Corona

Vereinbarkeit stärken – Mit praktischen Tipps Beschäftigte in unterschiedlichen Lebensbereichen unterstützen

Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat in der Corona-Krise eine ganz neue Dimension bekommen. Trennlinien zwischen Beruf und Familien lösen sich nicht nur in der Organisation von Kinderbetreuung und beruflichen Aufgaben auf. Neue Eindrücke entwickeln sich auch in der individuellen Wahrnehmung von Arbeitszeit und Freizeit, von Anspannung und Entspannung. Auch die Frage, ob und wie berufstätige Eltern und ihre Kinder entspannen und wieder Kraft tanken können, ist eine Frage der Vereinbarkeit. Hier können Arbeitgeber mit Tipps und Links in der Corona-Krise gute Unterstützung leisten.

Pinnwand, Quelle: AbsolutVision bei Unsplash

Kontakteinschränkungen, geschlossene Geschäfte, fehlende Freunde und Spielkameraden – nicht nur die Gestaltung der beruflichen Aufgaben ist zurzeit schwieriger, sondern auch die von Freizeit und Erholung. Ganz persönliche praktische Hilfen und Tipps aus unterschiedlichsten Lebensbereichen sind ein Signal der Wertschätzung für die Beschäftigten. Sie zeigen: Mein Arbeitgeber nimmt mich und meine Situation wahr.

Beispiele aus der Praxis und für die Praxis:

  • Beschäftigte Eltern haben momentan viele Fragen im Kopf. Es gibt für Unternehmen verschiedene Möglichkeiten, ihre Beschäftigten bei der Suche nach Antworten und Lösungen zu unterstützen und damit ein starkes Signal für eine familienbewusste Unternehmenskultur zu senden.
  • Eine professionelle Hilfe kann durch die Organisation von Webinaren mit externen Expertinnen oder Experten zu spezifischen Fragestellungen angeboten werden. Besonders bei Themen wie Home-Schooling, Führen auf Distanz oder die ressourcengerechte Organisation von Homeoffice ist die Verstärkung durch fachliche Expertise sinnvoll.
  • Welche Fragen die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders beschäftigen, lässt sich aufgrund der Beschäftigtenstruktur gut nachvollziehen. Unternehmen, die im Fortschrittsindex Vereinbarkeit aktiv sind, haben sich schon mit den Anteilen der Familien mit Kindern im betreuungsbedürftigen Alter oder mit pflegebedürftigen Angehörigen an ihren Beschäftigten befasst. Der Fortschrittsindex Vereinbarkeit ist ein Online-Messinstrument des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ und untersucht die Familienfreundlichkeit von Unternehmen. In jedem Fall bietet die aktuelle Situation viele Argumente dafür,  wie wichtig das Wissen um die familiäre Lebenssituation der Beschäftigten für die Personalpolitik ist.
  • Auch der Betriebsrat kann aktiv werden und zum Beispiel in einem eigenen Newsletter hilfreiche Tipps anbieten. Über den Betriebsrat können auch neue Fragen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekannt und vermittelt werden. Eine gute Möglichkeit dazu sind auch zusätzliche virtuelle Sprechstunden des Betriebsrates.
  • Neben der professionellen Unterstützung können auch die Beschäftigten selbst aktiv werden. Voneinander zu lernen und sich miteinander den Herausforderungen der Corona-Krise zu stellen, stärkt das soziale Miteinander. Beispielsweise melden sie sich in einem Unternehmen unter dem Motto „Ask me Anything“ aus eigenem Interesse als Pate für ein Thema und leiten eine Gruppe zum virtuellen Austausch. So sind in Unternehmen bereits unter anderem Gruppen zum „Home Schooling“ und zum mobilen Arbeiten mit Kindern entstanden.
  • Unternehmen, die sich schon im Gesundheitsmanagements engagieren, können in diesem Rahmen Entspannungs-Tipps und Anregungen für ein „gesundes Abschalten“ nach der Arbeit anbieten. Manche Firmen bieten zum Beispiel virtuelle Sportangebote an, bei denen die Beschäftigten und ihre Kinder ihre Fitness auch zuhause, unter Anleitung von professionellen Trainern, erhalten können.
  • Ganz praktisch werden Beschäftigte durch die betriebliche Beschaffung von Mund-Nasenschutzmasken unterstützt. Die Beschäftigten benötigen die Masken vielleicht nicht am Arbeitsplatz, aber sicherlich – auch angesichts der aktuellen Maskenpflicht – auf dem Weg dorthin und beim Einkaufen. Aber auch die Beschaffung der Masken für ihre Kinder kann für die berufstätigen Eltern eine große Herausforderung sein, bei der Arbeitgeber sie gut unterstützen können. Viele kleine lokale Schneidereien bieten zum Beispiel für Arbeitgeber bei der Bestellung von Masken in größerer Zahl Sonderkonditionen an und können auch bunte Kindermasken herstellen. So kann auch die lokale Wirtschaft unterstützt werden. Masken mit dem eigenen Firmenlogo können zudem ein Beitrag im Employer Branding und der Mitarbeiterbindung sein.

  • Mithilfe von Newslettern können Unternehmen ihre Beschäftigten informieren, ihnen hilfreiche Links und Webseiten vermitteln und auch in internen Gruppen mit Hilfe von Kollaborations-Tools verlinken.

  • Hier finden Sie eine kleine beispielhafte Sammlung zu einem Thema, dass den berufstätigen Eltern gerade besonders am Herzen liegt:

    Home Schooling – Wie kann das Lernen zu Hause stressfreier und abwechslungsreicher organisiert werden?

    • Tipps und Anregungen für Eltern, um ihre Kinder zu motivieren, bietet der SIBUZ- Infobrief extra der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.
    • Anregungen, wie Grundschulkinder den Arbeitsplatz, die Arbeitszeiten und die Pausen gut gestalten können, bietet die Materialwiese der Grundschullehrerin Kerstin Breuer.
    • Filme, Spiele und interaktive Angebote, die das Lernen zu Hause spannend machen, finden Kinder aller Altersgruppen und Eltern auf der Website Planet Schule.
    • Von der Kita-Sportstunde bis zur Oberstufe – bei „ALBAs tägliche Sportstunde“ (entwickelt von der ALBA BERLIN Basketballteam GmbH und Fernsehprofis) werden für alle Altersgruppen multimediale Bewegungs- und Wissenseinheiten zu festen Tageszeiten angeboten.  

    Welche und in welchem Umfang Unternehmen Tipps beziehungsweise Unterstützung anbieten können und in welcher Form sie dies tun, ist eine Frage der jeweiligen Größe und Personalkapazität. Links zu externen Websiten sollten regelmäßig auf ihre Aktualität geprüft und zeitweise auch mit neuen Hinweisen ergänzt werden.

    Den beschäftigten Eltern zu zeigen, dass sie in ihrer aktuellen Situation wahrgenommen werden, ist aber in jedem Fall ein Signal, das von einer familienbewussten  Unternehmenskultur zeugt und für gute Zusammenhalt sorgt. Auch nach der Krise.

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