnisse der Väter nach der Elterngeldphase interessant sein.

 


 

Zahlen, Daten, Fakten

  • Staatsangehörige von Mitgliedstaaten der EU, des EWR und der Schweiz haben ebenso wie Deutsche nach dem Recht der EU in der Regel dann einen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland erwerbstätig sind oder in Deutschland wohnen.
  • Andere Ausländerinnen und Ausländer haben einen Anspruch, wenn ihr Aufent-halt in Deutschland nach der Art ihres Aufenthaltstitels und ihres Zugangs zum Arbeitsmarkt voraussichtlich dauerhaft ist.
  • Das Elterngeld selbst ist steuerfrei, es unterliegt aber dem Progressionsvorbe-halt. Das heißt: Das Elterngeld wird nur zur Ermittlung des Steuersatzes dem üb-rigen zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Damit ergibt sich ein höhe-rer Steuersatz, der aber nur auf das übrige steuerpflichtige Einkommen ange-wendet wird.

Quelle: Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit. Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, Hrsg: BMFSFJ

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